Zur Wasserflasche aus Plastik greifen viele ganz selbstverständlich. Doch aktuelle Forschung legt nahe, dass man dabei weit mehr zu sich nimmt als nur Wasser. Eine neue Übersichtsarbeit im Fachjournal Journal of Hazardous Materials zeigt: Wer regelmäßig Wasser aus Plastikflaschen trinkt, nimmt deutlich mehr Mikroplastik auf als Menschen, die Leitungswasser trinken.
Für die Studie werteten Forscher mehr als 140 wissenschaftliche Arbeiten aus, die sich mit Plastikflaschen und ihren Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit beschäftigen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt gelangen pro Jahr zwischen 39.000 und 52.000 Mikroplastikpartikel über Nahrung und Getränke in den menschlichen Körper. Bei Menschen, die häufig abgefülltes Wasser trinken, kommen laut Analyse bis zu 90.000 Partikel hinzu.
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Plastikabrieb schon beim Öffnen
Dass Mikroplastik in Flaschenwasser vorkommt, ist nicht neu. Die Studie macht jedoch deutlich, wie groß der Unterschied im Vergleich zu Leitungswasser sein kann. Mikroplastik entsteht unter anderem durch mechanische Belastung: Schon beim Auf- und Zuschrauben der Flasche reiben sich winzige Partikel aus Deckel und Gewinde ab. Auch Quetschen der Flasche, längere Lagerung oder Sonneneinstrahlung können den Abrieb verstärken.
Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2024 kam zu dem Ergebnis, dass ein Liter abgefülltes Wasser im Schnitt Hunderttausende extrem kleine Plastikteilchen enthalten kann. Viele davon sind so winzig, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
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Gesundheitsfolgen noch nicht abschließend geklärt
Welche Folgen Mikro- und Nanoplastik langfristig für den menschlichen Körper haben, ist bislang nicht vollständig erforscht. Fachleute betonen jedoch, dass die bisherigen Erkenntnisse Anlass zur Sorge geben. Die Partikel können Entzündungsreaktionen begünstigen, das Gleichgewicht der Darmflora stören und möglicherweise Organe erreichen. Diskutiert werden zudem Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonellen Störungen und anderen chronischen Leiden.
Gleichzeitig weisen Forscher darauf hin, dass belastbare Langzeitstudien fehlen. Ein zentrales Problem: Es gibt bislang keine einheitlichen Messmethoden. Je nach Analyseverfahren werden unterschiedliche Partikelgrößen erfasst.
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Plastikflaschen kaum reguliert
Während viele Länder Einwegprodukte wie Plastiktüten oder Strohhalme regulieren, bleiben Wasserflaschen aus Plastik bislang oft außen vor. Dabei handelt es sich um ein Produkt, bei dem Kunststoff direkt mit einem Lebensmittel in Kontakt steht. Die Autorinnen und Autoren der Studie sehen hier dringenden Handlungsbedarf – sowohl bei der Forschung als auch bei gesetzlichen Vorgaben.
Expertinnen und Experten raten, den Konsum von Flaschenwasser aus Plastik möglichst zu reduzieren, wenn Alternativen verfügbar sind. Wiederverwendbare Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl gelten als die bessere Wahl. In Ausnahmesituationen – etwa auf Reisen oder in Notfällen – seien Plastikflaschen zwar praktisch, sollten aber nicht zur Dauerlösung werden.
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Die Botschaft der Forschung ist klar: Mikroplastik ist kein fernes Umweltproblem, sondern gelangt über alltägliche Produkte direkt in den menschlichen Körper. Wie groß die gesundheitlichen Folgen tatsächlich sind, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen – doch Vorsicht im Alltag könnte schon jetzt helfen, die Belastung zu senken.








