Lange pokerte Julian Brandt in diesem Sommer um seinen neuen Klub, ehe Ende Juli die Entscheidung auf Ajax Amsterdam fiel. Nach sieben Jahren bei Borussia Dortmund spielt der offensive Mittelfeldspieler nun für den niederländischen Rekordmeister, viele Ajax-Fans bereiteten ihm einen herzlichen, teils euphorischen Empfang. Doch es gibt auch die Skeptiker.
Zu denen gehört eindeutig Rafael van der Vaart. Der ehemalige Ajax- und HSV-Profi machte aus seiner Meinung zu Brandt keinen Hehl: „Ich finde es übertrieben zu sagen, dass so ein Spieler jetzt bei Ajax spielt und sie dafür sehr dankbar sein müssten. Ajax ist ein ganz großer Verein. (...) Er ist zwar eine gute Verstärkung, aber wir müssen nicht dankbar sein, dass er bei Ajax spielt“, sagte van der Vaart in seiner Rolle als TV-Experte beim niederländischen Sender NOS. Stattdessen müsse der 30 Jahre alte Ex-Dortmunder „froh sein“, dass er für den Cruyff-Klub kicken darf.
Van der Vaart zieht über Ex-BVB-Profi Brandt her
Einmal in Fahrt gekommen, holte van der Vaart noch weiter gegen Brandt aus. „Er ist schon ein bisschen ein Schönwetter-Fußballer“, äußerte der ehemalige Oranje-Star einen Vorwurf, den sich der Ajax-Neuzugang auch immer wieder bei der Borussia anhören musste. „Wenn es läuft, klappt alles, und wenn es nicht läuft, ärgern wir uns darüber.“

Als im TV-Gespräch der Hinweis fiel, dass es gewisse fußballerische Parallelen zwischen ihm zu aktiven Zeiten und Brandt geben würde, reagierte van der Vaart fast schon beleidigt. „Ach, komm schon, er erreicht nicht einmal zwanzig Prozent von dem, was ich war“, entgegnete der 43-Jährige.
Brandt feiert Tor-Debüt für Ajax
Van der Vaart scheint kein großer Fan vom prominenten Neuzugang der Amsterdamer zu sein. Dabei war bereits im ersten Ligaspiel gegen PEC Zwolle zu erkennen, welchen großen sportlichen Wert Brandt für seine neue Mannschaft haben kann. 15 Minuten nach Brandts Einwechslung erzielte Jorthy Mokio das erlösende 1:0 für Ajax. In der Nachspielzeit legten die Gastgeber das 2:0 nach. Der Torschütze: Julian Brandt.
Vielleicht lässt sich mit weiteren solchen Auftritten irgendwann auch ein Kritiker wie Rafael van der Vaart überzeugen.



