Gesa Krause hat in einem dramatischen Finale Gold über 3000 Meter Hindernis bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gewonnen und dem deutschen Team den ersten Titel bei den kontinentalen Titelkämpfen beschert. Bronze gewann Olivia Gürth. Dramatisch verlief das Finale für Lea Meyer, die auf Medaillenkurs am letzten Wassergraben stürzte und Vierte wurde. Auch bei der WM 2022 war ihr im Vorlauf dieses Missgeschick passiert.

„Mir geht es scheiße. Ich behaupte: Ich bin die beste Hindernisläuferin Europas. Ich finde, ich hätte die Medaille verdient. Dennoch darf so ein Sturz nicht passieren. Das ist dämlich“, sagte eine sichtlich enttäuschte Meyer im ZDF. „Es ist einem bewusst, dass Gesa nicht einen Meter etwas macht. Sie sitzt das aus und rennt dann hintenraus. Ich habe drauf gewartet und wollte wachsam sein“, sagte eine sichtlich gefrustete Meyer. „Ich sage, heute haben die besten Wettkämpferinnen gewonnen. Spätestens 2028 in LA stehe ich als deutsche Rekordhalterin da. Ich gehöre an die Spitze Europas.“ In den frühen Morgenstunden ruderte Meyer dann zurück. In einer Stellungnahme bei Instagram schrieb die 28-Jährige: „Gesa ist verdient Europameisterin geworden. Sie hat die beste Taktik gewählt und ihre Stärke ausgespielt.“

Leichtathletik: Europameisterschaft
Lea Meyer landete kurz vor dem Ziel im Wassergraben und wurde Vierte.© dpa | Lee-Ellis

Die neue Europameisterin selbste zeigte sich im Interview nach ihrem Erfolg freudestrahlend: „Mir fehlen die Worte. Am Anfang ist es immer leicht, wenn man nichts zu verlieren hat. Es ist eine Challenge, es zu wiederholen und oben zu bleiben. Mittlerweile muss ich niemandem etwas beweisen. Ich habe mir mein eigenes Lebenswerk geschaffen. Heute war etwas ganz Besonderes“, sagte Krause hinterher im ZDF nach Rückschlägen bei und vor den vergangenen Europameisterschaften in München und Rom.

Vor 14 Jahren gewann Krause Bronze

Krause feierte ihren dritten EM-Triumph nach 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin. Für Gürth ist Bronze der größte Erfolg in der Karriere der 24-Jährigen, die im Juniorenbereich aber schon mehrmals Europameisterin wurde. Silber gewann die Titelverteidigerin Alice Finot aus Frankreich.

Die 3.000 Meter Hindernis sind auf europäischer Bühne schon seit Jahren eine deutsche Domäne. Zuletzt hatte es 2012 in Helsinki zwei Medaillen für Deutschland gegeben. 

Schon damals war Krause, die seit Frühjahr 2023 Mama einer Tochter ist, dabei und holte Bronze. Zwei Jahre später bejubelte Antje Möldner-Schmidt den ersten EM-Titel einer deutschen Läuferin in dieser noch relativ jungen Leichtathletik-Disziplin, die erst seit 2006 Teil von Europameisterschaften ist. dpa/dör