Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen: Die Zeit vor und nach der Menopause kann für viele Frauen mit unangenehmen Symptomen verbunden sein. Nun haben Forscherinnen und Forscher aus den USA und Kanada untersucht, inwiefern eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Behandlungsmethode Linderung bringen könnte: die Masturbation.

Für ihre Studie rekrutierte das Team eine repräsentative Stichprobe aus 1178 US-Amerikanerinnen im Alter von 40 bis 65 Jahren. Diese füllten einen Online-Fragebogen zu der Frage aus, wie sie mit Beschwerden wegen der Wechseljahre umgehen. Neben Sport, gesunder Ernährung oder Hormontherapien war auch Selbstbefriedigung als eine Strategie aufgelistet. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass jede fünfte Frau, die sich kurz vor oder nach der Menopause befand, durch Masturbation eine Abschwächung der Symptome erfuhr.

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US-Studie: Jede fünfte Frau gab an, dass Selbstbefriedigung Symptome der Wechseljahre lindern könne

Verglichen mit anderen Strategien zur Symptomlinderung ging Selbstbefriedigung in dieser neuen Studie als eine der wirksamsten hervor. Vor allem in Bezug auf psychische Beschwerden, wie Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen, zeigte sich Masturbation als hilfreich. Masturbation könne nachweislich das Ein- und Durchschlafen erleichtern, insbesondere wenn sie zum Orgasmus führe. Auch könne Selbstbefriedigung Stress und negativen Gefühlen bei Frauen in den Wechseljahren entgegenwirken.

Außerdem, schreiben die Wissenschaftler, zeigten Studien, dass Scheidentrockenheit – ein häufiges Symptom in den Wechseljahren – seltener bei Frauen auftritt, die häufiger Geschlechtsverkehr hatten und onanierten. Die Erhebung offenbarte darüber hinaus: Fast die Hälfte der betroffenen Frauen (56,6 Prozent) gab an, dass sie bereit wären, Selbstbefriedigung als Strategie gegen Wechseljahresbeschwerden auszuprobieren, wenn ihnen ein Arzt oder eine Ärztin dies empfehlen würde.

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Wechseljahre: Vielen Betroffenen sind die Symptome vor der Menopause nicht bewusst

Interessanterweise, schreibt das Forschungsteam, hätten viele Befragte erst den positiven Effekt von Selbstbefriedigung bemerkt, als sie zu bestimmten Nebenwirkungen der Wechseljahre befragt wurden: Dann gaben sogar 46 Prozent der Frauen, die vor der Menopause standen, und 32 Prozent der Frauen, die die Wechseljahre bereits hinter sich gelassen hatten, an, eine Besserung der Symptome der Wechseljahre durch Masturbation wahrgenommen zu haben.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führten das darauf zurück, dass vielen Betroffenen das Spektrum der Nebenwirkungen der Wechseljahre gar nicht bewusst ist. „Dies ist nicht verwunderlich, da die meisten Medienberichte über die Menopause sich unverhältnismäßig stark auf ein einziges Symptom – Hitzewallungen – konzentrieren“, heißt es in der Studie. In einer Umfrage aus dem Jahr 2023 gab fast die Hälfte der befragten Frauen nach den Wechseljahren an, sich bezüglich der Menopause „überhaupt nicht“ informiert zu fühlen.

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Wechseljahre: Viele Frauen beschreiben Beschwerden als „sehr belastend und unerträglich“

Laut dem Team ist die Erforschung der Wechseljahre auch deshalb so wichtig, weil viele Frauen eine Reihe von Beschwerden erleben, die sie als „sehr belastend und unerträglich“ beschreiben. Nicht nur auf die allgemeine Lebensqualität wirke sich das negativ aus, sondern auch auf die Arbeitsleistung.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Masturbation das Potenzial hat, eine Vielzahl von Symptomen zu lindern“, heißt es in dem Fachartikel, der im Journal „Menopause“ veröffentlicht wurde. Außerdem sei es wichtig, „dass Ärzte die potenziellen Vorteile der Selbstbefriedigung mit ihren Patientinnen besprechen“.