„Start – Ziel“ prangte auf dem Banner am Sportplatz-Gelände, das den „Glücksmomente 24-Stunden-Spendenlauf“ der DJK Grafschaft markierte. Dieses Motto im Hintergrund war aber auch sehr treffend für die Leistung der Fußballerinnen des FC Fleckenberg/Grafschaft, die mit einem 5:0-Sieg bei den Sportfreunden Siegen in die Saison gestartet waren und die Spitze nicht mehr hergaben – und seit Samstag als Meister und Aufsteiger in die Landesliga feststehen.
FC Fleckenberg/Grafschaft feiert Entwicklungssprung und Traum-Saison
Das Geleistete schon unmittelbar nach dem 7:0 (4:0)-Sieg gegen den TuS Oeventrop einzuordnen, fiel FC-Trainer Sören Urban mitten in den Feierlichkeiten gar nicht so leicht: „Ich glaube, dass bei uns in regelmäßigen Abständen Entwicklungssprünge stattfinden. Wann die kommen, ist natürlich schwer vorherzusagen. Aber in diesem Spieljahr haben wir einen ganz großen gemacht.“
Der gute Saisonstart hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Den Lauf haben wir mitgenommen.
Sören Urban, Trainer des FC Fleckenberg/Grafschaft
Gerade in die Hinrunde sei man „sehr gut“ reingekommen. „Der gute Saisonstart hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Den Lauf haben wir mitgenommen. Und wir hatten uns auch das klare Ziel gesetzt, dass wir es besser machen wollen als im letzten Jahr“, sagte Urban. Da war der Fußballclub auf Platz drei gelandet. „Jetzt sind wir mehr als stolz und glücklich, unser Ziel erreicht zu haben“, erklärte der 40-Jährige, der schon seit acht Jahren in Fleckenberg/Grafschaft an der Linie steht.


Zwar hatte Carolin Spreemann gegen Oeventrop in der Nachspielzeit mit dem 7:0 und dem insgesamt 107. Tor der Schmallenbergerinnen den umjubelten Schlusspunkt gesetzt, ein besonderer Treffer war aber das 5:0 mit dem Fleckenberg/Grafschaft aus der Kabine gekommen war (47.). Genetzt hatte zum dritten Mal Eva Hochstein, die damit jetzt bei 40 Saisontoren steht.
Glückwünsche nahm Hochstein dazu aber nur mit Zurückhaltung an. „Es geht um die ganze Mannschaft. Wir sind ein Team und haben die Meisterschaft zusammen gewonnen. Wer die Tore schießt, das ist egal – wir haben es als Team geschafft“, betonte die Goalgetterin.

Hochstein hatte auch schon ein paar Ideen, wie der Titel gebührend gefeiert werden konnte: „Das Sportfest in Grafschaft lädt natürlich schon mal dazu ein.“ Am Sonntag stand demnach eine Planwagenfahrt auf dem Programm, bevor sich die Fußballerinnen wieder zum Sportfest aufmachen wollten. „Bis Dienstag melde ich mich bei allen ab, die mich kennen“, sagte Trainer Urban lachend.
Bierdusche mit Ansage
Dieser musste eine Bierdusche über sich ergehen lassen, das hatte Michael Krähling, der 1. Vorsitzende des VfL Fleckenberg, bereits geahnt. „Und hier kommt noch etwas, das bekommt wahrscheinlich der Trainer auf den Kopf“, flachste er, als er eine XXL-Krombacher-Tulpe an Eva Hochstein überreichte. Auch die Meisterschale vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) wurde bereits am Samstag übergeben, diese nahm Kapitänin Carolin Spreemann entgegen.

Zwar hat Fleckenberg/Grafschaft am kommenden Pfingstwochenende in der Liga spielfrei, am Freitag steht allerdings das Kreispokal-Halbfinalspiel bei der SG Nuhnetal-Züschen-Dreislar-Hesborn auf dem Programm. „Das wollen wir gewinnen, um wieder ins Finale einzuziehen“, unterstrich Urban – genügend Zeit zum Feiern bliebe ja trotzdem.
Auch interessant
Gratulationen überbrachte auch der Gegner. „Verdienter kann man nicht aufsteigen“, sagte Oeventrops Abteilungsleiter Thorsten Stein in Richtung der Verantwortlichen aus Fleckenberg und Grafschaft. Der Stadionsprecher würdigte das Entgegenkommen des TuS Oeventrop, der einer Vorverlegung auf den Samstag zugestimmt hatte, wobei dies der Personalsituation der Gäste nicht zuträglich war. Die Arnsbergerinnen waren mit gerade mal einer Ersatzspielerin angereist, eine weitere kam nach.
Die Torschützinnen
Die Tore zum entscheidenden 7:0 (4:0)-Sieg des FC Fleckenberg/Grafschaft gegen den TuS Oeventrop erzielten Eva Hochstein (3), Julia Vonnahme, Ina Spreemann, Charlotte Schütte und Carolin Spreemann.
„Wir haben uns ordentlich gewehrt. Das hat man vor allem in der zweiten Halbzeit gesehen: dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat. Sonst hätte das hier auch zum Desaster werden können“, sagte Benni Hirnstein vom Trainerteam des TuS, während die FC-Fans Konfetti warfen und die Grafschafter Seifenblasen-Maschine die nächste Ladung über dem Naturrasen verteilte.



