- Rund 400.000 Menschen in Deutschland erkranken Jahr für Jahr an Alzheimer
- Bisher ist die Demenz-Form unheilbar – doch eine neue Studie macht Hoffnung
- Im Fokus steht dabei ein bereits etablierter Wirkstoff
Alzheimer gilt bislang als unheilbar, doch japanische Forscher könnten einem möglichen Therapieweg nun einen entscheidenden Schritt nähergekommen sein. In Tierversuchen führte ein Wirkstoff dazu, dass Symptome der Krankheit zurückgingen. Die Aminosäure Arginin, bisher vor allem als Nahrungsergänzungsmittel oder Medikament gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt, konnte in Tierversuchen Ablagerungen des schädlichen Proteins Amyloid-Beta im Gehirn entfernen, und damit typische Symptome der Krankheit lindern.
Bei Alzheimer bilden sich im Gehirn sogenannte Amyloid-Beta-Plaques, die Neuronen schädigen und vermutlich das Fortschreiten der Erkrankung vorantreiben. Ein Team der Kindai-Universität und des Nationalen Instituts für Neurowissenschaften in Japan testete nun, ob Arginin diese Ablagerungen auflösen kann. „Unsere Studie zeigt, dass Arginin die Aggregation von Amyloid-Beta sowohl in vitro als auch in vivo unterdrücken kann“, erklärt Neurowissenschaftler Yoshitaka Nagai in der Studie, die in der Fachzeitschrift „Neurochemistry International“ veröffentlicht wurde.
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In den Experimenten wurden männliche Mäuse mit Alzheimer-ähnlichen Plaques behandelt: Arginin wurde dem Trinkwasser der Tiere zugesetzt. Das Ergebnis: Die Proteinablagerungen im Gehirn gingen deutlich zurück, die Tiere zeigten weniger Verhaltensauffälligkeiten und die Aktivität von neuroinflammatorischen Genen sank. Auch in Fruchtfliegen und in Reagenzglas-Experimenten ließ sich beobachten, dass Arginin die Bildung der schädlichen Plaques verhindern kann.

„Das Spannende an dieser Entdeckung ist, dass Arginin bereits als klinisch sicher und kostengünstig gilt, was es zu einem vielversprechenden Kandidaten für eine Neupositionierung als Therapieoption für die Alzheimer-Krankheit macht“, schreibt Nagai weiter. Arginin wirkt als sogenanntes chemisches Protein, das die abnorme Fehlfaltung und Verklumpung von anderen Proteinen verhindern kann. Außerdem kann die Substanz die Blut-Hirn-Schranke überwinden – ein entscheidender Faktor für Therapien gegen Hirnerkrankungen.
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Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass noch viele Fragen offen sind. Die in den Studien verwendeten Dosen waren relativ hoch, und es ist unklar, welche Menge für Menschen sicher und wirksam wäre. Zudem zeigen Erfolge bei Mäusen und Fruchtfliegen nicht zwangsläufig, dass die gleichen Effekte auch im menschlichen Gehirn auftreten.
„Unsere Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Arginin-basierten Strategien zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen, die durch Fehlfaltung und Aggregation von Proteinen verursacht werden“, bilanziert Nagai. Klinische Studien könnten nun folgen, um die potenzielle Wirksamkeit der Aminosäure bei Menschen zu prüfen.







