• Medikamente können zu Brechreiz oder Schwindel führen
  • Dann kann die Beratung in der Apotheke oft das Problem lösen
  • Eine Apothekerin nennt häufige Fälle und gibt Tipps

Sei es in der Schwangerschaft, nach einer durchzechten Nacht oder im Zuge einer Krankheit: Übelkeit zählt wohl zu den belastendsten Symptomen überhaupt. Nicht immer wissen die Betroffenen, wie sie die Übelkeit effektiv bekämpfen können. Dabei gibt es vielerlei Möglichkeiten und Medikamente, mit denen Linderung verschafft werden kann.

Eine davon: der Gang in die Apotheke. In Ihrer Kolumne „Der gute Rat der Apothekerin“ gibt Dr. Ina Lucas regelmäßig Tipps zu verschiedenen Krankheiten, Medikamenten und Behandlungsmethoden. In dieser Ausgabe verrät sie, was sie im Einsatz gegen Übelkeit empfiehlt.

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Dr. Ina Lucas: „In meiner Apotheke berate ich so gut wie jeden Tag zu einer der häufigsten Nebenwirkungen von Medikamenten: Übelkeit. Viele meiner Patientinnen und Patienten plagen sich damit ab, und meiner Erfahrung nach steht der Begriff der Übelkeit für eine ganze Reihe verschiedener Beschwerden: von Unwohlsein über Brechreiz oder Magenschmerzen bis Schwindel.

Es gibt viele Gründe, warum ein Medikament zu Übelkeit führen kann. Eisenpräparate oder das bekannte Schmerzmittel ASS können den Magen belasten. Einige andere Schmerzmittel werden vor allem zu Beginn einer Dauertherapie nicht gut vertragen. Auch verschiedene Antibiotika können als Begleiterscheinung Übelkeit auslösen.

Unsere Expertin

Dr. Ina Lucas ist 42 Jahre alt. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Pharmazie an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss promovierte Dr. Lucas in einer Kooperation zwischen der FU und dem Robert-Koch-Institut zum Thema Resveratrol und dessen Wirkung. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Zoschke vier Apotheken in Berlin mit rund 80 Angestellten. Dr. Lucas ist Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Berlin sowie Vizepräsidentin der ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V..

Übelkeit oder Erbrechen sind ebenso häufige Nebenwirkungen bei der Behandlung von Tumorerkrankungen. Sie können eine Nebenwirkung der Krebsmedikamente sein oder ein Symptom der Erkrankung. Gegen Übelkeit während einer Krebstherapie gibt es rezeptpflichtige Medikamente, die in aller Regel vom behandelnden Arzt oder der Ärztin als Begleitmedikation verordnet werden.

Übelkeit durch Medikamente kann Patientinnen und Patienten jedes Alters betreffen. Bei jungen Frauen kann zum Beispiel die Antibabypille Übelkeit auslösen. Sie tritt vor allem zu Therapiebeginn auf und verschwindet meist nach und nach. Ältere Menschen brauchen oft mehrere Arzneimittel, die den Magen belasten und so Übelkeit auslösen. Und wer regelmäßig mehrere Tabletten nimmt, nimmt auch relativ große Mengen an Laktose ein. Dieser Hilfsstoff kann ebenfalls Verdauungsbeschwerden und damit Übelkeit auslesen. Denn nicht jeder verträgt große Mengen an Laktose gut.

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Apothekerin: Zu diesen Hilfsmitteln rate ich meinen Patienten

Wenn jemand in meiner Apotheke über Übelkeit klagt, nehme ich das sehr ernst. Und frage immer auch gezielt nach anderen Medikamenten oder Vorerkrankungen. Denn Übelkeit ist keine Lappalie und kann die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Vor allem, wenn sie länger anhält. Im persönlichen Gespräch finde ich eigentlich immer eine Lösung, die die Übelkeit zumindest mildert. Oft verschwindet sie sogar vollständig, wenn Medikamente die Ursache darstellen.

Dabei habe ich viele Optionen: Ich kann zum Beispiel andere Einnahmezeitpunkte empfehlen, etwa Eisentabletten erst nach dem Essen. Oder ich wähle eine andere Darreichungsform, etwa magensaftresistente Kapseln. In der Selbstmedikation kann ich einen anderen Wirkstoff mit ähnlichen Wirkungen oder aber Präparate mit anderen Hilfsstoffen auswählen.

Es gibt auch rezeptfreie Medikamente speziell gegen Übelkeit, zum Beispiel mit Ingwer. Ich kann zudem einordnen, wann Übelkeit ärztlich behandelt werden sollte – und übernehme gerne eine Lotsenfunktion. So sollte man bei heftiger Übelkeit mit Erbrechen und Schwindel schleunigst in die Notaufnahme gehen. All das biete ich im persönlichen Gespräch in meiner Apotheke gerne an – um für meine Patientinnen und Patienten die individuell beste Lösung zu finden.“

Dieser Artikel erschien zuerst im Mai 2025.