Fledermäuse gehören wohl zu den beeindruckendsten Säugetieren überhaupt. Mehr als 1500 Arten bevölkern heute jeden Kontinent außer der Antarktis. Die kleinen Säuger orientieren sich per Ultraschall-Echoortung durch die Nacht und werden erstaunlich alt für ihre Körpergröße. Doch woher die Tiere stammen und wie sich ihre Fähigkeiten entwickelten, ist unter Fachleuten seit Jahrzehnten umstritten. Frühere Studien gingen mal davon aus, dass die Fledermaus ihren evolutionären Ursprung in Nordamerika hat, dann wieder in Afrika oder in Asien.

Ein internationales Forschungsteam hat sich dieser Frage nun erneut gewidmet und die Ergebnisse im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten dafür die Erbgutinformation von 103 Fledermausarten – darunter 42 komplett neue Genome – und deckten damit erstmals alle 21 bekannten Fledermausfamilien ab.

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Fledermäuse haben Ursprung wohl in Europa

Mithilfe statistischer Modelle und der Untersuchung von 44 weiteren fossilen Arten, simulierten sie die Ausbreitungswege der fliegenden Säuger. Die Forscher kamen so zu dem Schluss: Die ältesten Vorfahren der Fledermäuse lebten im späten Paläozen – und zwar in Europa.

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Dort soll damals ein deutlich wärmeres, subtropisches Klima geherrscht haben. Und von dort aus breiteten sich die Ur-Fledermäuse in mehreren unabhängigen Wellen nach Afrika, Nordamerika, Asien und schließlich sogar bis nach Südamerika und Australien aus.

Evolutionsbiologie: Geheimnisse der Fledermäuse gelüftet

Auch gelang es den Forschern den Chromosomensatz des Ur-Fledertiers nachzubauen. 26 Chromosomen, aus denen sich die heutige Vielfalt überwiegend durch Verschmelzungen – nicht durch Aufspaltungen – entwickelt hat.

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Die Studie lüftet damit ein echtes Geheimnis der Evolutionsbiologie. Zudem könnten die Arbeit der Forscher und die gewonnenen Daten, weitere Untersuchungen zu Fledermäusen ermöglichen. Etwa zu der Frage, warum Fledermäuse so krankheitsresistent und langlebig sind.

FMG