Als Ben Manga am 10. Mai 2024 einen Vertrag beim FC Schalke 04 als Direktor Kaderplanung unterschrieben hatte, ging es dem Klub gerade ganz dreckig. Soeben war er dem Abstieg in die 3. Liga entkommen, Existenzängste plagten Fans und Mitglieder. Ein „starkes Signal“ sei Mangas Verpflichtung, sagte Schalkes Vorstandschef Matthias Tillmann seinerzeit. Mangas Verständnis von Fußball würde „eins zu eins zum Konzept“ passen.

Knapp über zwei Jahre später einigten sich die Königsblauen und Ben Manga, den noch bis 2028 datierten Vertrag aufzulösen, wie diese Zeitung weiß. Schon seit neun Monaten ist Manga freigestellt. Manga erhält eine hohe Abfindung in knapp siebenstelliger Höhe. Am Abend folgte die offizielle Stellungnahme des Vereins.

Schalke: Manga-Abschied mit warmen Worten

„In offenen und konstruktiven Gesprächen sind wir gemeinsam zu der Überzeugung gelangt, dass nach dem erreichten Aufstieg der richtige Zeitpunkt gekommen ist, die Zusammenarbeit nach der Freistellung im Herbst 2025 auch formal zu beenden“, erklärte Schalke-Sportvorstand Frank Baumann und zollte Respekt: „Ben Manga hat in einer sportlich wie wirtschaftlich herausfordernden Phase große Verantwortung übernommen, wichtige strukturelle Grundlagen geschaffen und dazu beigetragen, den Verein wieder auf Kurs zu bringen.“

firo : 23.01.2026
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 Edin Dzeko of Schalke 04
Profitierten von Ben Mangas Arbeit: Schalke-Sportvorstand Frank Baumann und Kaderplaner Maximilian Lüftl (r.).© Jürgen Fromme /firo Sportphoto | Jürgen Fromme

Auch Ben Manga selbst kam zu Wort: „Der FC Schalke 04 ist ein außergewöhnlicher Traditionsverein mit enormer Strahlkraft und einer einzigartigen Fan-Kultur. Ich bin dankbar für das Vertrauen und stolz darauf, gemeinsam mit meinem Team und vielen engagierten Mitarbeitern wichtige strukturelle Grundlagen geschaffen zu haben. Besonders die nachhaltige sportliche Ausrichtung, die engere Verzahnung zwischen Knappenschmiede und Profibereich sowie die langfristige Kaderplanung lagen mir sehr am Herzen.“

Weiter erklärte Manga: „Ich bin überzeugt, dass der eingeschlagene Weg dem Verein helfen wird, dauerhaft erfolgreich zu sein und die Rückkehr in die Bundesliga nachhaltig zu stabilisieren. Der erreichte Aufstieg ist das Ergebnis harter Arbeit vieler Menschen innerhalb des Vereins. Mein Dank gilt allen Mitarbeitern, Spielern, Trainern und insbesondere den Fans für die Unterstützung und die gemeinsame Zeit. Für die Zukunft wünsche ich dem FC Schalke 04 von Herzen nur das Beste.“

Schalke: Manga brachte zahlreiche Bekannte mit

Manga arbeitete zusammen mit dem damaligen Sportdirektor Marc Wilmots, bekam sehr viel Macht: Er durfte Knappenschmiede-Chef Raffael Tonello und sieben Scouts mitbringen, die Scouting-Abteilung umstrukturieren. Er holte zudem seine Vertrauten Sidney Sam (Co-Trainer) und Stephan Loboué (Torwarttrainer), die im Trainerteam von Karel Geraerts arbeiteten. Auch die Verpflichtung der Integrationsbeauftragten Juan Oburu und Joe Miraglia geht auf Manga zurück. Mittelfristiges Ziel: Bundesliga. Der Erfolg stellte sich jedoch nicht ein.

Manga wollte unbedingt Geraerts loswerden, was der Vorstand aber nicht genehmigte. Dieses Kompetenzgerangel war ein Grundkonflikt der Saison 2024/2025, die ebenfalls missriet, Schalke geriet erneut in Abstiegsgefahr. Auch einige Verpflichtungen Mangas gingen nicht auf. Schon früh stand fest, dass Schalke den vakanten Posten des Sportvorstands neu vergeben und Manga, der zuvor ohne große Widerstände die sportliche Abteilung geführt hatte, damit einen neuen Chef bekommen würde.

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Frank Baumann begann am 1. Juni 2025, gestaltete mit Manga und Wilmots-Nachfolger Youri Mulder eine Transferperiode. Kurz nach dem Ende dieser Periode, am 22. September 2025, folgte die Freistellung. „Wir haben sorgfältig analysiert, was gut funktioniert und wo wir Potenziale sehen“, sagte Baumann. Manga gehörte zu seinem Team fortan nicht mehr.