Ausführlicher Boss-Auftritt von Carsten Cramer. Im „TOMorrow Business Podcast“ sprach der Sprecher der BVB-Geschäftsführung fast zwei Stunden über Borussia Dortmund, die Strahlkraft von Schwarzgelb und das Geschäft im Allgemeinen. Gerade in gesellschaftlich unruhigen Zeiten sieht der 57-Jährige Fußballvereine wie den BVB als emotionalen Anker für viele Menschen. „Kirche, Religion, Politik kommen alle ins Straucheln. Familie gibt einem Rückhalt. Aber die schwarzgelbe Fußballfamilie hat auch eine starke Bindungskraft“, sagte Cramer.
„Du bist jetzt der 23. oder 24. Journalist, der...“
Ein Thema war auch Nico Schlotterbecks Vertragsverlängerung bis 2031. Rund um die Unterschrift des Nationalspielers hatte es zahlreiche Spekulationen über die verankerte Ausstiegsklausel gegeben. Schlotterbeck soll sich auch nach Informationen dieser Redaktion eine Regelung gesichert haben, die schon in diesem Sommer, wenige Monate nach seiner Unterschrift, einen Wechsel zu ausgewählten Top-Klubs (angeblich dem FC Barcelona, Real Madrid oder dem FC Liverpool) ermöglichen könnte.

Cramer konnte sich dazu einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. „Wenn ich dich als Journalist bezeichnen darf: Du bist jetzt der 23. oder 24. Journalist, der es nicht geschafft hat, die Vertragskonstellation zu einhundert Prozent zutreffend wiederzugeben. Ich habe bisher noch keinen getroffen – alle sind ja gut informiert und wissen Bescheid –, der die Konstellation so wiedergegeben hat, wie wir sie gemeinsam unterschrieben haben.“
Grundsätzlich machte der BVB-Geschäftsführer deutlich, dass der BVB auch künftig keine Vertragsdetails öffentlich diskutieren werde. Gleichzeitig widersprach er der häufig emotional geführten Debatte über Ausstiegsklauseln. „Die Ausstiegsklausel an sich als Stilmittel in Verträgen per se zu verdammen, ist okay, aber realitätsfremd. Es wird immer mal wieder Situationen geben, in denen man auf besondere Vertragsrahmenbedingungen eingehen muss. Es kann dann auch mal sein, dass Ausstiegsklauseln zum Werkzeug des Vereins oder des Spielers dazugehören. Wie und wann wir sie wo einsetzen, werden wir nicht kommentieren.“
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Natürlich durfte auch ein anderer Name in dem Gespräch nicht fehlen: Marco Reus. Der langjährige Kapitän lässt seine Karriere bei Los Angeles Galaxy in Kalifornien ausklingen, die Verbindung nach Dortmund sei laut Cramer aber weiterhin eng. „Der Kontakt ist nie abgerissen. Marco ist ein Dortmunder Junge. Er hat eine riesige Strahlkraft – nicht nur für den BVB, sondern für den deutschen Fußball.“

Schon rund um die Klub-WM habe es gemeinsame Aktionen gegeben. Grundsätzlich könne sich der BVB gut vorstellen, Reus künftig noch stärker als Botschafter des Klubs einzubinden – unabhängig davon, ob er dauerhaft in den USA bleibt oder irgendwann zurück ins Ruhrgebiet zieht. „Davon weiter zu profitieren, gemeinsam ein paar Dinge zu machen, natürlich verstärkt, wenn er seine Karriere beendet, das können wir uns gut vorstellen. Da kenne ich aber noch nicht seinen Plan, weil er eher von Saison zu Saison denkt. Wir sind weiter in Kontakt, machen ein paar Dinge – zur Klub-WM haben wir schon etwas gemacht. Er wird zukünftig weiter als Botschafter für den BVB arbeiten, völlig unabhängig davon, ob er in den USA leben wird oder zurück ins Ruhrgebiet kommt.“







