Sportkommentator und Ex-Dschungelcamper Jörg Dahlmann hat Krebs. Zum vierten Mal. Das Schockierende ist: 2005 war der Krebs im Darm, dann hatte er Hautkrebs, danach war es ein Tumor in der Prostata und nun in der Leber. Das teilte der 67-Jährige zunächst dem Sender RTL mit. Mittlerweile hat sich Dahlmann auch auf seinem Instagram-Kanal ausführlich dazu geäußert. „Ja, leider muss ich wieder gegen Dinge in meinem Körper kämpfen, die dort nicht sein sollten“, schreibt er.

Eigentlich habe er eine fünfwöchige Moderation im türkischen Robinson Club Camyuva geplant, unter anderem zusammen mit Béla Réthy. Die rasche Behandlung der Leber gehe nun natürlich vor. „Mir fehlt ein Reparatur-Gen, das gewisse Krebszellen zerstört“, so Dahlmann weiter. Welche Erkrankung genau dahintersteckt, gibt Dahlmann nicht preis. Die Frage ist aber: Kann eine Genmutation so viele Krebserkrankungen zur Folge haben?

Jörg Dahlmann hat zum vierten Mal Krebs

Krebsrisiko: Wenn Schäden in der DNA nicht repariert werden

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Schäden an unserer DNA. Diese können etwa spontan bei der Zellteilung oder durch Umwelteinflüsse entstehen. Dafür gibt es im Körper Reparaturmechanismen, die kleinere Schäden beheben, wie ein Onkologe im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte. Sind die Gene, die dafür zuständig sind, defekt, findet die Zellreparatur nicht mehr statt, die fehlerhaften Zellen können sich ansammeln und das Risiko für Krebserkrankungen steigt. Viele Betroffene erkranken deshalb auch schon in jüngeren Jahren und fallen häufig aus dem Raster der klassischen Risikogruppe heraus.

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) gibt es dabei nicht das eine „universelle Krebs-Gen“, das das Risiko für Tumorerkrankungen im Allgemeinen erhöht. Heißt: Es sind immer nur bestimmte Krebsarten betroffen. So sind zum Beispiel Defekte an den Tumorsuppressoren BRCA1 und BRCA2 dafür verantwortlich, dass unter anderem das Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs steigt.

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Krebs: Vorsorge kann Schlimmeres verhindern

Eine der häufigsten erblichen Tumorprädispositionen ist das Lynch-Syndrom (HNPCC), das für etwa drei Prozent aller Darmkrebserkrankungen verantwortlich ist. Hierbei handelt es sich um eine Mutation in den sogenannten Mismatch-Reparaturgenen. Betroffene entwickeln häufiger und oft in jüngerem Alter Tumore im Dickdarm und Mastdarm, im Magen sowie im Dünndarm. Bei Frauen treten gehäuft Tumore der Gebärmutter und der Eierstöcke auf.

Aber auch das Risiko für Prostata-, Haut- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs kann erhöht sein. Das Syndrom wird autosomal-dominant vererbt. Das bedeutet, dass Nachkommen eines betroffenen Elternteils eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit haben, die Veranlagung zu erben. Ist eine entsprechende Disposition bekannt, empfehlen Experten engmaschige Vorsorgeuntersuchungen. Bedeutet primär: Magen- und Darmspiegelung einmal jährlich.

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„Mein Vater, mein Opa und mein Onkel (...) verstarben alle an Krebs mit 44, 40 und 36 Jahren“, schreibt Dahlmann auf Instagram. „Ich habe unglaubliches Glück bisher. Drückt mir bitte die Daumen, dass es auch diesmal gutgeht. Ich habe Angst! Ja, Riesenbammel! Aber ich bin auch zuversichtlich!“ Und er mahnt: „Geht zur Vorsorge! Seid nicht schlampig. Denn oft – wenn man Symptome verspürt – ist es zu spät.“