Zusammenfassung
- In Sundern feierten die Zweitliga-Volleyballerinnen des RC Sorpesee am Samstagabend ihren ersten Heimsieg der Saison mit 3:2 gegen den SC Schwerin II nach einem 0:2-Rückstand.
- Besonders überzeugte die junge Mannschaft durch eine starke Aufholjagd, bei der Lena Barthel mit einer Aufschlagserie im dritten Satz den Umschwung einleitete und die Fans in der Halle maßgeblich unterstützten.
- Nach schweren ersten Gegnern sehen Team und Trainer für die kommenden Partien gegen den SC Potsdam II und SVE Cottbus Chancen auf weitere Erfolge.
„Ein Volleyball-Fest“ hatte Linus Tepe, der Teammanager des RC Sorpesee, am Samstagabend gegen den SC Schwerin II miterlebt. Die RCS-Ehrenvorsitzende schloss sich an. „Was für eine Werbung für den Volleyballsport. Was ein geiles Spiel. Und was ein schönes Ergebnis für den RCS. 3:2 nach 0:2“, kommentierte Ute Schlecht den ersten Heimsieg des heimischen Frauen-Zweitligisten in dieser Saison.
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Tatsächlich war der Erfolg im Tie-Break ein besonderer, nicht zuletzt aufgrund des Spielverlaufs. „Das Ergebnis sorgt natürlich für große Erleichterung“, berichtete Cheftrainer Martin Barthel im Gespräch mit dieser Redaktion am Sonntag. Vielleicht war die Partie aber auch ein Brustlöser und Fingerzeig für die weitere Spielzeit. Folgende Punkte sprechen dafür:
Große Moral

Der dritte Satz neigte sich allmählich dem Ende entgegen, da nahm Martin Barthel beim Stand von 15:19 die nächste Auszeit. Es deutete alles auf einen 3:0-Auswärtssieg des SC Schwerin II hin, aber nun schlug die große Stunde von Lena Barthel, die unter anderem mit einer Aufschlag-Serie und drei Assen das Signal sendete: Dieses Ding ist noch nicht gelaufen. Die Gäste machten im dritten Durchgang nur noch zwei Punkte, Sorpesee holte sich den dritten Satz mit 25:21, den vierten mit 25:12 – und schließlich auch den Tie-Break.
Starke Unterstützung der Fans
„Wir sind froh, dass wir den Fans nun etwas zurückgeben konnten“, sagte Barthel mit Blick auf die enorme Unterstützung der Fans in der Halle des Sunderner Schulzentrums. „An die 200 Zuschauer“ feuerten die Gastgeberinnen an. „Die möchten wir mit unserer Leistung natürlich auch überzeugen, wiederzukommen“, betonte Barthel. „Bei so einer engen Kiste kommt es auf alle an. Daher gilt auch unserer ‚blauen Wand‘ ein dickes Dankeschön für den Support. In den vielen knappen Szenen war das sicher noch einmal ein richtiger Schub, der uns echt geholfen hat.“

Entwicklung der Mannschaft
Dass die im Sommer verjüngte Mannschaft nicht direkt wieder in den oberen Tabellenregionen landen wird, war den Verantwortlichen im Vorfeld klar. „Diese Sicherheit und Abstimmung fehlt manchmal noch, das müssen wir noch ein Stück weit lernen“, erläuterte Barthel. Zu diesem Prozess gehört für den 54-Jährigen auch, dass die Spielerinnen mal ins Risiko gehen – wenn das dann auch zu Rückschlägen führt. Aber: Dass die eigene Jugendarbeit Früchte trägt, wurde sichtbar. Junge Spielerinnen aus den eigenen Reihen trauten sich zu, Verantwortung zu übernehmen, und ließen sich in entscheidenden Momenten nicht aus der Ruhe bringen. Der Gegner vom Samstag ist da sogar ein Stück weit Vorbild: Zwar hat Schwerin den jüngsten Kader der Liga, präsentierte sich in Sundern körperlich aber trotzdem enorm stark.

Der Spielplan macht Hoffnung
Dass es fast bis Ende November gedauert hatte, ehe der RC Sorpesee seinen ersten Heimsieg feiern konnte, ist aus Barthels Sicht recht einfach erklärt. „Bonn, unser erster Gegner zu Hause, war einfach unheimlich stark – die Niederlage (0:3 nach Sätzen, Anm. d. Red.) ging in Ordnung. Unser zweiter Gegner hieß Emlichheim, der verlustpunktfreie Meister der Vorsaison.“ Nicht die Kragenweite der Sauerländerinnen, die aber jetzt bewiesen haben, dass sie absolut konkurrenzfähig sind.
Gegen die nächsten vier Gegner darf sich das Team etwas ausrechnen, natürlich erst recht in den Heimspielen. Da heißen die kommenden Herausforderer SC Potsdam II, aktuell Achter und SVE Cottbus, Schlusslicht.



