Etwa anderthalb Jahre ist es her, seit im Sommer 2024 die besten europäischen Männer-Nationalmannschaften in Deutschland um den EM-Titel gespielt haben. Erinnerungen werden wach an hüpfende Holländer, feiernde Schotten – und einen Engländer, der Gelsenkirchen auf Twitter als „Shithole“ bezeichnete (inzwischen hat er seine Meinung geändert!).

In etwa dreieinhalb Jahren kann NRW auf einen ähnlichen Partysommer hoffen: Deutschland hat den Zuschlag für die Frauen-Europameisterschaft bekommen. Die EM der Fußballerinnen wird – nach 1989 und 2001 – zum dritten Mal in Deutschland ausgetragen.

Frauen-EM 2029 in NRW – Wüst: „spektakuläre Sportstätten“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut: „Mit Dortmund, Düsseldorf und Köln stellt Nordrhein-Westfalen die meisten, größten und beeindruckendsten Sportkulissen“, sagte Wüst. „Wir bieten spektakuläre Sportstätten, sportbegeisterte Zuschauer und so viel Erfahrung mit der Durchführung von großen Sportevents wie keine andere Region.“

Mit den Stadien in Dortmund, Düsseldorf und Köln sind also drei der vier NRW-Spielorte der EM 2024 wieder dabei. In der Gelsenkirchener Veltins-Arena finden hingegen keine Spiele statt. Die Stadien im Detail:

BVB Stadion Dortmund (Dortmund)

Der Signal-Iduna-Park in Dortmund repräsentiert bei der EM 2029 das Ruhrgebiet.
Der Signal-Iduna-Park in Dortmund repräsentiert bei der EM 2029 das Ruhrgebiet.© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

In der Bundesliga ist der Signal-Iduna-Park des BVB das Stadion mit dem größten Fassungsvermögen. Bei der EM werden laut DFB jedoch nur 66.099 Plätze zur Verfügung stehen (bei internationalen Spielen gibt es keine Stehplätze). Damit ist das Dortmunder Stadion nur das zweitgrößte hinter der Münchener Allianz-Arena. Adresse: Strobelallee 50, 44139 Dortmund

Düsseldorf Arena (Düsseldorf)

Luftbild, Bundesligastadion MERKUR SPIEL-ARENA Fußballplatz Fortuna Düsseldorf 1895 mit offenem Dach, umgeben von herbstlichen Laubbäumen, Stockum, Düsseldorf, Rheinland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Die Merkur Spiel-Arena wird wie schon bei der Männer-EM Austragungsort.© www.blossey.eu / FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Das drittgrößte Stadion des Turniers steht in der Landeshauptstadt. Die Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena wird dem DFB zufolge 50.911 Plätze fassen. Aufgrund der Nähe zum Flughafen dürfte der Spielort für viele europäische Fans attraktiv sein. Adresse: Arena-Straße 1, 40474 Düsseldorf

Cologne Stadium (Köln)

Luftbild, Bundesligastadion RheinEnergieStadion
des 1. FC Köln, ehemals Müngersdorfer Stadion Fußballplatz und Trainingsplätze umgeben von herbstlichen Laubbäumen, Müngersdorf, Köln, Rheinland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Mit dem Kölner Rheinenergiestadion ist das Rheinland noch ein zweites Mal vertreten.© www.blossey.eu / FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Von den drei NRW-Stadien ist Köln das derzeit einzige mit einer Frauenmannschaft in der ersten Bundesliga. Das Rheinenergiestadion ist seit 2010 Austragungsort des DFB-Pokalfinals der Frauen. Bei der EM wird es laut DFB 46.044 Fans Platz bieten. Adresse: Aachener Straße 999, 50933 Köln

Die Stadien der Frauen-EM 2029 im Überblick

Wie bei Welt- oder Europameisterschaften üblich, erhalten die Stadien für die Dauer des Turniers einen Namen, der nicht den eigentlichen Sponsor in sich trägt:

  • Dortmund: BVB Stadion Dortmund / eigentlich: Signal-Iduna-Park (66.099 Plätze)
  • Düsseldorf: Düsseldorf Arena / Merkur Spiel-Arena (50.911 Plätze)
  • Frankfurt: Frankfurt Arena / Deutsche Bank Park (50.500 Plätze)
  • Hannover: Niedersachsenstadion / Heinz von Heiden Arena (44.756 Plätze)
  • Köln: Cologne Stadium / Rheinenergiestadion (46.044 Plätze)
  • Leipzig: Leipzig Stadium / Red Bull Arena (41.193 Plätze)
  • München: Munich Football Arena / Allianz-Arena (69.901 Plätze)
  • Wolfsburg: Wolfsburg Arena / Volkswagen Arena (26.146 Plätze)
Können die deutschen Frauen auch bei der EM im eigenen Land 2029 jubeln?
Können die deutschen Frauen auch bei der EM im eigenen Land 2029 jubeln? © Getty Images | Eddie Keogh

Spielplan und Modus

Einen genauen Spielplan gibt es noch nicht. Fest steht, dass bei dem Turnier – wie in diesem Jahr in der Schweiz – 16 Teams antreten werden. Daher ist davon auszugehen, dass diese Mannschaften eine Vorrunde in vier Gruppen spielen. Darauf folgen die Viertelfinals, die Halbfinals und das Finale. Welche Partie in welchem Stadion gespielt wird, steht auch noch nicht fest.

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Blick in die Historie: In diesen Stadien wurde 2001 und 1989 gespielt

Bei der letzten Heim-EM 2001 holte Deutschland den Titel. Im Finale bezwangen die DFB-Frauen Schweden mit 1:0, das Tor erzielte Claudia Müller in der Verlängerung. Austragungsort des Finalspiels war das mit 18.000 Fans ausverkaufte Donaustadion in Ulm. Der Blick auf die weiteren Turnierspielorte (Aalen, Erfurt, Jena, Reutlingen) zeigt zum einen, dass der Ball ausschließlich in Stadien in Thüringen und Baden-Württemberg rollte. Zum anderen waren die Stadien deutlich kleiner, als es 2029 der Fall sein wird.

Gehen wir noch weiter zurück, landen wir bei der ersten Frauen-EM in Deutschland 1989. Damals konnte die deutsche Mannschaft sich erstmals zum Frauen-Europameister krönen. Deutschland gewann das Finale in Osnabrück mit 4:1 gegen Norwegen. Nur die Endrunde der letzten vier Mannschaften fand damals in der Bundesrepublik statt. Die beiden Halbfinals wurden im Nattenberg-Stadion Lüdenscheid (Schweden gegen Norwegen) und im Siegener Leimbachstadion (Deutschland gegen Italien) gespielt. Wenn der Ball 2029 rollt, wird es das erste Mal seit 40 Jahren sein, dass ein Frauen-EM-Spiel in NRW ausgetragen wird.

Leimbachstadion der Sportfreunde Siegen, Tribünendach mit Solarpanel, Siegen-Rosterberg, Siegen, Siegerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Im Leimbachstadion tragen die Sportfreunde Siegen ihre Heimspiele aus. 1989 setzen sich die deutschen Frauen hier im Halbfinale nach Elfmeterschießen gegen Italien durch.© www.blossey.eu / FUNKE Foto Services | Hans Blossey