- Studie enthüllt: Erhöhter Blutdruck bei Kindern kann die Lebenserwartung stark beeinflussen
- Experten erklären, ab wann eine regelmäßige Blutdruckmessung sinnvoll ist
- Die wichtigsten Infos im Überblick
Kinder, deren Blutdruck bereits im Grundschulalter erhöht ist, haben ein deutlich höheres Risiko, Jahrzehnte später an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Das zeigt eine groß angelegte US-Studie, die auf der Fachkonferenz Hypertension Scientific Sessions der American Heart Association in Baltimore vorgestellt wurde und parallel im Fachjournal JAMA erschien.
Insgesamt wurden die Daten von mehr als 38.000 Kindern ausgewertet, die zwischen 1959 und 1965 geboren wurden. Der Blutdruck wurde jeweils im Alter von sieben Jahren gemessen, anschließend wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis ins Durchschnittsalter von 54 Jahren nachverfolgt.
Auch interessant
Herzkrankheiten: Signifikantes Risiko auch bei leicht erhöhten Werten
Demnach waren Siebenjährige mit einem Blutdruck im oberen Zehntel ihrer Altersgruppe im späteren Leben zu 40 bis 50 Prozent häufiger von einem frühen Tod durch Herzkrankheiten betroffen.
Von den untersuchten Personen starben bis 2016 rund 2.800, davon 504 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch wenn absolute Zahlen überschaubar bleiben, sei der Anstieg des Risikos signifikant, so die Forscher. Selbst Kinder mit nur leicht erhöhten Werten hatten noch ein messbar höheres Sterberisiko.
Studie mit Einschränkungen
Besonders aufschlussreich war eine Auswertung von Geschwisterpaaren: Selbst innerhalb derselben Familie hatten Kinder mit höherem Blutdruck ein größeres Risiko als ihre Geschwister mit niedrigeren Werten. Damit lasse sich der Effekt nicht allein mit Lebensumständen oder Ernährung erklären.
Einschränkungen hat die Studie dennoch: Der Blutdruck wurde nur einmal im Alter von sieben Jahren erhoben. Zudem stammten die Daten aus den 1960er-Jahren – Lebensstil und Umweltfaktoren haben sich seither stark verändert.
Lesen Sie auch
Gründe für Bluthochdruck
Trotzdem sehen Expertinnen und Experten die Ergebnisse als wichtiges Signal. „Blutdruck sollte bei Kindern regelmäßig gemessen werden“, sagte Bonita Falkner, emeritierte Professorin an der Thomas Jefferson University, die nicht an der Studie beteiligt war. „Darüber hinaus werden die Ergebnisse dieser Studie zu einer genaueren Definition von abnormalem Blutdruck und Bluthochdruck im Kindesalter beitragen.“
Die Fachgesellschaften empfehlen bereits heute, den Blutdruck ab dem dritten Lebensjahr regelmäßig bei Vorsorgeuntersuchungen zu kontrollieren. Neben genetischen Faktoren spielen dabei Bewegung, Ernährung und Stress eine Rolle.





