Es lief die sechste Minute der Nachspielzeit, da explodierte die Stimmung auf der Südtribüne im Dortmunder Regen: Pyrotechnik, Jubel, Ekstase! Maximilian Beier, eingewechselt in der 68. Minute, avancierte zum Mann des Abends und sicherte Borussia Dortmund den späten, aber ob der überlegenen zweiten Halbzeit verdienten 1:0 (0:0)-Sieg gegen den 1. FC Köln. Der BVB setzt damit seine beeindruckende Heim-Siegesserie fort, holte in vier Partien zehn Punkte.
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Dabei sah es lange nach einem torlosen Abend aus. Nach einer wenig überzeugenden ersten Halbzeit und Chancenwucher im zweiten Abschnitt brauchte es eine Ecke von Julian Ryerson, einen Fabio Silva, der den Abschluss verpasst, und einen Maximilian Beier, der den Ball am Ende an FC-Keeper Marvin Schwäbe vorbei ins Tor drückte.
Dabei stand jemand ganz anderes vor der Partie im Fokus: Said El Mala. Das 19 Jahre alte Talent der Kölner war nach dem Ausfall von Jan Thielmann in die FC-Startelf gerutscht. BVB-Trainer Niko Kovac wusste schon im Vorfeld, was seine Mannschaft erwarten würde: „Der Kleine hat schon tolle Sachen gezeigt. Wir wissen genau, was er kann.“ Dass El Mala sich auch von der großen Kulisse im Signal-Iduna-Park nicht beeindrucken ließ, wurde Kovac und seinem Team schon noch wenigen Minuten bewusst: Zwei Ecken holte der Youngster in der in den ersten 300 Sekunden heraus.
Beim BVB kehrte Carney Chukwuemeka nach überzeugender Leistung im Champions-League-Duell gegen Kopenhagen zurück in die erste Elf. Mit seiner Kreativität, seinem Spielwitz sollte er das Mittelfeld der Dortmunder beleben, wie Niko Kovac vor der Partie betonte. „Rotieren“ wolle der BVB-Trainer aktuell und begründete so den erneuten Bankplatz von Jobe Bellingham.
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Mit Ideen glänzen konnte der BVB nur selten, zumindest in der Anfangsphase. Anders El Mala, der in der 19. Minute das 1:0 auf dem Fuß hatte: Bedient von Marius Bülter, startete er über die linke Seite, zögerte dann aber zu lange. Auch dem heranstürmenden Rami Bensebaini war es zu verdanken, dass der Flachschuss schlussendlich rechts knapp am Tor vorbeiging. Zeigt das Kölsche Wunderkind doch noch Nerven? Wie menschlich.
Zwar konnten Serhou Guirassy (15.) mit einem Volleyschuss und der ebenfalls in die Startelf zurückgekehrte Pascal Groß mit einem unsauberen Direktversuch (22.) Marvin Schwäbe testen. Vor große Herausforderungen stellten sie den FC-Torwart aber nicht. Die erste Hälfte war in den Händen der Kölner – oder am Fuß von El Mala.

Viel war in den vergangenen Tagen über Serhou Guirassy diskutiert worden. Der Stürmer wirkte zuletzt angeschlagen, konnte noch nicht so begeistern, wie es die BVB-Fans aus der vergangenen Spielzeit gewohnt waren. Auch gegen den FC zeigte sich der Guineer nicht immer von seiner sichersten und explosivsten Seite. Aber auch Sturmkollege Karim Adeyemi blieb an diesem Samstagabend blass.
Chancen im Überfluss für den BVB – nur das Tor fehlt
Welche Worte BVB-Trainer Niko Kovac in der Halbzeit fand? Die richtigen. Denn mit dem Wiederanpfiff lag die BVB-Führung in der Luft. Ob Guirassy, der zu Boden ging, bevor ein schneller Einwurf von Daniel Svensson und ein cleverer Querpass von Pascal Groß ihn erreichen konnten (52.), ein scharf geschossener Direktversuch des Stürmers (53./62.) nach Zuspiel von Felix Nmecha, ein Abschluss von ebendiesem (60.): Der BVB machte Druck, es mangelte nur an Effizienz im Abschluss. Auch Kapitän Nico Schlotterbeck scheiterte aus kurzer Distanz im dem Kopf (68.).
Während Trainer Kovac an der Seitenlinie versuchte, seine Mannschaft noch einmal nach vorne zu peitschen, und mit dem zuletzt starkem Fabio Silva (79.), Julian Brandt (85.) und Jobe Bellingham (85.) noch einmal frische Kräfte brachte, verzweifelte der BVB weiter vor dem Kölner Tor. Jedenfalls bis zur sechsten Minute der Nachspielzeit, als Maximilian Beier nach einer durchgerutschten Ecke den Ball durch Freund und Feind ins Tor bugsierte.
Verletzung von Kölner Timo Hübers
Unschöne Szenen zum Ende der Partie: Timo Hübers blieb nach einem Zweikampf mit Serhou Guirassy auf dem Rasen liegen, die Mitspieler signalisierten gleich: Für den Kölner Abwehrspieler, der sich schmerzverzerrt ans Knie fasste, ging es nicht weiter. Mit dem Trikot vor dem Gesicht wurde er auf der Trage vom Feld getragen. Noch ein Grund für die Kölner von Lukas Kwasniok, mit Sorgen zurück nach Köln zu fahren.





