Frauen sind überproportional von Alzheimer betroffen: Rund zwei Drittel aller Erkrankten sind weiblich – selbst wenn man ihre längere Lebenserwartung berücksichtigt. Forscherinnen und Forscher sehen dafür eine Mischung aus genetischen, hormonellen und sozialen Faktoren verantwortlich und warnen zugleich: Späte Diagnosen können die Situation verschärfen.
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Genetische Risikofaktoren bei Alzheimer
Alzheimer wird meist nach dem 65. Lebensjahr diagnostiziert, besonders häufig jenseits der 80. Dass Frauen länger leben als Männer – in Deutschland derzeit im Schnitt 83,2 Jahre gegenüber 78,5 Jahren – erklärt einen Teil des höheren Anteils, doch nicht alles. Auch in gleichen Altersgruppen erkranken Frauen deutlich häufiger. Das Verhältnis liegt bei etwa 60 zu 40.
Genetische Faktoren spielen dabei laut einer Studie eine zentrale Rolle: Das APOE-Gen, besonders die E4-Variante, gilt als stärkster Risikofaktor für Alzheimer. Trägerinnen von E4 haben ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko, und Frauen sind besonders anfällig. Forscher vermuten hormonelle Einflüsse: Sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren könnten die Wirkung des Gens verstärken.
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Hormone, Schlaf und Gehirnreinigung
Die Menopause bringt nicht nur hormonelle Veränderungen, sondern oft auch Schlafprobleme mit sich. In der Nacht durchläuft das Gehirn ein „Reinigungsprogramm“ – das glymphatische System entfernt Abfallstoffe wie Beta-Amyloid, zentrale Bestandteile von Alzheimer-Plaques.
Schlafdefizite stören diesen Prozess, was das Risiko für Demenz erhöhen kann. Eine gezielte Hormontherapie kann Schlafstörungen lindern, ob sie Alzheimer vorbeugt, ist jedoch noch nicht sicher belegt.
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Bildung, Stress und soziale Faktoren
Neben Genetik und Hormonen beeinflussen soziale Faktoren das Risiko: Bildung, Einkommen und gesellschaftliche Teilhabe wirken sich auf die Gehirngesundheit aus. Ältere Frauen hatten häufig weniger Chancen auf höhere Bildung und beruflichen Aufstieg, was auch zu späteren Diagnosen führen kann. Das kann den Eindruck erwecken, dass die Krankheit bei Frauen schneller fortschreitet, wenn sie diagnostiziert wird.
Weitere Risikofaktoren sind: Bewegungsmangel, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, Hör- und Sehprobleme sowie soziale Isolation erhöhen das Risiko. Laut einer Übersichtsstudie könnten theoretisch bis zu die Hälfte aller Demenzfälle durch gezielte Prävention vermieden werden.
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Forscherinnen und Forscher hoffen, dass bessere Bildung, gesündere Lebensweisen und frühere Diagnosen die Zahl der Alzheimerfälle bei Frauen in Zukunft senken könnten. Neue Therapien, etwa Medikamente wie Lecanemab oder Donanemab, wirken am besten, wenn die Erkrankung früh erkannt wird.










