• Saharastaub wird in den kommenden Tagen wieder nach Deutschland gewirbelt
  • Die Staubpartikeln erreichen jedoch nicht alle Regionen
  • Eine aktuelle Karte zeigt, wo und wann mit Saharastaub zu rechnen ist

Noch vor dem kalendarischen Frühlingsanfang am Sonntag können sich Teile Deutschlands auf viel Sonne und deutlich mildere Temperaturen freuen. Höchstwerte von 13 bis 19 Grad sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Mittwoch voraus. Am wärmsten werde es im Südwesten und Westen. Im Nordosten bleibe es dagegen mit 8 bis 15 Grad etwas kühler. Die warme Luft bringt auch Saharastaub in unsere Region.

Die genaue Zugbahn des Saharastaub-Felds ist auch in einer Animation des meteorologischen Teams um Jörg Kachelmann zusehen:

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auch interessant: Saharastaub in Athen: „Fühlte sich an wie das Ende der Welt“

Bis zu 20 Mal im Jahr werden die Partikel nach Europa getragen – vor allem im Frühling, Sommer und im Herbst. An dieser Stelle klären wir die wichtigsten Fragen zu den Staubpartikeln – und zeigen, wo der Saharastaub in besonders hoher Konzentration auftreten soll.

Saharastaub besteht aus feinen Sandkörnern, die auf Lack, Scheiben und Kunststoffoberflächen Kratzer hinterlassen können.
Saharastaub besteht aus feinen Sandkörnern, die auf Lack, Scheiben und Kunststoffoberflächen Kratzer hinterlassen können.© Karl-Josef Hildenbrand/dpa | Unbekannt

Was ist Saharastaub?

Saharastaub ist ein erstaunliches Phänomen. Über Hunderte, sogar Tausende Kilometer werden feinste Mineralstaubpartikel als sogenannte Aerosole aus der nordafrikanischen Sahara in andere Weltgegenden transportiert. Von starken Winden aufgeweht, gelangen kleinste Partikel so bis ins Amazonasgebiet oder nach Mitteleuropa.

Meist breitet sich der Saharastaub in höheren Luftschichten aus und wird nur von Meteorologen wahrgenommen. Wenn sich die Partikel allerdings bodennah zeigen, kommt es zu einer milchig-rötlichen Färbung des Himmels und oft zu einer erhöhten Feinstaubbelastung. Auch von einem negativen Effekt auf die körperliche Gesundheit müsse dann ausgegangen werden, heißt es auf der Seite des Umweltbundesamtes.

Auch interessant

Saharastaub: Karte zeigte Konzentration für heute

Die Saharastaub-Konzentration in Deutschland ist am Donnerstag zunächst noch gering, nimmt dann ab den Mittagsstunden zu. Vor allem der Westen und Nordwesten Deutschlands werden laut Vorhersage des europäischen Klimawandeldienstes Copernicus betroffen sein. Das Feld zieht dann weiter nach Osten und Nordosten. Der Süden bleibt in dieser Woche klar und Saharastaub-frei. Eine aktuelle Karte der Saharastaub-Belastung in Deutschland inklusive Vorhersage findet sich hier.

Lesen Sie auch: Immer mehr Saharastaub? Experte erklärt, wovon das abhängt

Sahara-Staub (Archivbild)
Gelb-rötlich erscheint der Himmel über Stuttgart von einem Aussichtspunkt aus, weil in der Luft Saharastaub ist (Archivbild).© DPA Images | Marijan Murat

Aus welchen Materialen besteht Saharastaub?

Wie der DWD mitteilt, besteht Saharastaub aus Aluminosilikaten (zum Beispiel Ton, Kaolinit, Montmorillonit), Eisenoxiden (Hämatit, Geothit), Quarz, Kalzit und Gips. Die Eisenoxide sorgen wiederum dafür, dass roter Saharastaub je nach Zusammensetzung magnetisch reagieren kann.

Höhenwinde tragen die Partikel je nach Luftströmung über Tausende Kilometer, wobei laut Experten auch robuste und langlebige Krankheitskeime auf Partikeloberflächen mittransportiert werden können. So wurde bereits ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Saharastaub und Ausbrüchen einer bakteriellen Hirnhautentzündung in der Sahelzone festgestellt.

Der Saharastaub vertrübt den Blick auf die Sonne.
Der Saharastaub vertrübt den Blick auf die Sonne.© Unbekannt | Unbekannt

Saharastaub eine Lüge? Warum er magnetisch ist

Doch nicht nur bei Meteorologen, auch bei Verschwörungsideologen ist der rötliche Staub immer wieder Thema. Die These: Es könne sich gar nicht um Sand aus der Sahara handeln, schließlich seien die Partikel magnetisch. Und tatsächlich: Zahlreiche Internetvideos zeigen, wie Ablagerungen auf einen Magneten reagieren und daran hängen bleiben. In verschwörungsgläubigen Kreisen werden daher Verbindungen zu anderen angeblichen Wettermanipulationen wie Chemtrails hergestellt.

Tatsächlich gibt es aber eine ganz einfache Erklärung für die magnetische Reaktion des Saharastaubs, der auch seine rötliche Färbung erklärt: Der herbei gewehte Saharastaub enthält Hämatit, ein Eisenoxid, so Harald Strauß vom Institut für Geologie und Paläontologie der Universität Münster. Tatsächlich besteht die Sahara zu einem großen Teil aus verwitterten Gesteinen, so Harald Elsner von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Auch andere Eisenoxide wie etwa Magnetit, welches sehr stark magnetisch ist und in allen Gesteinsarten vorkommt, können daher Teil der Mischung sein.

Wie oft kommt Saharastaub nach Deutschland?

Daneben hat Saharastaub aber auch positive Effekte. In der Karibik und im Amazonas-Regenwald hat er eine düngende Wirkung und versorgt die genannten Gebiete mit wichtigen Nährstoffen. In Europa ist Saharastaub keine seltene Erscheinung.

Laut Deutschem Wetterdienst tritt das Phänomen pro Jahr zwischen zehn und 20 Mal auf, vor allem im Frühjahr und Sommer. Vereinzelt erreicht uns das Aerosol aber auch im Winter. Der Staub verfärbt dann den Schnee rotbraun – ein Schauspiel, das als „Blutschnee“ bekannt ist. Wenn der Regen die Partikel aus der Atmosphäre wäscht, könne sich die Regentropfen rot färben, was wiederum als „Blutregen“ bezeichnet wird.

Ist der Saharastaub gefährlich?

Bleibt die Frage, ob der Saharastaub eine gesundheitsgefährdende Wirkung hat. Der Bundesverband der Pneumologen gibt Entwarnung – wenigstens für gesunde Menschen. Selbst Sport im Freien ist demnach bei Saharastaub möglich. Asthmatiker und Pollenallergiker sollten dagegen vorsichtig seien, da sich die Pollen mit den Staubpartikeln verbinden und dadurch aggressiver werden können.

bee