Wer Lungenkrebs hat, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, Mikroplastik in seiner Lunge zu haben. Das besagt die Forschung der European Respiratory Society (ERS). Laut den Forschern haben an Lungenkrebs erkrankte Menschen nicht nur eine höhere Wahrscheinlichkeit, Mikroplastik in ihrer Lunge zu haben, sondern auch größere Mengen davon im Körper.
Das Mikroplastik gerate durch die Atemluft in die Lunge, erklären die Forscherinnen und Forscher. „Mikroplastik ist zu einem unvermeidbaren Bestandteil unserer Umwelt geworden, doch wir wissen erstaunlich wenig darüber, was mit ihm im menschlichen Körper geschieht“, so Dr. Ilias Dimeas vom University College Dublin School of Medicine in einer Mitteilung zur Studie. Weil davon auszugehen sei, dass Menschen täglich unbemerkt Mikroplastik in sich aufnehmen, sei es wichtig zu verstehen, was diese Partikel im Körper auslösen.
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Um das herauszufinden, hat das Forscherteam die Lungen von 100 Menschen bei einer Bronchoskopie, also einer Lungenspiegelung, mit einer kleinen Kamera untersucht. Durch eine Lungenspülung und die Entnahme von Gewebe nahmen die Wissenschaftler Proben aus der Lunge. Die Proben untersuchten sie auf Mikroplastik.
Insgesamt fanden die Forscher 232 Mikroplastikpartikel. Bei 70 Prozent der Untersuchten waren diese Partikel in mindestens einer der Proben nachweisbar. Außerdem auffällig: Bei der Hälfte der Patienten wurde später Lungenkrebs diagnostiziert. Die Forscher entdeckten in den Lungen dieser Personen häufiger Mikroplastik als in den Lungen der Menschen, die später keine Krebsdiagnose erhielten.
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Zum einen sei die Wahrscheinlichkeit, dass Lungenkrebspatienten Mikroplastik in ihrer Lunge hätten, mit 66 Prozent Wahrscheinlichkeit höher als bei Gesunden. Sie haben eine Wahrscheinlichkeit von 46 Prozent, die kleinen Partikel in ihren Lungen zu haben. Außerdem sei die Menge des gefundenen Mikroplastiks bei den erkrankten Patienten höher.
Mikroplastik: Genaue Auswirkung noch unbekannt
Besonders häufig fanden die Forscher Polypropylen und Polyethylen in den Lungen. Diese Kunststoffe sind weitverbreitet, weil sie unter anderem in der Produktion von Verpackungen, Textilien, Haushaltswaren und Konsumgütern oft genutzt werden. Wann und wie die Teilchen in die Lunge kommen, sei durch die Studie allerdings nicht belegbar – nur in wessen Lunge sie vermehrt auftauchen.
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Die Studie weist nach: Alltagsgegenstände wie Plastikverpackungen landen also als Mikroplastik auch im menschlichen Körper – sogar in den feinen Strukturen der Lunge. „Die Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium, doch wir beginnen zu erkennen, dass diese winzigen Plastikpartikel in viele Bereiche des Körpers eindringen“, erklärt Dr. Dimeas. Ob es einen Zusammenhang zwischen eingeatmetem Mikroplastik und dem Ausbruch von Lungenkrebs gebe, sei aber nicht belegt und müsse außerdem weiter erforscht werden.








