Die ersten Gewichtsschwankungen erlebt Katharina Hausbeck in der Pubertät. Dennoch fühlt sie sich in ihrem Körper grundsätzlich wohl und akzeptiert es, etwas mehr auf den Rippen zu haben. Während ihrer Ausbildung wiegt sie zwischen 80 und 86 Kilo bei einer Körpergröße von 1,71. „Ja, das war nicht wenig, aber mir hat es nichts ausgemacht. Ich habe zu der Zeit auch Sport getrieben und mich gut gefühlt“, erzählt die gelernte Krankenschwester.

Katharina ist 32 Jahre alt, als sie das Gefühl hat, dass etwas aus dem Ruder läuft und sie ihr Gewicht nicht mehr unter Kontrolle hat. Zu dem Zeitpunkt ist sie frischgebackene Mama von Zwillingen, hat mit den beiden alle Hände voll zu tun und bringt allmählich immer mehr Kilos auf die Waage. Beim Gewicht von 127 Kilo zieht sie schließlich die Reißleine und möchte abnehmen. Auslöser ist ein Erlebnis, nach dem sie sich schwört, ihr Leben umzukrempeln. Heute ist sie 39 und wiegt 56 Kilo weniger – dennoch sagt sie, sie würde heute etwas anders machen.

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Abnehmen: Dieser Moment für Katharina verändert alles

Als Katharina vor sieben Jahren Mutter wird, läuft plötzlich alles aus dem Ruder: „Mein Mann musste schnell wieder arbeiten gehen, und ich war mit den Säuglingen den ganzen Tag über auf mich allein gestellt. Mir hat schlichtweg die Energie gefehlt, mich um gesunde Routinen zu kümmern.“ Sie isst unregelmäßig, greift bei Hunger zu Schokolade und gönnt sich am Abend große, deftige Portionen, sobald die Kinder im Bett sind. So wird die Zwillingsmama von Monat zu Monat schwerer, bis sie schließlich 127 Kilo auf die Waage bringt.

Auch gesundheitlich macht sich das Übergewicht bemerkbar: Ihre Gelenke schmerzen, sie ist schnell außer Puste, leidet unter Bluthochdruck und entwickelt eine Prädiabetes. Doch erst ein Besuch im Freizeitpark Ende 2023 bringt die Wende: „Als meine Kinder und ich in ein Fahrgeschäft gestiegen sind, ging bei mir der Sicherheitsbügel nicht zu, weil ich zu dick war. Wir mussten wieder raus und ich dachte mir: So geht es nicht weiter.“

Katharina Hausbeck am Strand
Nach der Geburt ihrer Zwillinge kämpfte Katharina Hausbeck lange mit starkem Übergewicht.© privat | Privat

Anfang 2024 beginnt Katharina, sich mit dem Thema Abnehmen zu beschäftigen, errechnet ihren täglichen Kalorienbedarf und notiert minutiös, was sie isst: „Der Schlüssel für mich war, weniger Kalorien aufzunehmen, als ich über den Tag verbrauche. Mein Kaloriendefizit waren 500 Kilokalorien.“ Bei drei täglichen Mahlzeiten setzt sie auf eine ausgewogene Mischung aus Kohlenhydraten, gesunden Fetten, Proteinen und Ballaststoffen. Neben viel Gemüse kommen vorzugsweise eiweißhaltige Lebensmittel, wie Magerquark, Hülsenfrüchte, Fisch oder mageres Fleisch auf den Teller. Dazu trinkt Katharina 3–4 Liter Wasser und Tee am Tag.

Schlank-Programm: 14 Kilo weniger in zwei Monaten

Die positiven Effekte machen sich schnell bemerkbar. Ihre überschüssigen Pfunde purzeln sofort: Nur acht Wochen später ist sie 14 Kilo leichter. Sie ergänzt ihre Essroutine durch Bewegung und beginnt, Schritte zu sammeln – 10.000 täglich. „Und wenn ich abends vor dem Fernseher noch herumgestapft bin, ich habe das jeden Tag durchgezogen“, berichtet die 39-Jährige. Nach vier Monaten meldet sie sich im Fitnessstudio an, trainiert einmal die Woche Kraft und erhöht das Pensum 2025 auf zweimal wöchentlich.

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Heute ist Katharina die fitteste Version ihrer selbst, hat keinen Bluthochdruck mehr und die sich anbahnende Diabetes ist vom Tisch. „Ich habe jetzt die Energie, mit meinen Kindern herumzutollen, ohne direkt an Schnappatmung zu leiden“, erklärt die Zweifachmama und betont: „Und ich kann endlich in den Laden gehen und mir etwas aussuchen, das ich direkt anziehen kann. Es ist für übergewichtige Menschen gar nicht so einfach, etwas Schönes zu finden, das auch bezahlbar ist.“

So erfolgreich Katharinas Schlankprogramm auch scheint – eine Sache würde sie heute anders machen, sagt sie. Denn: Das dauerhafte Kaloriendefizit hat negative Auswirkungen auf das Energielevel und den Stoffwechsel. Erst einmal schmelzen zwar die Fettpolster, aber der Körper schaltet auf Sparflamme und wartet darauf, schnell wieder Fettreserven anlegen zu können.

Die Jojo-Falle: Wie man sie vermeiden kann

Heißt: Sobald mal wieder „normal“ gegessen wird, nimmt man rasant wieder zu. Auch Katharina ergeht es so, als sie 2025 vom Defizit wegkommen will. „Diesen Fehler würde ich nicht noch einmal machen. Es hat Monate gedauert, meinen Körper wieder an eine normale Kalorienzufuhr zu gewöhnen, und ging am Ende nur mit dem sogenannten Wellenmodell. Dabei wird die Kalorienzufuhr ganz strukturiert tageweise mal gedrosselt und mal wieder mehr gegessen“, erklärt die Bayerin.

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In diese Jojo-Falle tappen viele, betont auch Präventiv- und Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck. „Deshalb ist das Kalorienzählen kein effektives Mittel, um langfristig schlank und gesund zu bleiben. Für viele ist es sehr ermüdend und dauerhaft über Jahre gar nicht umsetzbar. Viel wichtiger ist es, den Magen mit den richtigen Dingen zu füllen.“ Fokus dabei: Gemüse, Kräuter, gesunde Fette und Proteine.

Die Idee: Wer sich mit gesunden Lebensmitteln bei drei Mahlzeiten am Tag satt isst, hat weniger Heißhunger und kann auch ohne striktes Kalorientracking abnehmen. „Manchen Menschen hilft es schon, für ein, zwei Wochen mal genau zu schauen, wie viel sie überhaupt zu sich nehmen, und sich zu fragen: Bekomme ich damit alle Nährstoffe, die ich brauche? Von dauerhaftem Kalorienzählen rate ich aber unbedingt ab“, so Fleck. Zwar geht der Gewichtsverlust so moderater vonstatten, ist dafür allerdings eher von langfristigem Erfolg gekrönt.

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Auch Katharina muss heute nicht mehr verzichten, bleibt aber weiterhin eine bewusste Esserin, backt sich ihren Kuchen mit wenig Zucker lieber selbst und hat sich angewöhnt, eher zu Linsenchips zu greifen als zu den klassischen Varianten. Sie sagt: „Es ist grundsätzlich nichts verboten, aber ich achte schon darauf, was ich meinem Körper zuführe, damit er stark und schlank bleibt.“