Marketing-Experte Raphael Brinkert hat es etwas überraschend nicht in den Aufsichtsrat des FC Schalke 04 geschafft. Anstelle des 48-Jährigen wurden bei der Mitgliederversammlung der Königsblauen Johannes Struckmeier und Stefan Hegmanns in das wichtige Kontrollgremium des Klubs gewählt. Struckmeier behält somit seinen Sitz im Aufsichtsrat, Hegmanns ist neu dabei. Er übernimmt den Platz von Rolf Haselhorst.
Von den rund 2200 stimmberechtigten Mitgliedern in der Arena (je zwei Stimmen bei der AR-Wahl) erhielt Hegmanns 1556 Stimmen – die meisten. Struckmeier wurde von 1376 Personen gewählt. Haselhorst (662) und Brinkert (577) waren bei der Wahl abgeschlagen, wurden regelrecht abgewatscht.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung kam der Aufsichtsrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dabei wurde Axel Hefer erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt – und zwar einstimmig. Sven Kirstein und Johannes Struckmeier wurden zu dessen Stellvertretern ernannt. Über die Zusammensetzung der Ausschüsse wird das elfköpfige Gremium zeitnah beraten.
Schalke: Raphael Brinkert gab sich extrem selbstbewusst
Johannes Struckmeier präsentierte sich in seiner Wahlrede als Fan (Allesfahrer und Dauerkarteninhaber) mit Netzwerk und Expertise. Er stehe nicht für Ego-Shows und Schaumschlagen in den Sozialen Medien. Klare Kritik äußere er nur intern. „Ich möchte, dass wir uns ambitionierte Ziele und Werte setzen – mitgliederbestimmt.“ Schalke solle künftig wieder für erstklassigen Fußball stehen. Bei den Mitgliedern kam das offenbar gut an.
Stefan Hegmanns, der mit seinem Unternehmen Hegmanns AG einer der Top-Sponsoren der Gelsenkirchener ist, betonte in seiner Rede: „Für mich ist der Aufsichtsrat keine Bühne. Von mir werdet ihr nicht viel in den Medien lesen. Wenn ihr das wollt, bin ich nicht euer Mann.“ Vielmehr packe Hegmanns mit an, denke unternehmerisch, verfüge über Erfahrung in Aufsichtsräten und sei in Gelsenkirchen verwurzelt. Für seine Worte erhielt er viel Applaus.
Lesen Sie auch
Marketing-Experte Raphael Brinkert gab sich in seiner Rede extrem selbstbewusst, sagte unter anderem: „Wer Erstklassigkeit will, der muss möglicherweise auch Brinkert wählen.“ Zudem verwies er mehrfach auf sein großes Netzwerk, sprach viel von seinen Qualitäten – womöglich ein bisschen zu viel aus Sicht der Mitglieder.





