Die Zeitumstellung sowie kürzere Tage im Herbst und Winter bringen im Körper vieles durcheinander. Unsere „innere Uhr“ ist dann bei vielen Menschen gestört, was Auswirkungen auf Schlaf, Stimmung und Verdauung haben kann. Laut Forschern sei deshalb in der dunklen Jahreszeit besonders der Zeitpunkt des Abendessens wichtig. Warum das so ist, erklärt Catherine Norton, Professorin für Sport- und Bewegungsernährung an der irischen Univesity of Limerick.
Gerade im Winter könnte ein frühes Abendessen den Körper und die Psyche unterstützen, schreibt Norton in einem Beitrag für die Expertenplattform „The Conversation“. Grund dafür sind die sogenannten zirkadianen Rhythmen – innere 24-Stunden-Uhren, die Schlaf, Hormonproduktion, Verdauung und Stoffwechsel regulieren. Diese Rhythmen wiederum werden stark von Licht und Dunkel beeinflusst. Wenn es draußen früher dunkel wird, beginnt unser Stoffwechsel schon früher „runterzufahren“, weil das Signal von fehlendem Tageslicht anzeigt: Es ist Zeit zur Ruhe.
Diese Erkenntnisse stammen aus dem aufstrebenden Forschungsfeld der Chrononutrition: Dabei wird untersucht, welchen Einfluss der Zeitpunkt unserer Mahlzeiten auf die von unserer inneren Uhr bestimmten Körperprozesse nimmt. Laut Norton deute der Forschungsstand darauf hin, „dass der Zeitpunkt unserer Mahlzeiten fast genauso wichtig sein könnte wie die Art der Mahlzeiten.“
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Späte Abendessen: Körper verbrennt weniger Fett
Mehrere Studien zeigten, wie unterschiedlich der Körper auf frühe und späte Abendessen reagiert. In einer Untersuchung aus dem Jahr 2020 schoss der Blutzuckerspiegel von Studienteilnehmern, die um 22 Uhr zu Abend aßen, um bis zu 20 Prozent höher als bei Teilnehmern, die schon um 18 Uhr aßen. Auch verbrannten die Spätesser im Vergleich 10 Prozent weniger Fett.
Aus einer Meta-Analyse von 29 Versuchen ergab sich außerdem, dass wer den Großteil der Kalorien zum Frühstück und Mittagessen einnimmt, sein Gewicht besser hält, niedrigere Blutzucker- und Cholesterinwertn sowie gesündere Blutdruckwerte aufweist.
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Tipps fürs Abendessen im Winter: Zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen
Auch während der anderen Jahreszeiten sind späte Abendessen eher ungesund. Doch mit dem Winter verschiebt sich die innere Uhr – und mit ihr die Definition davon, was „spät“ heißt. Denn wenn ein spätes, schweres Abendessen zu nahe an die Schlafenszeit rückt, überschneiden sich Verdauung, Hormonproduktion und Ruhephasen – eine ungesunde Mischung, die Schlafqualität und Stoffwechsel belasten kann.
Expertin Catherine Norton hat dafür konkrete Tipps, wie man dem Körper aushelfen kann. So sollte man am besten das Abendessen 17:30 Uhr begonnen und 19 Uhr beendet haben – in jedem Fall mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen. Frühstück und Mittagessen sollten die wichtigsten Mahlzeiten des Tages sein, weil der Stoffwechsel mit der Helligkeit noch aktiv ist.
Wer abends Sport treibt sollte das Abendessen früher einplanen und einen kleinen Snack danach haben. „Perfektion ist nicht erforderlich – ein regelmäßiger Rhythmus und das Bewusstsein für Ihre Bedürfnisse zählen“, beruhigt sie. Ihre Tipps würden nicht für jeden perfekt sein können. Wichtig sei deshalb, eine Strategie für die eigene Lebenssituation zu finden.
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Winterdepression: Frühe Abendessen könnten helfen
Laut Norton könnten frühere Abendessen sogar bei der für die Jahreszeit typisch schlechten Stimmung helfen. Weil im Winter die Serotoninspiegel häufig sinken, entstehen Verstimmungen, die auch als „Winterdepression“ bekannt sind. Ein frühes Abendessen sowie regelmäßige Essenszeiten könnten helfen, stabilisierende Tagesstruktur zu schaffen – besonders, wenn andere äußere Zeitgeber wie das Tageslicht fehlen.







