Ein außergewöhnlich langer und in vielerlei Hinsicht denkwürdiger Sonntag in der Geschichte von Borussia Dortmund ist zu Ende gegangen. Erst um 0.14 Uhr schloss der neu gewählte Präsident Hans-Joachim Watzke die Jahreshauptversammlung – ein Termin, der unter dem Eindruck eines deutlichen Wahl-Denkzettels endet.
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BVB-Hammer um Watzke: Die Blitz-Analyse der Präsident-Wahl
Echte Tiefe – den BVB verstehen
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E-Mail Schon am heutigen Montag ging es weiter: Der BVB ludt zur Aktionärsversammlung in der Westfalenhalle 3. In unserem Ticker, in dem Sie auch noch einmal alle Entwicklungen der gestrigen Mitgliederversammlung nachlesen können, finden Sie die wichtigsten Aussagen und Fakten.
CRAMER: WAHLEN NEHMEN WIR ALS ANSPORN! Carsten Cramer tritt ans Podium, blickt noch einmal auf die 13-stündige MV vom Vortag zurück. "Dieser Verein nimmt die Menschen mit", sagt der Geschäftsführer. "Borussia Dortmund interessiert und bewegt die Menschen, in positiven und negativen Momenten. Die Mitgliederversammlung war sinnbildich dafür." Cramer liegt ein Thema besonders am Herzen. "Der vielfach zitierte Missbrauchsfall hat uns zutiefst erschüttert, weil wir glaubten als Borussia Dortmund durch unsere Konzepte und unser Commitment so etwas ausschließen zu können. Wir sind als Vertreter dafür verantwortlich." So etwas dürfe nie wieder passieren, es folgt eine Entschuldigung des Bosses. Es werde eine vollständige Aufklärung folgen.Dann reagierte er noch einmal auf die Präsidenten-Wahl von Watzke, der von den Mitgliedern nur 59 Prozent der Stimmen bekam. "Das waren alles keine Ergebnisse, die wir uns erhofft hatten", gab er offen zu und sagte: "Es war in den Medien von Denkzettel die Rede. Seien sie sicher, dass wir das als Ansporn nehmen, ein besseres Bild zu schaffen. Wir werden ab heute wieder gemeinsam für die erfolgreiche Zukunft von Borussia Dortmund arbeiten."
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Wir beenden an dieser Stelle den Ticker. Vielen Dank fürs Mitlesen und bis zum nächsten Mal!
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Die Wortmeldungen sind jetzt abgeschlossen. Letzer Punkt der Tagesordnung: Abstimmungen.
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Es laufen weitere Wortmeldungen von Aktionären, die in Teilen eher kurios sind. Die wichtigen Themen sind abgeräumt.
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Der Rheinmetall-Vertrag werde nicht einfach aufgekündigt, stellt Marketing-Geschäftsführer Cramer klar. Er erinnert dann an Watzkes Worte des Vortags, bei denen es um eine mögliche Vertragsverlängerung mit dem umstrittenen Rüstungskonzern geht. "Wir werden das mit den Gremien zu passender Gelegenheit zu diskutieren", sagt Cramer. Er betont: Die Sponsorenpartnerschaft habe keine negativen Auswirkungen auf die BVB-Beliebtheitswerte.
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Jetzt werden die Fragen beantwortet. Kompetenz-Verteilung und die Frage des Vorsitzes werde an anderer Stelle kommuniziert, sagt Finanz-Geschäftsführer Treß.
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Gefragt wurde unter anderem, ob es nach dem Watzke-Aus wieder einen Vorsitzenden der Geschäftsführung geben wird und wie dessen Kompetenzen unter Cramer, Treß und Ricken verteilt werden. In einem weiteren Wortbeitrag geht es um das umstrittene Rheinmetall-Sponsoring. Alle Fragen werden im Anschluss an die Fragerunde en bloc beantwortet.
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Inzwischen laufen die Wortbeiträge der Aktionäre.
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Thomas Treß stellt nun die Zahlen vor. Die waren bereits bekannt. Borussia Dortmund hat den höchsten Konzernumsatz seiner Vereinsgeschichte erzielt: Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 16,9 Millionen auf insgesamt 526 Millionen Euro. Transfereinnahmen und -ausgaben sind dabei nicht berücksichtigt. Die Bruttokonzerngesamtleistung inklusive Transfers sank wegen zurückgegangener Transfereinnahmen auf EUR 589,6 Millionen Euro, nachdem man hier im Vorjahr 639 Millionen verbuchen konnte. Der Gewinn lag bei 6,5 Millionen Euro, nachdem es vor einem Jahr noch 44,3 Millionen gewesen waren.
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Ricken schließt seine Rede mit einem Blick auf den Sonntag ab: "Vor der Präsidentsschaftswahl gab es viel Unruhe. Aber wir haben gezeigt, dass wir ein sicherer Ort für unsere Fans sind. Wir haben nicht gestritten, sondern kontrovers diskutiert bis tief in die Nacht. Lassen Sie mich eins sagen: Spaltung gibt es draußen genug. Wir sollten uns darauf besinnen, was uns verbindet."
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RICKEN STÄRKT NACHWUCHSKONZEPT Ricken erklärt, Niko Kovac sei im Februar der bestmögliche Trainer für Borussia Dortmund gewesen. "Niko ist in Berlin-Wedding aufgewachsen. Da geht es rau zu und offen. Da wird ehrlich gearbeitet und malocht. Als wir das Kämpfen und Rennen kombiniert haben, waren wir als Borussia Dortmund wieder erfolgreich. Kaum eine Mannschaft steht so für Champions League wie Borussia Dortmund. Es wird nicht leichter. Die Engländer geben auf dem Transfermarkt Milliarden aus, die haben mehr Geld. Aber da sollten wir nicht jammern, sondern das als Ansporn nehmen." "Wir haben vier Spieler aus dem englischen Markt verpflichtet zu einem richtig guten Preis. Dafür haben wir Jamie Bynoe-Gittens sehr werthaltig verkauft. Wenn wir das strategisch klug wieder investieren, werden wir weiter konkurrenzfähig sein." Die Jugend bleibe das Herzstück des Verein. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 70 bis 80 Millionen Euro für Spieler eingenommen, die bei uns ausgebildet worden sind." Ricken erwähnt Mathis Albert, Samuele Inacio, Mussa Kaba und Luca Reggiani als neue Juwele.
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Jetzt tritt Lars Ricken ans Mikrofon. "Es gibt wenig Persönlichkeiten, die ihren Verein 20 Jahre geprägt haben: Uli Hoeneß und Hans-Joachim Watzke", beginnt der Sport-Boss. Doch der Hoeneß vom Borsigplatz werde Watzke nicht. Ricken optimistisch: "Der Übergang in der Geschäftsführung ist nicht selbstverständlich. Er hat uns sehr frühzeitig den Raum gegben, Verantwortung zu übernehmen. Ich kann nur sagen, dass wir sehr glücklich sind, dass wir seine Expertise und Erfahrung weiter nutzen können. Akis Erfolg von Borussia Dortmund beruhte immer auf Vertrauen. Ich musste in meinem ersten Jahr viele Entscheidungen treffen, da hat mir Aki vertraut. Es gab Indiskretionen und Illoyalität."
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Cramer mit flammender Rede: "Ja, wir sind 13 Jahre kein deutscher Meister geworden, trotzdem ist die Unterstützung unserer Fans, Partner, Sponsoren größer geworden. Diese Gemeinschaft hat etwas, was die Menschen anzündet. Das weiterzuentwickeln, ist die Herausforderung der Geschäftsführung. "Was gestern aus meiner Sicht untergegangen ist", fügt Cramer hinzu und blick noch einmal auf die Mitgliederversammlung des e.V. "Im Kerngeschäft sind wir ein Fußballverein. Es kamen Vergleiche mit dem 1. FC Köln. Da bin ich sehr froh, für Borussia Dortmund zu arbeiten! Wir haben uns in den letzten zehn Jahren für die Champions League qualifiziert. Im Uefa-Raking sind wir auf Platz sieben, Platz sieben!" Der Sport sei mit Ricken, Kehl und Kovac hervorragend aufgestellt. "Ich will es nicht schönreden, aber will es auch nicht schlechter machen als es ist", so Cramer. Zudem soll der Frauenfußball bei Borussia Dortmund weiter gefördert werden. "500 Millionen Euro sind längst nicht das Ende der Fahnenstange. Wir werden den Frauenfußball auf nachhaltige Beine stellen. Wir bauen ein neues Trainingsgelände bauen. Die Mannschaft wird spätstens 2029 in der Bundesliga spielen." In Aussicht stehe sogar das EM-Eröffnungsspiel 2029 im Signal-Iduna-Park, sollte der DFB den Zuschlag erhalten.
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Es beginnt mit der Tagesordnung. Punkt 1: Vorlage des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses zum 30. Juni 2025, des zusammengefassten Lageberichts für die Gesellschaft und den Konzern mit demerläuternden Bericht zu den Angaben nach §§ 289a, 315a HGB und des Berichts de sAufsichtsrates jeweils für das Geschäftsjahr 2024/2025; Beschlussfassung über die Feststellung des Jahresabschlusses zum 30. Juni 2025. Zur Erinnerung: Borussia Dortmund hat im Geschäftsjahr 2024/25 einen Konzernumsatz in Höhe von 526,0 Millionen Euro erzielt und damit den höchsten in der Geschichte. Eine Dividendenausschüttung von 6 Cent pro Aktie wird auf dem Podium vorgeschlagen.
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Übrigens: Vor dem Gebäude gab es erneut vereinzelten Protest gegen das umstrittene BVB-Sponsoring mit Rheinmetall . "Rote Karte für den Werbedeal" hieß es auf einem großen Banner, zudem wurden Flyer verteilt.
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Die Tagesordnung:
1. Vorlage des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses zum 30. Juni 2025, des zusammengefassten Lageberichts für die Gesellschaft und den Konzern mit demerläuternden Bericht zu den Angaben nach §§ 289a, 315a HGB und des Berichts de sAufsichtsrates jeweils für das Geschäftsjahr 2024/2025; Beschlussfassung über die Feststellung des Jahresabschlusses zum 30. Juni 2025
2. Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns
3. Beschlussfassung über die Billigung des Vergütungsberichts für das Geschäftsjahr 2024/2025
4. Beschlussfassung über die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafterin für das Geschäftsjahr 2024/2025
5. Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2024/2025
6. Wahl des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2025/2026 sowie des Abschlussprüfers für eine etwaige Prüfung oder prüferische Durchsicht des verkürzten Abschlusses und des Zwischenlageberichts gemäß §§ 115Abs. 5, 117 Nr. 2 WpHG im Geschäftsjahr 2025/2026
7. Beschlussfassung über die Bestätigung der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates und des zugrundeliegenden Vergütungssystems für die Aufsichtsratsmitglieder
8. Beschlussfassung über die Änderung der Satzung in Ziffer 3 Satz 2 von § 6 (Persönlich haftende Gesellschafterin)
9. Beschlussfassung über die Aufhebung des bisherigen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2021), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals mit Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss (Genehmigtes Kapital 2025) und entsprechende Änderung der Satzung in Ziffer 3 von § 5 (Aktien)
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