Weihnachten ist eines meiner Lieblingsfeste – hier gebe ich alles. Zeitgleich droht jährlich ein Selbstausbeutungstrip. Ich bin Perfektionistin mit Hochglanzansprüchen: leckeres Festtagsessen, Bilderbuch-Optik, makellose Geschenke, alles bedacht, alle gesehen. Wertschätzung soll sichtbar werden in kunstvollen Verpackungen, im Glanz der Kugeln, im Duft der Plätzchen.
Doch damit geht oft die Wertschätzung für mich selbst verloren. Dieses Jahr musste ich das schmerzlich spüren. Mitten im Arbeits- und Familienwahnsinn ereilte mich ein halber Nervenzusammenbruch wegen verbrannter Pizzaschnecken für eine Weihnachtsfeier. Da stand ich, Tränen in den Augen, Timer im Anschlag, und merkte: Der Sinn des Festes ist mir zwischen Lichtermeer, Backpapier und Geschenken verloren gegangen.
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Weihnachten ohne Stress: Entschleunigung sorgt für mehr Familienglück
Also zog ich die Notbremse und rate jedem, es mir gleichzutun. Gönnen Sie sich entspannte Feiertage ohne Druck. Entschleunigen Sie für das eigene Wohlbefinden. Ihr Blutdruck und Ihre psychische Gesundheit werden es Ihnen danken. Und mir mein Sohn. Der will dieses Jahr Jogginghose statt Jackett – und ganz ehrlich: Beim Plätzchenessen und Singen unterm Weihnachtsbaum ist das ohnehin viel bequemer.
Die Geschenke packt mein Mann ein. Die Optik wird abenteuerlich, den Kindern ist das egal. Ihre Augen glänzen beim Inhalt, mit dem sie nicht rechnen. Und am Ende freuen sie sich am meisten über entspannte Eltern, die Zeit für sie haben und harmonische Erinnerungen schaffen.

Stress frisst Weihnachtsstimmung, Perfektionismus killt Nähe. Wer loslässt, gewinnt viel: ruhige Abende, echte Gespräche statt Streit, Lachen ohne Zeitdruck. Auch Jesu Geburt war unspektakulär in einem Stall – ohne viel Tamtam. Gönnen auch wir uns schlichtes Beisammensein statt einer Familienshow – und Liebe statt Leistung.



