US-Angriff auf Venezuela, Diskussionen über die Zukunft Grönlands und ein mögliches Ende der Nato, dazu Unruhen im Iran: Das Jahr 2026 ist erst ein paar Tage alt, und schon ist die Liste aufwühlender Nachrichten länger geworden. Hört das denn niemals auf? Ein ebenfalls unangenehmes, drängendes Thema rückt angesichts anderer Krisen in den Hintergrund: die Erderwärmung. Die letzten elf Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Statistik im Jahr 1850.

Klimakrise: Abkommen von Paris ist bisher ein Papiertiger

Zur Erinnerung: Die Weltgemeinschaft hat sich 2015 darauf geeinigt, dass es eine Klimakrise gibt, deren Folgen es einzudämmen gilt. Niedergeschrieben hat sie das im Abkommen von Paris. Es wurde als historisch gefeiert. Das Abkommen hat sich seitdem zum Papiertiger entwickelt. Die Treibhausgasemissionen steigen weiter, wichtige Akteure wie die USA bremsen, blockieren oder steigen aus. Und auch in der deutschen Politik hatte Klimaschutz schon mal mehr Bedeutung. Wie sagte der heutige Kanzler Friedrich Merz im Frühjahr 2023: „Es ist ja nicht so, dass morgen die Welt untergeht.“

Kai Wiedermann, Redakteur im Ressort Ratgeber/Wissen
Kai Wiedermann ist Redakteur im Ressort Leben der FUNKE-Tageszeitungen.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Die Analysen und Aussichten zum Klima sind eindeutig: Das in Paris beschlossene Ziel, die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, wackelt gewaltig. Und damit steuern wir auf eine Zukunft zu, die gespickt sein dürfte mit Nachrichten über Extremwetter, Hitzetote, Waldbrände, Überschwemmungen. Staaten werden Milliarden ausgeben müssen, um die Schäden zu regulieren.

Noch können die Folgen der Erderwärmung eingedämmt werden, doch das Zeitfenster schließt sich. Für jetzige und künftige Generationen nicht nur in Deutschland gilt es, in einer sich wandelnden Weltordnung viele Probleme zu lösen. Der Kampf gegen Klimaextreme ist eines davon. Wer das vernachlässigt, produziert das Leid von morgen.