Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den Krebserkrankungen mit der ungünstigsten Prognose und weist eine der höchsten Sterblichkeitsraten auf. Aus diesem Grund richtet sich das wissenschaftliche Interesse zunehmend auf die Identifizierung möglicher Risikofaktoren und Ursachen. Eine aktuelle Studie aus China legt nahe, dass der Konsum von rotem Fleisch mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Verbindung stehen könnte.

Rotes Fleisch erhöht das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Im Rahmen einer umfassenden Übersichtsstudie kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von rotem Fleisch mit einem steigenden Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs verbunden sein könnte. Die Untersuchung wurde von einem internationalen Forschungsteam unter Leitung des Department of Biostatistics and Epidemiology der Shenzhen University Medical School durchgeführt und im Fachjournal „Frontiers in Nutrition“ veröffentlicht. Auch „Fitbook“ berichtete über die Studienergebnisse.

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Für die Analyse werteten die Forscher insgesamt 16 internationale Studien mit einer Datengrundlage von nahezu zwei Millionen Teilnehmenden aus. Ziel war es, den statistischen Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch sowie dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zu untersuchen. Insgesamt wurden 8.856 Erkrankungsfälle erfasst. Alle Teilnehmenden waren zu Beginn der jeweiligen Studien gesund und machten mithilfe standardisierter Fragebögen Angaben zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Anschließend analysierten die Forscher, ob Personen mit einem höheren Fleischkonsum im weiteren Verlauf häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten.

Die Auswertung zeigte, dass Personen mit dem höchsten Konsum von rotem Fleisch ein um 16 Prozent erhöhtes relatives Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs aufwiesen als Teilnehmende mit dem geringsten Konsum. Darüber hinaus ergab die Dosis-Wirkungs-Analyse einen annähernd linearen Zusammenhang. Demnach stieg das relative Erkrankungsrisiko mit jeder zusätzlichen Aufnahme von 100 Gramm rotem Fleisch pro Tag um etwa zehn Prozent an.

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Gibt es einen Zusammenhang mit verarbeitetem Fleisch?

Nach den Ergebnissen der Forscher ließ sich hingegen kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Verzehr von verarbeitetem Fleisch und dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs nachweisen. Grundlage dieser Auswertung bildeten elf internationale Studien. Weder der Vergleich zwischen Personen mit hohem und geringem Konsum noch die Dosis-Wirkungs-Analyse ergaben Hinweise auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko im Zusammenhang mit verarbeitetem Fleisch.

Bauchspeicheldrüsenkrebs mit hoher Sterblichkeitsrate

Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den Krebserkrankungen mit der höchsten Sterblichkeit. In Deutschland beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate lediglich rund elf Prozent. Umso wichtiger sind eine möglichst frühe Diagnose sowie die Erforschung der Ursachen und Risikofaktoren. Wird ein Tumor bereits in einem lokal begrenzten Stadium ohne Metastasen entdeckt, steigt die 5-Jahres-Überlebensrate auf etwa 44 Prozent. Hat sich die Erkrankung hingegen bereits auf andere Organe ausgebreitet, sinkt sie nach Angaben der American Cancer Society auf lediglich rund drei Prozent. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 19.900 Menschen neu an Bauchspeicheldrüsenkrebs.