Dieser Traumstart mit 18:5 Toren und makelloser Punktebilanz – er sorgt bei den Westfalenliga-Fußballerinnen des SV Thülen zwar für enormes Selbstvertrauen. Für Größenwahn allerdings nicht. So sagte Thülen-Trainer Dominique Heinke trotz der starken, auch taktisch reifen Leistung gegen Minden, die von einem 4:1-Heimsieg gekrönt wurde: „Borussia Dortmund II spielt in einer eigenen Liga.“
Topspiel gegen BVB II: SV Thülen will Chance gegen Favoriten nutzen
Denn die Schwarz-Gelben sind nicht nur der direkte Nachbar an der Tabellenspitze, sondern auch der kommende Gegner. Erster gegen Zweiter, ein absolutes Topspiel – und Thülen ist dabei (Sonntag, 17 Uhr, Am Rabeloh). „Ja, das ist cool, dass wir in solch einer Ausgangslage sind, wenn es nach Dortmund geht“, meint Heinke – dämpft bezüglich eines weiteren Geniestreichs der Sauerländerinnen aber die Erwartungen. „Von 100 Spielen gegen den BVB II gewinnen wir vielleicht eines“, rechnet der Erwitter vor.
Von 100 Spielen gegen den BVB II gewinnen wir vielleicht eines.
Dominique Heinke, Trainer des SV Thülen
So hat es was vom Duell David gegen Goliath, das man sonst vor allem aus Pokalwettbewerben kennt. „Sollte Dortmund aus irgendeinem Grund einen schlechten Tag erwischen, wollen wir da sein. Wir werden alles reinwerfen“, kündigt der SVT-Coach an. Er verweist aber gleichzeitig auch auf den strukturellen Unterschied zwischen Weltklub und Dorfverein: „Da sind Spielerinnen mit Profiverträgen dabei“, weiß Heinke. Und eine der Top-Spielerinnen in Reihen der Borussia dürfte im Sauerland jeder Fußball-Fan kennen: Nora Willeke aus Marsberg-Giershagen.
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Die 19-jährige Sauerländerin durfte am Mittwochabend im Westfalenpokal bei der „Ersten“ ran, der hochgerüsteten Truppe um Alexandra Popp oder auch Frederike Kempe aus Meschede, die unbedingt in die 2. Bundesliga aufsteigen soll. Zwar wurde Willeke beim 6:0-Heimsieg gegen den 1. FFC Recklinghausen erst in der 77. Minute eingewechselt, nur Sekunden später traf sie aber zum 4:0. Auch in der Liga zeigt die Offensivspielerin, dass sie weiß, wo das Tor steht: Sechs Treffer nach drei Spielen sprechen eine deutliche Sprache.

Auch Thülen hat ähnlich erfolgreiche Knipserinnen – und Akteurinnen, die Dortmunds zweite Mannschaft ärgern können. Sina Seipel zum Beispiel. Die bisher fünf Mal erfolgreiche Angreiferin wird aber mindestens am Sonntag fehlen, im schlimmsten Fall auch länger. „Wir hoffen das Beste“, sagt Heinke mit bangem Blick auf die Bänderverletzung seiner Führungsspielerin. Auch Ronja Buse wird urlaubsbedingt nicht zum Aufgebot zählen. „Wir haben aber auch noch viele andere gute Spielerinnen“, betont Dominique Heinke. Allerdings keine mit Profiverträgen...



