Der Maulwurf ist ein kleiner, fleißiger Bewohner in Gärten und Parkanlagen. Besonders jetzt, im Frühjahr, wenn Hobbygärtner wieder aktiv werden, sorgen seine charakteristischen Erdhügel für gemischte Gefühle. Doch was tun, wenn er den frisch angelegten Rasen durchpflügt? Und sollte man ihn überhaupt vertreiben? Antworten und praktische Tipps gibt es hier.
Wer auf einen Maulwurf trifft, kann sich eigentlich glücklich schätzen. Maulwürfe sind Indikatoren für einen gesunden Boden, da sie sich hauptsächlich von Würmern und Insektenlarven ernähren und lockere, fruchtbare Erde bevorzugen. Ihr unterirdisches Graben belüftet den Boden und macht ihn für Pflanzen durchlässiger. „Maulwürfe sind auch in Kleingärten ganzjährig unterwegs und lieben gute Bodenqualität. Maulwurfshügel sind daher Anzeichen für einen guten, gesunden Boden“, erklärt der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V.
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„Wir haben nie wirklich schlechte Erfahrungen mit Maulwürfen gemacht“, so Grit Marx vom Garten- und Landschaftsbauunternehmen Gärtnerhof GmbH. „Alle Maulwurfbegegnungen, die ich in meinen Jahren des Gärtnerns hatte, beschränkten sich auf ästhetische Beschwerden. Wenn man die kleinen Erdhügel akzeptieren oder selbst beheben kann, muss man sich keinerlei Sorgen machen.“
Schädlingsbekämpfer: Maulwürfe sind besser als ihr Ruf
Auch der Naturschutzbund Landesverband Berlin (NABU) betont die ökologische Bedeutung der Maulwürfe: „Der Maulwurf kommt nur da vor, wo er auch genügend Nahrung findet. Das heißt, wo er lebt, kommen zahlreiche Kleinlebewesen im Boden vor, was gut für den Boden ist.“
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme fressen Maulwürfe keine Wurzeln und zerstören auch keine Beete. Stattdessen tragen sie zur Reduzierung von Schädlingen im Boden bei. „Sie sorgen für ein Gleichgewicht bei Schädlingen wie Schnecken und Engerlingen“, so Lars Sund, Artenschutzreferent beim NABU. Selbst ihre Erdhügel haben einen positiven Effekt: „Wenn sie mit ihren Hügeln die Bodendecke aufbrechen, geben sie konkurrenzschwachen und lichtabhängigen Pflanzen eine Chance, sich zu entfalten – was zu einer höheren Diversität führt.“

Gärten in Stadtnähe sind für Maulwürfe oft weniger attraktiv als große, ungestörte Flächen wie Parkanlagen oder Brachland. Doch wer direkt an eine solche Fläche grenzt, könnte Besuch vom kleinen Gräber bekommen. Eine präventive Maßnahme ist das Einsetzen von Maulwurfssperren. Diese Kunststoffgitter werden unter die Rasenfläche gelegt und verhindern, dass der Maulwurf an die Oberfläche kommt. Besonders bei Neuanlagen von Rollrasen ist das eine Option.
Maulwurf im Garten? Das kann helfen:
Die Frage nach einer effektiven, aber umweltschonenden Maulwurfabwehr lässt sich für viele Gärtner leicht beantworten: „Es gibt keine, um ehrlich zu sein“, so Marx von der Gärtnerhof GmbH. „Mein ganz persönlicher Rat: Wenn Sie es irgendwie mit sich vereinbaren können, vertreiben Sie Ihre lokale Maulwurfpopulation nicht. Maulwürfe sind tolle Wesen, die nur Vorteile für den Garten mitbringen.“
Wer den Maulwurf dennoch vertreiben möchte, kann auf sanfte Methoden zurückgreifen:
- Geräusche: Ultraschallgeräte oder Mähroboter können den Maulwurf stören, sollten aber mit Bedacht eingesetzt werden, da sie auch andere Tiere beeinträchtigen können. „Es soll wohl helfen, wenn man Holzpfähle in die Erdhaufen steckt und oft dagegen klopft, der Lärm stört ihn und er sucht sich einen neuen Ort zum Leben“, so der NABU.
- Vibrationen: In den Boden gesteckte Metallstäbe oder Flaschen, die im Wind vibrieren, können helfen, den Maulwurf zu vertreiben.
- Gerüche: Hausmittel wie Knoblauchsaft, saure Milch oder Hundehaare sind ebenfalls Methoden, um Maulwürfe abzuschrecken. „Angeblich soll auch ein Sud aus Lebensbaumnadeln, Holunder oder Knoblauch in kleinsten Mengen in den Bau getröpfelt helfen – aber das ist nicht bewiesen“, merkt der NABU an.
Chemische Mittel sind hingegen nicht empfehlenswert, da sie nicht nur dem Maulwurf schaden, sondern auch das gesamte Bodenleben beeinträchtigen können. Zudem ist das Fangen, Verletzen oder Töten von Maulwürfen in Deutschland verboten. „Das Vergrämen von Maulwürfen ist erlaubt, führt aber wahrscheinlich dazu, dass Wühlmäuse den Bau übernehmen. Die Wühlmaus, die ja auch Erdhaufen aufwirft, frisst tatsächlich Pflanzenwurzeln und Knollen“, warnt der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V.
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Vorsicht mit Wasser: „Kann dem Maulwurf die Luft abschnüren“
Wenn es um die Beseitigung der Erdhügel geht, ist Sorgfalt gefragt. Die Erde einfach abzutragen, kann Unebenheiten im Rasen verursachen. Besser ist es, die Erde mit Wasser in die Tunnel zurückzuspülen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Wasser kann dem Maulwurf die Luft abschnüren. Wer sicherstellen möchte, dass das Tier keinen Schaden nimmt, sollte mit dem Einschlämmen warten, bis es den Garten verlassen hat.
„Wir empfehlen, ihn zu lassen und sich eher zu freuen, dass er da ist, denn das zeigt ja nur, dass der Boden gesund ist“, so der NABU. Auch das Berliner Garten- und Landschaftsbauunternehmen teilt eine ähnliche Ansicht: „Wir haben uns als gesamte Firma dem ökologischen und nachhaltigen Gartenbau verschrieben. Wer Fan von Biodiversität und möglichst natürlicher Gartenpraxis ist, sollte beim Maulwurf keine Grenze ziehen.“






