Etwas mehr als ein Jahr nach der Gründung der Fördergenossenschaft Auf Schalke eG ist es ruhig um das Prestigeprojekt des FC Schalke 04 geworden. Mehr als 8000 Vereinsmitglieder haben inzwischen Geld in die Geno investiert, um dem Verein zu helfen – letztlich ist das Projekt allerdings weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Irrelevant ist die Fördergenossenschaft trotzdem nicht. So wurde eine hohe einstellige Millionensumme von den Mitgliedern eingesammelt, die nun tatsächlich investiert wird. Wie die Schalker im aktuellen Mitgliederbrief verkünden, wird die Geno nun Anteile an der Stadion-Gesellschaft im Wert von 7,5 Millionen Euro kaufen. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Die Genossen kaufen Anteile an der Veltins-Arena.

Schalke 04 besitzt nun mehr als 50 Prozent der Anteile der Stadion-Gesellschaft

Dieser Vorgang hat unmittelbare Auswirkungen auf den Hauptverein (den e.V.): Der Verein verkauft Teilkommanditanteile an die eG im Wert von nominell 2,16 Millionen Euro. Dafür erhält der e.V. rund 7,5 Millionen Euro von der Fördergenossenschaft.

Einen Teil des Geldes nutzt der Verein, um Stadionanteile aus dem Besitz der Stadtwerke Gelsenkirchen zurückzukaufen. 2009 hatte der Klub Kapitalanteile an der Stadion-Gesellschaft an die Stadtwerke übertragen. Mit diesem Schritt erhöht der Verein seine Anteile an der Stadion-Gesellschaft auf über 50 Prozent. Der Verein besitzt somit die Stimmmehrheit, die bei zentralen Entscheidungen von großer Bedeutung ist.

Geno-Kauf der Arena-Anteile hilft Schalke bei der Lizenzierung.

Letztlich hat all das indirekt auch Auswirkungen auf den Sport. Denn im Ergebnis zahlt dieser Schritt auch auf die Eigenkapitalsituation des Vereins ein. Konkret wird das Eigenkapital erhöht, was dem Klub im Rahmen des Lizenzierungsprozesses wiederum hilft, die Eigenkapitalregeln der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu erfüllen. Diese sehen vor, dass Schalke als Zweitligist sein negatives Eigenkapital pro Jahr um fünf Prozent zu verbessern muss, um einen Punktabzug abzuwenden. Konkret sind das knapp fünf Millionen Euro, die die Gelsenkirchener als Überschuss ausweisen müssen.

Schalkes Vorstand und Aufsichtsrat nennen diese Transaktion nach der Refinanzierung der Anleihe und der Ablösung der landesverbürgten Darlehen den „dritten wichtigen Meilenstein der vergangenen Monate“. Die Vereinsführung erklärt weiter: „Wir schwimmen nicht im Geld, um das ganz deutlich zu sagen. Aber wir können selbstbestimmter Entscheidungen treffen – das haben beide Transferperioden in dieser Saison gezeigt und wird sich in den kommenden Monaten und Jahren weiter verstetigen. Wir werden dranbleiben, das ist ein Versprechen.“