Durch einen glücklichen Zufall ist eine neue fleischfressende Pflanze aus Bayern bekannt geworden – obwohl sie bereits vor über 30 Jahren entdeckt worden war. Die besondere Pflanze trägt den Namen „Bayerischer Sonnentau“, wissenschaftlich Drosera × bavarica, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) mitteilten. Es handelt sich dabei um einen Naturhybriden, der im Nachlass eines Botanikers gefunden wurde. Entstanden ist die Pflanze aus einer Kreuzung des Langblättrigen Sonnentaus mit dem Mittleren Sonnentau.
Auch interessant
Überraschender Fund: Sonnentau-Kreuzung erstmals in freier Natur entdeckt
Da in Mitteleuropa nur selten neue Pflanzenarten entdeckt werden, ist dieser Fund umso überraschender. „Dass eine Kreuzung dieser beiden Arten möglich ist, haben Kulturversuche in Japan bereits 1973 gezeigt“, erklärten die Experten den SNSB. In freier Natur sei die Hybride bislang jedoch noch nie nachgewiesen worden.
Die eigentliche Entdeckung liegt etwas mehr als drei Jahrzehnte zurück: Ein Münchner Botaniker hatte damals ein Exemplar in einem kleinen Moor in Südbayern gesammelt und gepresst. Nach seinem Tod vermachte der auf fleischfressende Pflanzen spezialisierte Wissenschaftler seine Sammlung den SNSB. Dort stieß schließlich ein SNSB-Botaniker auf die Sonnentau-Kreuzung.
Der verstorbene Botaniker muss sich der Besonderheit seines Fundes bewusst gewesen sein, so die SNSB. Er hatte die Pflanze bereits mit dem Namen Drosera × bavarica beschriftet, kam jedoch vor seinem Tod nicht mehr dazu, sie wissenschaftlich zu beschreiben.
lcz



