Nach Angaben der WHO verursachen Influenzaviren weltweit jährlich etwa eine Milliarde Infektionen, von denen schätzungsweise drei bis fünf Millionen einen schweren Krankheitsverlauf nehmen. Die Zahl der Todesfälle infolge einer Influenzaerkrankung wird auf 290.000 bis 650.000 pro Jahr beziffert. Vor diesem Hintergrund untersuchten Forscher in einer aktuellen Studie, welchen Einfluss Influenzaviren auf das Herz ausüben.
Forscher: Sterberisiko vom Herz-Kreislauf-System abhängig
Eine Forschungsgruppe um Filip Swirski von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York hat in einer Studie gezeigt, dass bestimmte Immunzellen maßgeblich daran beteiligt sind, dass eine Influenzainfektion das Herz schädigen kann. Besonders kritisch ist es, wenn die Viren bis in das Herzgewebe vordringen. In diesem Fall kann es zum Absterben von Herzmuskelzellen kommen, die für die Kontraktionsfähigkeit des Organs essenziell sind.
Ausgangspunkt der Untersuchung waren epidemiologische Beobachtungen, die einen deutlichen Anstieg von Herzinfarkten während der Grippesaison zeigen. Bislang fehlten jedoch belastbare wissenschaftliche Erklärungen für diesen Zusammenhang.
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In einer Pressemitteilung berichten die Wissenschaftler, dass sie die Daten von 35 Patienten analysierten, die infolge einer Influenza in Kliniken verstorben waren. Bei 30 dieser Personen lagen bereits Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems vor. Daraus leiteten die Forscher ab, dass das Sterberisiko bei einer Influenzainfektion in hohem Maße vom Zustand des Herz-Kreislauf-Systems abhängt.
Immunzellen führen zur Schädigung des Herzens
Die Forscher berichten weiter, dass die Entzündung des Herzgewebes ausgeprägte Immunreaktionen auslöst, die ihrerseits zu zusätzlichen Schädigungen des Herzens beitragen. Um diesen Effekten entgegenzuwirken, verabreichte das Team den Versuchstieren gezielt modifizierte mRNA-Moleküle direkt in das Herzgewebe. Diese Intervention schwächte die Immunantwort deutlich ab, sodass das Ausmaß der Herzschädigungen erheblich reduziert werden konnte.
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Derzeit arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung einer sicheren und praktikablen Methode zur gezielten mRNA Verabreichung. Langfristig soll dieser Ansatz dazu beitragen, das Herz vor den Folgeschäden einer Influenzainfektion zu schützen.
Hoher Stand bei Atemwegserkrankung (ARE)
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist derzeit eine hohe Aktivität akuter Atemwegserkrankungen zu verzeichnen. In der 5. Kalenderwoche traten rund 7,4 Millionen Neuerkrankungen auf, während die COVID-19-Inzidenz weiterhin auf einem niedrigen Niveau liegt. Die Inzidenz grippeähnlicher Erkrankungen ist seit der 2. Kalenderwoche moderat angestiegen, bewegt sich jedoch im erwarteten saisonalen Rahmen. Insgesamt wurden etwa 1,9 Millionen neue grippeähnliche Erkrankungen mit Fieber sowie Husten oder Halsschmerzen registriert, von denen rund 800.000 Kinder betrafen.






