Vor Hunderten Millionen Jahren war die Erde ein völlig anderer Planet. Die Kontinente bildeten einen einzigen Superkontinent namens Pangäa – bevor tektonische Kräfte ihn auseinanderrissen. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen. Nun glauben Wissenschaftler, Hinweise auf eine neue tektonische Grenze gefunden zu haben, die sich derzeit unter Afrika öffnet. In einem Artikel in „Frontiers in Earth Science“ gehen sie genauer darauf ein.

Im Kafue-Graben (englisch: Kafue Rift) im südlichen Sambia hat das Forscherteam der Universität Oxford Gasproben aus heißen Quellen untersucht. Dabei stießen sie auf Heliumisotope, die offenbar direkt aus dem tiefen Erdmantel stammen, in einer Tiefe von 40 bis 160 Kilometern unter der Erdoberfläche. „Die heißen Quellen entlang des Kafue-Grabens in Sambia weisen Helium-Isotopensignaturen auf, die darauf hindeuten, dass die Quellen eine direkte Verbindung zum Erdmantel haben“, sagt Geologe Mike Daly von der Universität Oxford in einer Pressemitteilung. Das könnte ein frühes Anzeichen dafür sein, dass die afrikanische Platte langsam in zwei Teile zerbricht.

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Afrika: Forscher untersuchen möglichen Grabenbruch – Helium weist auf aktive Tektonik hin

Der afrikanische Kontinent ist als Brennpunkt tektonischer Aktivität bekannt. Der Ostafrikanische Graben, wo sich die Somalische Platte von der Afrikanischen Platte entfernt, ist das bekannteste Beispiel. Der Kafue-Graben ist Teil eines Bruchsystems, das sich über rund 2500 Kilometer diagonal durch Zentralafrika zieht und möglicherweise mit dem Mittelatlantischen Rücken verbunden ist.

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Ein Grabenbruch ist ein tiefer Riss in der Erdkruste. Er kann sich zu einer Plattengrenze entwickeln – muss es aber nicht. „Üblicherweise endet die Aktivität eines Grabenbruchs, bevor es zum Aufbrechen der Lithosphäre und zur Bildung einer Plattengrenze kommt“, erklärt Daly. Die nun gefundenen Heliumsignaturen sowie schwache Spuren von Kohlendioxid aus dem Erdmantel deuten den Forschern zufolge darauf hin, dass dieser Prozess im Kafue-Graben aktiv ist.

Sollte sich tatsächlich eine neue Plattengrenze bilden, würde das Millionen von Jahren dauern. Trotzdem könnte der Prozess praktischen Nutzen bringen: Geothermische Energie, natürlicher Wasserstoff und Helium wären mögliche Ressourcen. Die Studie wurde teilweise von Kalahari GeoEnergy Ltd. finanziert, einem Unternehmen, das nach geothermischen Ressourcen sucht.

Forscher: Weitere Untersuchungen im ostafrikanischen Rift nötig

Die Forscher betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen nötig seien. Bislang wurden nur Proben aus einem kleinen Teil des weit größeren Riftsystems entnommen. Fänden sich ähnliche Helium-Signaturen auch an anderen Abschnitten, wäre das ein starker Beleg dafür, dass sich hier tatsächlich eine neue Plattengrenze bildet und Afrika eines fernen Tages in zwei Teile zerfallen könnte.