Haie – geschickte Jäger, die seit Jahrmillionen die Ozeane dominieren. Nun wirft eine Entdeckung in Australien neues Licht auf ihre Entwicklungsgeschichte. In der Nähe der Stadt Darwin (Nordterritorium) fanden Paläontologen in einer Gesteinsformation aus der Kreidezeit außergewöhnlich große Wirbel eines Urzeit-Hais. Ihre Ergebnisse fassten sie in einer Studie zusammen, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Nature Communications“ erschienen ist.
Die Wirbel dieses Raubfischs brechen in Größe und Gewicht Rekorde. Sie werden der Familie der inzwischen ausgestorbenen Cardabiodontidae zugeordnet, messen zwischen 11,4 und 12,6 Zentimeter im Durchmesser. Zum Vergleich: Die Wirbel eines modernen Weißen Hais, einer der größten Haie der heutigen Zeit, sind nur etwa acht Zentimeter groß. Mithilfe von Berechnungsmodellen ermittelten die Wissenschaftler, dass dieser frühe Hai eine Länge von sechs bis acht Metern erreicht haben könnte. Sein Gewicht schätzen die Forscher auf über drei Tonnen.
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„Der Hai aus der Darwin-Formation gehört damit zu den gigantischsten Haiarten, die wir bislang kennen“, zitiert das Wissensmagazin „scinexx“ Mohamad Bazzi von der Stanford University. Laut den Forschenden zählte der Urzeit-Hai zu den größten Meereswirbeltieren seiner Epoche in Australien. Selbst einige entdeckte Meeressaurier, wie Plesiosaurier und Ichthysaurier, erreichten kaum ähnliche Größen. Die Paläontologen nehmen deswegen an, dass Mitglieder der Hai-Familie Cardabiodontidae bereits etwa 15 Millionen Jahre früher als bisher angenommen zu den dominanten Räubern der Ozeane gehörten.

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Haie waren früher größer als gedacht
Die Gesteinsformation, in der die Fossilien entdeckt wurden, eröffnet auch Einblicke in die klimatischen Bedingungen jener Zeit. Die Forschung deutet darauf hin, dass die Entwicklung großer Körpergrößen bei Haien mit einer Abkühlung der Ozeane zusammenhing. Ein größeres Körpervolumen half, Wärme effizienter zu speichern und in kühleren Gewässern zu überleben.
Die Region rund um Darwin ist ein bedeutender Fundort für Fossilien aus der Kreidezeit. Der Fund des Urzeit-Hais ist ein wichtiger Baustein für das Verständnis der frühen Entwicklung großer Meeresräuber. Einmal mehr bestätigen solche Fossilien, welche zentrale Rolle Haie in den Ökosystemen vergangener und gegenwärtiger Ozeane einnehmen.






