Ob Mutter oder kinderlos, verheiratet oder allein: Die Wechseljahre werden jede Frau betreffen. Trotzdem lernen wir in der Schule fast nichts darüber – und sprechen auch später oft nur hinter vorgehaltener Hand darüber. In dieser Ausgabe unseres Beziehungs-Newsletters „Ein FUNKE Liebe“ erzählt unsere Autorin Alina Juravel, warum wir mehr über die Menopause sprechen sollten – auch wenn sie selbst Angst vor dieser Phase hat.

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Es war einer dieser selten perfekten Sonntage. Die Sonne schien schon am Morgen warm durchs Fenster, der Himmel wolkenlos, die Luft roch endlich nach Sommer. Ich hatte mir vorgenommen, zu einem See zu radeln. Dort ein Buch zu lesen, vielleicht zwischendurch kurz einzuschlafen. Einfach Ruhe. Doch mein Unterleib hatte andere Pläne.

Statt draußen in der Sonne lag ich gekrümmt im Bett, die Wärmflasche auf dem Bauch, geplagt von Periodenkrämpfen aus der Hölle. Wieder einmal. „Wann hört das endlich auf?“, dachte ich verzweifelt, während draußen die Vögel zwitscherten und Fahrräder vorbeifuhren. Seit fast 25 Jahren mache ich das nun jeden Monat durch – Schwangerschaft und Stillzeit einmal ausgenommen. Manche Perioden sind erträglich, andere fühlen sich an wie ein kleiner körperlicher Ausnahmezustand. Ich bin nicht allein damit, Millionen Frauen kennen dieses Gefühl. Und trotzdem sprechen wir erstaunlich selten ehrlich darüber, wie viel Kraft es uns kostet, Monat für Monat mit Schmerzen, Erschöpfung und hormonellen Achterbahnfahrten zu funktionieren, als wäre nichts.

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Die Vorstellung einer Menopause macht vielen Angst – mir auch

„Sei froh, dass du deine Periode noch hast“, sagte mir neulich eine Kollegin. Denn während ich mich nach dem Ende meiner Regelschmerzen sehne, kämpft sie längst mit den Folgen der Menopause. Schlafstörungen. Haarausfall. Hautprobleme. Brain Fog. Herzrasen. Stimmungsschwankungen. An manchen Tagen, so meine Kollegin, würde sie sich selbst nicht mehr wiedererkennen. „Ich fühle mich fremd im eigenen Körper“, sagte sie.

Ich bin 37 und bis zur Menopause liegen vermutlich noch einige Jahre vor mir. Und trotzdem macht mir die Vorstellung Angst. Vielleicht auch deshalb, weil die Wechseljahre nie plötzlich beginnen. Es gibt keinen klaren Startschuss. Die Menopause ist kein einzelner Moment, sondern ein schleichender Prozess – oft über mehrere Jahre hinweg. Die sogenannte Perimenopause beginnt bei vielen Frauen bereits Mitte bis Ende 30, häufig ohne dass sie wissen, was gerade mit ihnen passiert.

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Und wenn ich ehrlich bin: Bis vor Kurzem wusste ich selbst erstaunlich wenig über die Wechseljahre. In der Schule lernt man etwas über Pubertät, Menstruation und Fortpflanzung – aber kaum darüber, was danach kommt. Über die Perimenopause, die hormonellen Veränderungen, die psychischen und körperlichen Folgen spricht fast niemand offen. Dabei betrifft die Menopause die Hälfte der Menschheit. Jede Frau wird irgendwann durch diese Phase gehen, unabhängig davon, ob sie Mutter geworden ist oder nicht. Und trotzdem behandeln wir das Thema oft wie etwas Randständiges, über das man höchstens hinter vorgehaltener Hand spricht.

Alina Juravel ist Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.
Alina Juravel ist Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.© privat | Privat

Doch es ist nicht richtig, ein so wichtiges Thema zu tabuisieren. Deswegen hat sich meine Kollegin Anne-Kathrin Neuberg-Vural einem Thema gewidmet, über das wirklich zu wenig Menschen sprechen: Sex in den Wechseljahren. Denn die Hormonschwankungen wirken sich auch auf die Sexualität und Libido aus – Lust, Partnerschaft und Selbstbild geraten ins Wanken. Anne hat mit einer Menopause-Expertin gesprochen, die erklärt, was Frauen für mehr Lust tun können – und was Männer dazu beitragen können.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass während der Wechseljahre nicht nur die betroffenen Frauen leiden, auch viele Beziehungen gehen in dieser Zeit in die Brüche. Das bestätigt auch die Medizin-Psychologin und Wechseljahr-Expertin Prof. Dr. Beate Schultz-Zehden. Meine Kollegin Helena Düll hat mit ihr darüber gesprochen, wie Paare am Ende gestärkt aus dieser Phase der Umstellung hervorgehen.

Heidi Klum schwitzt – und hat eine wichtige Botschaft

Mittlerweile weiß ich, dass man viel tun kann, um die Menopause erträglicher zu machen. Eine Hormonersatztherapie kann möglicherweise helfen, aber auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle, um die Symptome zu lindern. Denn mit zunehmendem Alter reagiert der Stoffwechsel empfindlicher auf bestimmte Mahlzeiten. Meine Kollegin Miriam Eichhorn-Zachariades hat mit Ernährungswissenschaftlerin Petra Orzech darüber gesprochen, welche Ernährungsgewohnheiten während der Menopause helfen können und auf welche Lebensmittel man lieber verzichten sollte.

Dass wir mehr über Wechseljahre sprechen sollten, das fordert übrigens auch Heidi Klum. Beim Filmfestival in Cannes hat das deutsche Supermodel gegenüber der „Bunte“ über die Veränderungen gesprochen, mit denen sie seit einem Jahr zu kämpfen hat. „Gefühlt war ich vorher immer eine Frostbeule“, sagte Klum. Wenn sie heute Menschen in Pullovern und Jacken sehe, denke sie zurzeit aber nur: „Ich würde mich jetzt zu Tode schwitzen, wenn ich das jetzt anziehen müsste. Da wird mir allein vom Hingucken noch heißer.“ Die Veränderungen ihres Körpers nimmt die 52-Jährige aber gelassen hin. Ihr liege vor allem eines am Herzen: „Ich finde es wichtig, dass wir uns untereinander austauschen und solche Thematiken enttabuisieren.“

Ich finde, Heidi Klum hat damit absolut recht!

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Mit welchen Gefühlen gehen Sie an die Menopause heran oder haben Sie die Phase vielleicht schon hinter sich? Und wenn ja, wie sind Sie da durchgegangen? Sie können es mir gern erzählen!

Alles Liebe,
Alina Juravel

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P.P.S.: Und hier noch eine besondere Hörempfehlung für Sie: Im neuen FUNKE-Podcast „Länger Leben“ spricht meine Kollegin Natalja Fischer mit dem Mediziner und Longevity-Experten Dr. Felix Bertram darüber, wie wir uns möglichst lange gesund halten. Neue Folgen erscheinen jeden Mittwoch, überall, wo es Podcasts gibt. Hier kommen Sie zur ersten Folge.