Wer das Halbzeitergebnis liest, wird sicher von einem Druckfehler ausgehen, aber es stimmt tatsächlich: Die Handballer der SG Ruhrtal lagen bei ihrem ersten Verbandsliga-Auswärtsspiel dieser Saison bei der Drittgarnitur von Eintracht Hagen zum Seitenwechsel mit 3:20 hinten! Es drohte ein Debakel historischen Ausmaßes, aber in Halbzeit zwei zeigten die personell arge gebeutelten Ruhrtaler, was eigentlich in ihren steckt, konnten dieses Abschnitt sogar zu ihren Gunsten entscheiden.
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Trainer Henning Becker machte schon vor dem Anpfiff gute Miene zum drohenden bösen Spiel. Für die Aufzählung der fehlenden Stammkräfte rechte eine Hand gar nicht aus, denn neben den verletzten Janne Malik, Tilman Weber und Max Klemm standen in Yannick Mähl, Steffen Röttger, Justus Klauke und Till Rosenberger gleich vier Flügelspieler wegen privater Termine nicht zur Verfügung. Auch dank des Comebacks von David Bauerdick und der Einsatzbereitschaft einiger angeschlagener Akteure tatsächlich noch zwölf Feldspieler aufbieten konnte.
SGR wirkt beeindruckt
Auf dem Parkett aber agierte die SGR im ersten Durchgang so, als würde sie in ständiger Unterzahl spielen. Das Siebenmeter-Tor durch Phillipp Mähl zum 2:1 (3.) sollte nämlich für 15 Minuten die einzige Offensivausbeute bleiben. Man war offensichtlich beeindruckend von der Wucht, mit der die Eintracht-Dritte, die ja zum Saisonstart schon mit einem 37:32-Erfolg in Warstein imponiert hatte, auf Torjagd ging.
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Viel zu selten konnte sich die ja so oft gelobte Abwehr in ihrer defensiven Aufstellung präsentieren. Und mit jedem Gegentor wurde der Frust größer und lähmte die Aktionen. Fast wäre Keeper Basler das erste Feldtor seines Teams gelungen, aber sein Weitwurf landete am Pfosten. Die konsequent auf Tempo setzenden Schützlinge des früheren Ruhrtaler Coaches Jörg Rode tobten sich derweil weiter aus und zogen bis auf 12:1 davon, ehe der spät eingewechselte Halbrechte Fabian Pilz den Bann brach und auch das 13:3 markierte.
Es war eine Mischung von Aufarbeitung und Motivation.
Henning Becker, SGR-Trainer, über seine Kabinenansprache
Dieses kleine Zwischenhoch war damit aber schon vorbei. Pilz zielte dreimal am Kasten des vorzüglichen Keepers Lesch Alessio Lesch vorbei, von seinen Nebenleuten ging gar keine Abschlussgefahr aus. Konsequenz: Die von Tom Storch (9/4) und Alexander Koshold (7) angetriebene Eintracht konnte mit einem 7:0-Lauf zum denkwürdigen Pausenstand davonziehen.
Keine Ahnung, was Becker seiner Mannschaft in der Halbzeitansprache mitgegeben hat. „Es war eine Mischung von Aufarbeitung und Motivation“, verriet der Trainer. Die Wirkung war auf jeden Fall eindrucksvoll, denn im zweiten Abschnitt präsentierte sich die SGR so wie im Vorjahr, als man beide Vergleiche gewonnen hatte. Erst explodierte Aaron Humpert mit einem Doppelschlag, dann traf Mähl trotz Unterzahl. Plötzlich entdeckten auch Matthias Storm und Lukas Struwe ihre Vollstrecker-Qualitäten, sorgte die SGR mit einer 5:1-Serie dafür, dass Rode die Grüne Karte zückte. Ruhrtal war jetzt voll im Geschäft und demonstrierte seine im Vorjahr zum dritten Platz in der Endtabelle führenden Fähigkeiten.
Ruhrtaler drehen auf und „gewinnen“ zweite Halbzeit mit 17:15
Endlich gab es sehenswerte Pässe Richtung Kreisläufer Veit Schmidt, blühte zudem Struwe auf und verbuchte plötzlich eine optimale Chancenverwertung. Die Ruhrtaler spielten so auf, als hätte es Halbzeit eins nicht gegeben, besaßen in Basler einen starken Rückhalt und schafften es auch dank guter Abschlüsse von Pilz tatsächlich, diesen Abschnitt mit 17:15 für sich zu entscheiden. Sicher nur ein schwacher Trost, aber auf jeden Fall ein Mutmacher für das Derby am kommenden Samstag (19.30 Uhr) gegen den VfS Warstein, der ja zeitglich bei Volmetals Reserve mit 28:30 baden ging.
SGR: Basler; Struwe (5), Pilz (5), Schmidt (3), Humpert (3), P. Mähl (2/1), Storm (1), M. Weber (1), Schulte, Klute, Schwefer, Pavic, Bauerdick.









































