Zusammenfassung
- Hannes Wolf, DFB-Direktor für Nachwuchs, stellt beim Brilon die neue Trainingsphilosophie für den Kinder- und Jugendfußball vor.
- Im Mittelpunkt stehen echte Erlebnisse, Teamgeist und moderne Trainingsformen für alle Kinder, nicht nur für die talentiertesten.
- Die neue Spielform wird ab der Saison 2024/2025 bundesweit Pflicht und setzt auf Mitmachmöglichkeiten und Freude am Fußball.
Seine Job-Bezeichnung mag vielleicht etwas sperrig klingen, umso bodenständiger antwortet der DFB-Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung auf die Nachfrage dieser Zeitung. „Beste Grüße nach Brilon“ schickt Hannes Wolf, der am Montag, 9. März, um 18 Uhr einen besonderen Termin im Hochsauerland hat. „Ich freue mich sehr auf die Veranstaltung“, sagt der renommierte Experte vor dem Ereignis, das vor allem für den Gastgeber SV Brilon ein absolutes Highlight darstellt.
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Bei einem Vortrag und einer Praxisdemo wird Wolf ausführlich auf die Zukunft des Kinder- und Jugendfußballs in Deutschland eingehen. Möglich gemacht wurde der Termin durch die Vermittlung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf sowie Dirk Wiese, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Hochsauerlandkreis. „Es ist großartig, dass es gelungen ist, Hannes Wolf nach Brilon zu holen. Die Nachwuchsarbeit ist das Fundament unseres Fußballs – und genau hier setzt die ‚Trainingsphilosophie Deutschland 2026‘ an. Solche Impulse sind gerade für die vielen ehrenamtlich Engagierten in unseren Vereinen enorm wertvoll“, betont Dirk Wiese.
Trainingsphilosophie Deutschland 2026 setzt neue Impulse im Jugendfußball
Gemeinsam mit seinem Kompetenzteam hat Hannes Wolf das Kinder- und Jugendtraining in Deutschland grundlegend neu aufgestellt. Mit der „Trainingsphilosophie Deutschland 2026“ setzt der Deutsche Fußball-Bund neue Maßstäbe in der Ausbildung junger Spielerinnen und Spieler. Die Philosophie liefert kontinuierlich Impulse für alle Alters- und Leistungsstufen und stellt dabei konsequent die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt.
Wir wollen in Zeiten, wo Bildschirme viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, tolle Orte zu schaffen, wo die Kids etwas Echtes machen. Mannschaftssport ist etwas Echtes.
Hannes Wolf, DFB-Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung
Das ist der Anspruch einer umfassenden Neuausrichtung, die in den letzten Jahren aber nicht überall nur Begeisterung auslöste. „Wir wollen dafür sorgen, dass Kinder- und Jugendtraining top ist, dass es für alle gut ist. Natürlich in enger Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Instanzen, auch mit den Leistungszentren im Spitzenbereich. Da haben wir einen ganz tollen Austausch, haben viele Sachen angestoßen und begleitet“, erklärt Wolf auf Nachfrage.
Hannes Wolf: Trainer und TV-Experte
Hannes Wolf (Jahrgang 1981) fungierte schon früh als Spielertrainer. Zunächst bei der SG Eintracht Ergste, dann beim ASC Dortmund. Im Nachwuchsbereich von Borussia Dortmund fiel er schnell als Trainertalent auf und gewann unter anderem 2016 mit der U19 des BVB die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft. Danach trainierte er den VfB Stuttgart, den er 2017 in die Bundesliga zurückführte, sowie den Hamburger SV.
Es folgten Stationen beim KRC Genk und beim DFB, zunächst als U18-/U19-Coach, später als Leiter der Nachwuchsabteilung. Im Herbst 2023 fungierte Wolf gemeinsam mit Sandro Wagner interimsweise als Co-Trainer der deutschen A-Nationalmannschaft.
Bei der Weltmeisterschaft 2018 war Wolf als TV-Experte für die ARD im Einsatz, wenig später arbeitete er in gleicher Funktion für den Pay-TV-Sender Sky im Rahmen der Bundesliga- und Champions-League-Übertragungen.
Der frühere Bundesliga-Trainer in Stuttgart, Hamburg und Leverkusen will vor allem den Breitensport unterstützen. „Nicht nur für die Talentierten, sondern für alle Jungs und Mädels, Früh- oder Spätgeborene, Talentierte und weniger Talentierte – und da brauchen wir Konstrukte, wo wir auf mehreren Feldern spielen. So stellen wir den Kern, die Freude am Spiel, in den Mittelpunkt“, wirbt Wolf für den Weg, den der DFB vor ein paar Jahren einschlug. Nach einer zweijährigen Pilotphase erfolgte zu Beginn der Saison 2024/2025 die bundesweite verbindliche Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball. Sie lösen die bisherigen Wettbewerbe in der G-, F- und E-Jugend ab.

Dass es Skeptiker gab und gibt, weiß Wolf, er ist aber Überzeugungstäter: „Entwicklung ist ein Marathon, kein Sprint“, unterstreicht der 44-Jährige, der schon ganz früh eine Trainerkarriere anstrebte (s. Infobox).
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Das Ziel des DFB-Projektes beschreibt der gebürtige Bochumer voller Leidenschaft: „Wir wollen kleine Lernorte schaffen, wo sich Kinder und Jugendliche gut entwickeln können. Wie genau, das wollen wir in Brilon zeigen. Wir wollen und müssen aber weiter Gas geben, um in diesen Zeiten, wo Bildschirme viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, tolle Orte zu schaffen, wo die Kids etwas Echtes machen. Mannschaftssport ist etwas Echtes, deswegen halten wir die ‚Trainingsphilosophie Deutschland‘ für absolut relevant.“
Praxisdemo mit einer Jugendmannschaft
Im Rembe-Sportpark, dem Vereinsgelände des SV Brilon, wird Hannes Wolf die Trainingsphilosophie dann praxisnah demonstrieren: Am Beispiel einer SVB-Jugendmannschaft wird er zeigen, wie moderne Ausbildungsinhalte konkret umgesetzt werden können. Im Anschluss steht er für Fragen und den Austausch mit Trainerinnen und Trainern, Spielerinnen und Spielern zur Verfügung.

Dass es keine reine Pflichtveranstaltung für den renommierten Experten ist, nimmt man ihm sofort ab. „Ich kenne das Hochsauerland privat sehr gut: Winterberg, Willingen und so weiter“, verrät Wolf. Wegen der Nähe zu Dortmund und vor allem wegen der Landschaft wisse er die Gegend sehr zu schätzen. „Aber auch als Fußballtrainer, als wir in meiner Zeit als Spielertrainer beim ASC Dortmund vor vielen Jahren in der Landes- und Verbandsliga dort gespielt haben“, berichtet der frühere Mittelfeldspieler. „Ich habe auch schon einige Veranstaltungen in der Region gemacht und freue mich total darauf, weil es dort eine coole Fußballkultur gibt.“






