Zusammenfassung
- Der Falke Rothaarsteig-Marathon 2026 kann trotz eines Schweinepest-Falls im Hochsauerlandkreis wie geplant im Oktober stattfinden.
- Die Organisatoren und Behörden haben zusätzliche Schutzmaßnahmen beschlossen, etwa Desinfektions-Schleusen und Zuschauerverbote im Wald.
- Die endgültige Durchführung hängt davon ab, ob sich die Afrikanische Schweinepest weiter ausbreitet, aber die Vorfreude und Anmeldung sind bereits groß.
Der Wildschweinkadaver-Fund beziehungsweise -befund am 26. Februar 2026 in der Nähe von Schmallenberg-Latrop hat die Lage nicht einfacher gemacht. Nach intensiven Gesprächen zwischen Organisatoren und Behörden steht jetzt aber fest: Der Falke Rothaarsteig-Marathon 2026 kann stattfinden! Voller Vorfreude posteten die Veranstalter, dass das Großereignis am Samstag, 17. Oktober, wie erhofft über die Bühne gehen kann.
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„Das Echo war direkt enorm“, erzählt Philipp Börger vom Organisationsteam. Viele Lauf-Fans taten beispielsweise unter den entsprechenden Social-Media-Posts ihre Begeisterung kund. Ab dem 1. Mai ist die Online-Anmeldung zum Rothaarsteig-Marathon 2026 geöffnet.

2025 musste das Flaggschiff unter den Volksläufen im Hochsauerlandkreis noch abgesagt werden, eben wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Damals mussten die Vorbereitungen im Juli jäh gestoppt werden. Man sei „noch mal mit einem blauen Auge davongekommen“, erklärte Börger damals.
Rothaarsteig-Marathon: Veranstalter hoffen trotz ASP auf Durchführung
Auch jetzt ist die Durchführung des Sportevents in genau sieben Monaten noch nicht zu 100 Prozent sicher, dazu müsse noch abgewartet werden, ob sich die ASP im Hochsauerlandkreis nicht doch noch weiter ausbreitet. In dem Fall würde das Kreisveterinäramt natürlich entsprechende Schritte einleiten - und den Marathon womöglich kippen. „Wir planen vorsichtig und ein bisschen zweigleisig. Die kostspieligen Dinge versuchen wir erst möglich spät abzuwickeln“, deutet Börger an, ist aber zuversichtlich, dass es dabei bleibt und im Herbst rund 1000 Ausdauersportler wieder ins Schmallenberger Sauerland kommen.
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2024 waren 1200 Starter angemeldet, 2025 lag man gar auf neuem Rekordkurs, bis im Juli die Absage erfolgte. „Das hat uns auch ein bisschen gewurmt. An sich boomt das Thema, das spüren wir auch“, verrät der 39-Jährige, backt mit seinem Team jetzt allerdings lieber erstmal etwas kleinere Brötchen. „Wenn wir bei 900 oder 1000 Anmeldungen landen, können wir auch zufrieden sein.“
Zahlen zum ASP-Zaunbau im Sauerland
Zur Bekämpfung der ASP wurden Sperrzone II (Ausbruch der ASP bei Wildschweinen) und Sperrzone I (freie Zone als Puffer, 10 km Umkreis um die Sperrzone II) eingerichtet. Zentral in Sperrzone II wurde ein Kerngebiet angelegt, welches größtenteils mit Festzaun (216 km Zaunlänge) umzäunt wurde. Zäune sind in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein um das Kerngebiet herum gebaut worden, damit infizierte Wildschweine das Kerngebiet nicht verlassen können. Die Sperrzone II umfasst bislang ungefähr 664 km². Die außen liegende Sperrzone I hat eine Fläche von ungefähr 907 km². Zusätzlich zur Festzäunung wurden 45 km des Olper Zauns und 20 km des Siegener Zauns mit einer Elektrolitze an der Innenseite des Zauns versehen, um Kontakte zwischen Wildschweinen innerhalb und außerhalb der Zäunung zu verhindern.
Zufrieden ist er in jedem Fall mit der Zusammenarbeit mit den Behörden. „Die Absprachen mit dem Hochsauerlandkreis liefen sehr gut. Am Dienstag war noch ein Termin mit dem Forstamt sowie Stefanie Hellwinkel vom Veterinäramt, um sich vor Ort ein Bild über die Begebenheiten zu machen. Es war zu spüren: Die Behörden wollen unsere Veranstaltung ermöglichen“, berichtet Börger.
Keine Kameradrohnen
Dabei wurde auch über einige neue Schutzmaßnahmen gesprochen. Schließlich liegen nicht nur Start und Ziel am Fleckenberger Sportplatz mitten in der „Sperrzone II“, sondern befinden sich auch die überwiegenden Streckenabschnitte im Risikogebiet. „Zum Beispiel gibt es im Ziel Desinfektions-Schleusen. Auch dürfen im Wald keine Zuschauer an der Strecke stehen, nur in den Ortschaften“, zählt Börger auf.
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Die bisher feststehenden Maßnahmen hält der 39-Jährige aber für „sehr human“. Was schon klar ist, ist zum Beispiel, dass an den Durchgängen der kilometerlangen Schutzzäune Streckenposten stehen werden, um aufzupassen, dass auch ja kein Wildschwein ausbüxt. Dass die Wege nicht verlassen werden dürfen, klingt fast schon logisch. Ebenfalls interessant: Während der Veranstaltung werden keine Drohnen über dem weitläufigen Gelände, das sich quasi über das ganze südliche Schmallenberger Stadtgebiet erstreckt, aufsteigen. „Das haben die Wildschweine wohl gecheckt: Dass Drohnen Gefahr für sie bedeuten, sie flüchten dann“, weiß Börger.
Die Planungen jedenfalls können nun fortgesetzt werden. Nicht nur für Lauf-Fans aus dem Sauerland angesichts des gerade anstehenden Saisonstarts eine absolut motivierende Nachricht.






