Jahrelange Arbeit, die sich auszahlt: In einer Gesteinsprobe, die der NASA-Rover „Curiosity“ vor etwa sechs Jahren auf dem Mars freigelegt und analysiert hat, konnte die „vielfältigste Sammlung organischer Moleküle“ festgestellt werden, „die jemals auf dem roten Planeten gefunden wurde“.

Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jetzt von einem Forscherteam rund um die Astrobiologin und -geologin Amy Williams von der University of Florida in der Fachzeitschrift „Nature“. Die Forscher betonen: In der durch Curiosity analysierten Probe wurden insgesamt 21 kohlenstoffhaltige Moleküle identifiziert – sieben hiervon zum allerersten Mal.

Curiosity

„Curiosity“ ist der Name des Mars-Rovers, den die NASA am 26. November 2011 von Florida aus in Richtung Mars entsandte, wo er fast ein Jahr später, am 6. August 2012, nach 560 Millionen zurückgelegten Kilometern ankam. „Curiosity“ ist Teil des „Mars Science Laboratory“ (MLS), einer Roboter-Raumsondenmission zum Mars, um diesen zu erforschen. Neben „Curiosity“ ist noch der Rover „Perseverance“ auf dem Mars unterwegs.

Doch was genau belegen diese Moleküle nun? Ganz sicher gesagt werden kann das nicht, betonen Verantwortliche der University of Florida. Denn: Das Verfahren, das zur Identifizierung der Moleküle genutzt wurde, kann nicht unterscheiden, ob die Moleküle nun tatsächlich von einstigem Leben auf dem Mars stammen, oder ob sie womöglich durch geologische Prozesse entstanden oder von Meteoriten auf den Mars gebracht wurden.

Die bisherigen Untersuchungen fanden im sogenannten „Sample Analysis at Mars“ (kurz SAM) statt – einem Minilabor, das sich im Bauch von Curiosity und somit auf dem Mars befindet. Genauere Untersuchungen der von Curiosity freigelegten Gesteinsproben seien wiederum erst dann möglich, sobald sie ihren Weg auf die Erde gefunden haben, betont das Forscher-Team.

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So oder so seien die Entdeckungen aber bahnbrechend, stellt Amy Williams klar. „Wir glauben, dass wir organische Substanz vor uns haben, die auf dem Mars seit 3,5 Milliarden Jahren erhalten geblieben ist“, so die Forscherin. Die nun vorliegenden Beweise dafür, dass organische Substanzen wie die Moleküle so lange erhalten bleiben, würden auch der weiteren Forschung und möglicherweise der Beantwortung der Frage helfen, ob Leben in dieser Umgebung möglich war, so Williams weiter.

Eins der Moleküle gilt als Vorstufe von RNA und DNA

Dass die Moleküle so gut konserviert werden konnte, lege an der Umgebung, in der sie gefunden wurden. Die untersuchte Gesteinsprobe – „Mary Anging 3“ getauft, benannt nach der gleichnamigen englischen Fossiliensammlerin und Paläontologin – wurde an einem Ort gefunden, der vor Milliarden von Jahren von Seen und Bächen bedeckt gewesen sein soll.

Im Laufe der Zeit wurde dieser Ort mehrmals überflutet und wieder ausgetrocknet. Auf diese Weise sollen Tonminerale angereichert worden sein, die sich besonders gut zur Konservierung organischer Verbindungen eignen, erklären die Forschenden der University of Florida.

Eins der gefundenen Moleküle soll sogar Ähnlichkeiten mit uns bekanntem Erbmaterial haben. Die Struktur eines der Moleküle, dem Stickstoffheterocyclus, gelte als „Vorstufe von RNA und DNA“. Amy Williams: „Diese Entdeckung ist ziemlich tiefgreifend, weil diese Strukturen chemische Vorläufer für komplexere stickstoffhaltige Moleküle sein können.“ Möglicherweise also ein weiteres Indiz für einstiges Leben.