- Parkinson betrifft immer mehr Menschen in Deutschland
- Nun zeigt eine Studie, dass zwei Vitamine die Krankheit bremsen könnten
- Wir erklären, was der neue Ansatz in der Praxis bedeutet
In Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 400.000 Menschen mit Parkinson – Tendenz steigend. Das geht aus den aktuellen Daten der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen hervor. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifheit und Gangunsicherheit verursacht.
Eine neue Studie liefert jetzt neue Erkenntnisse zum Verlauf der Krankheit: Japanische Forscherinnen und Forscher haben entdeckt, dass ein bestimmter Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Gehirn möglicherweise Einfluss auf den Verlauf der Krankheit haben kann. Aus ihrer Arbeit leitet sich auch ein möglicher Behandlungsansatz ab – dabei geht es lediglich um die gezielte Einnahme von zwei Vitaminen.
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Riboflavin und Biotin: Neue Hoffnung bei Parkinson durch Darmforschung
Der Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn rückt bei Parkinson immer stärker in den Fokus der Forschung. Schon seit einigen Jahren vermuten Wissenschaftler, dass das sogenannte Mikrobiom, also die Zusammensetzung der Darmbakterien, einen Einfluss auf den Ausbruch der neurologischen Erkrankung hat.
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Die neue Studie liefert dazu nun weitere Erkenntnisse: „Eine Supplementierungstherapie mit Riboflavin und Biotin bietet vielversprechende Ansätze für die Linderung der Parkinson-Symptome und die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs“, sagte der Medizinforscher und Studienautor Hiroshi Nishiwaki von der Universität Nagoya in Japan.
Mikrobiom und Vitaminmangel: Einfache Lösung für ein komplexes Problem?
Das Team um Nishiwaki verglich das Darmmikrobiom von 94 Parkinson-Patienten aus Japan mit dem gesunder Menschen – und wertete auch Daten aus Deutschland und weiteren Ländern aus. Das Ergebnis zeigte, dass bestimmte Bakterien, die für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B2 (Riboflavin) und B7 (Biotin) sorgen, offenbar bei vielen Erkrankten vermindert waren.

Diese B-Vitamine sind nicht nur als Nährstoffe wichtig, sondern leisten auch einen Beitrag zum Erhalt der Darmschleimhaut, die wie eine schützende Barriere wirkt. Fehlen Riboflavin und Biotin, gerät diese Schutzschicht aus dem Gleichgewicht – und das Nervensystem im Darm wird anfälliger für Umweltgifte wie Pestizide. Dies, so die Forscher, könnte eine Entzündung und über die Zeit typische Parkinson-Symptome begünstigen.
Forschung: Wie zwei Vitamine Parkinson-Patienten helfen können
Was die Studie so besonders macht: Der neue Behandlungsansatz ist überraschend unkompliziert. „Eine Supplementierungstherapie mit Riboflavin und Biotin bietet vielversprechende Ansätze für die Linderung der Parkinson-Symptome und die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs“, so Studienleiter Nishiwaki. Hoch dosierte B-Vitamine könnten demnach helfen, die Funktionsfähigkeit der Nerven länger zu erhalten.
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Bereits frühere Untersuchungen ließen vermuten, dass Vitamin B2 auch direkte Auswirkungen auf die Motorik haben kann. In einer Pilotstudie konnten Patienten mit einer entsprechenden Supplementierung und dem Verzicht auf rotes Fleisch wieder Teile ihrer Beweglichkeit zurückgewinnen.
Studienautor: So könnte gezielte Behandlung funktionieren
Nishiwaki betont, dass für eine optimale Behandlung der individuelle Vitaminspiegel und die jeweilige Zusammensetzung der Darmbakterien analysiert werden sollten. Künftig könnte eine sogenannte Stuhlmetabolitenanalyse helfen. „Mithilfe dieser Erkenntnisse könnten wir Personen mit spezifischen Mängeln identifizieren und denjenigen mit erniedrigten Werten Riboflavin- und Biotinpräparate oral verabreichen, wodurch möglicherweise eine wirksame Behandlungsmethode geschaffen werden könnte“, so der Mediziner.
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Trotz der vielversprechenden Ergebnisse gibt es Einschränkungen: Die Studie zeigt zwar Zusammenhänge zwischen Darmbakterien, Vitamin-B-Mangel und Parkinson, liefert aber noch keinen Beweis dafür, dass eine Vitamin-B-Supplementierung bei allen Patienten tatsächlich wirkt. Klinische Studien müssen erst noch zeigen, ob dieser Ansatz langfristig Symptome lindern oder den Verlauf der Krankheit messbar verlangsamen kann.








