Eine Fastenkur brachte 2012 den Sieg: Andrasch Starke hatte vor dem Großen Preis der Wirtschaft gehungert, um auf All Shamar mit Minimal-Gewicht als Erster über die Ziellinie zu fliegen. Doch nicht nur die Jockeys, auch die Veranstalter müssen Diät halten - zumindest in finanzieller Hinsicht.
Der Rennverein in Bremen zum Beispiel schrammte im vergangenen Jahr knapp an der Pleite vorbei, setzt nun auf ein schlankeres Programm mit regionaler Ausrichtung. Den Kollegen in Dortmund geht es da besser: "Die Rennpreise betragen dieses Jahr 100 000 Euro", sagt Karl Schütz, Sekretär des Rennvereins. Auch auf der Liste der Jockeys stehen bekannte Namen: Neben Starke startet am Sonntag Eduardo Pedroza aus Panama.
Klassisches Publikum
Auf die Zuschauer werden die verschärften finanziellen Bedingungen für den Galoppsport nicht abgewälzt. "Mit fünf Euro Eintritt liegen wir im Vergleich sehr günstig", sagt Schütz. Er erwartet am Sonntag vor allem das klassische Galopp-Publikum, das den sportlichen Reiz der Veranstaltung durch Wetten erhöht. Für den Familienausflug optimiert sind eher andere Veranstaltungen im Dortmunder Galoppkalender - und das mit Erfolg. So zählten die Veranstalter beim Sparkassen-Renntag im Mai über 10 000 Zuschauer.
Trotz solcher beachtenswerten Zahlen dürfte Schütz sich manchmal englische Verhältnisse wünschen. Auf der Insel strömen die Zuschauer in Scharen zu den Rennen, auch die Wetteinsätze fließen. "Da gibt es oft ein volles Haus. Das ist aber natürlich auch eine Sache der Mentalität", sagt Schütz. Er dürfte auf die britische Liebe zu einer gepflegten Wette anspielen. Selbst auf die möglichen Namen des Kindes von Prinz William und seiner Kate setzen die Briten ihr Pfund.
Online-Einnahmen
Eine neue Einnahmequelle gibt es für die Galopp-Veranstalter aber doch. Sie verdienen an Wetten, die im Internet auf den Großen Preis der Wirtschaft platziert werden. Für Schütz ist das aber nur bedingt eine Alternative: "Vor Ort mitfiebern, da erlebt man den Galoppsport richtig."
Ziel des Rennvereins für den Großen Preis der Wirtschaft ist ein kleiner finanzieller Gewinn - oder zumindest die "schwarze Null". Wirklich kalkulieren lassen sich die Zahlen nur schwer. Zu sehr ist die Veranstaltung vom Wetter abhängig, das einen starken Einfluss auf Zuschauerzahlen und Wetteinsätze hat.
Schütz und seine Kollegen hoffen deshalb, dass sich die Tiefs "Manni" und "Norbert" schon vor dem Wochenende mit den angekündigten Gewittern und Hagelschauern abreagiert haben und die Zuschauer in Wambel keinen Regenschirm benötigen.







































































































