Kennen Sie das auch? Sie sagen „Wechseljahre“ und fühlen sich schlecht. Also nicht mehr zugehörig zum Kreis der Dynamischen. Wechseljahre klingen nach Schweißausbrüchen, schlechtem Schlaf und mieser Laune. Ganz ehrlich: Wer traut sich denn schon, dem Arbeitgeber zu sagen, dass man wegen Hitzewallungen mal lieber einen Tag zu Hause bleibt? Menstruationskrämpfe, Schwangerschaftsübelkeit – alles längst Gründe, für die man sich nicht, ja genau: schämen muss. Aber bei Wechseljahren ist das anders, obwohl es ja die Hälfte der Menschheit betrifft.

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Auch Frauen in den Wechseljahren brauchen eine Medizin, die zu ihnen passt

Wir schämen uns und suchen die Schuld bei uns. Wir könnten uns besser ernähren, mehr Sport treiben. Könnten wir, ja! Unbedingt sogar. Das hilft. Aber wir könnten uns auch mal darüber aufregen, dass dieses Thema trotz solcher Begriffe wie „Best Ager“ in einer verstaubten Tabuzone gelandet ist und selbst Ärzte oft genug die Schultern zucken.

Petra Koruhn steht mit verschränkten Armen und blickt in die Kamera.
Petra Koruhn ist freie Mitarbeiterin im Ressort „Leben“ der FUNKE-Zentralredaktion. © FUNKE / Foto Services | Reto Klar

Schwangerschaft, Mutterschaft, Stillzeit – dafür steht eine Medizin bereit, die sich um alle Facetten kümmert. Genau das wollen wir auch für die Frauen in diesen Lebensphasen. Aber Wechseljahre oder Menopause werden immer noch mit einem Begriff assoziiert, der wehtut: mit Altsein.

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Was völlig falsch ist, denn Wechseljahresbeschwerden können schon mit Mitte 30 einsetzen. So etwas erfährt man dann von Promis wie Schauspielerin Naomi Watts (57), die mit 36 in die Wechseljahre kam und mit ihrem Buch „Jetzt schon?“ eine ziemliche Welle ausgelöst hat. Es gibt ein riesiges Informationsdefizit bei dem Thema. Millionen Betroffene machen zwar deutlich, dass sie nicht zum alten Eisen gehören. Aber erst wenn das Thema diese gefühlte Schmuddelecke verlässt, können Frauen auch mit Hitzewellen hoffen, ernst genommen zu werden.