- Die RSV-Welle in Deutschland nimmt Fahrt auf
- Mediziner raten älteren Menschen schon länger zur Impfung
- Für viele ist sie eine Kassenleistung
Laut Robert-Koch-Institut (RKI) steigt die Zahl der Infektionen mit dem Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) stark an. Das Virus gilt insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen als ernstzunehmende Bedrohung.
Elf medizinische Fachgesellschaften rufen dazu auf, und auch die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt älteren Menschen eine Impfung. Sie ist für viele Menschen eine Kassenleistung.
Die Stiko-Empfehlung gilt laut RKI für Menschen ab 75. Auch für Menschen ab 60 Jahren mit Risikofaktoren wird die Impfung gegen die Atemwegserkrankung empfohlen. Die Stiko rät zu einer einmaligen Impfung, am besten vor der RSV-Saison als Standardimpfung mit den Wirkstoffen Arexvy und Abrysvo. Die RSV-Saison dauert in der Regel von Oktober bis März. Für einen optimalen Schutz sollte die Impfung schon im Spätsommer erfolgen.

Impfung gegen RSV: Krankenkassen übernehmen die Kosten
Die RSV-Impfung ist dabei keine jährliche Impfung. Laut RKI könne noch keine Aussage zur Notwendigkeit von Wiederholungsimpfungen getroffen werden. Die RSV-Impfung könne gleichzeitig mit der saisonalen Grippe-Impfung verabreicht werden.
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Erstmals überhaupt hatte die Europäische Union im Herbst 2023 zwei Impfstoffe gegen das RS-Virus zugelassen, Arexvy von Glaxo Smith und Abrysvo von Pfizer. „Insbesondere Erwachsene mit deutlich eingeschränkter Immunabwehr oder schweren Lungen- sowie Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen empfehlen wir eine Impfung“, sagte Prof Wolfram Windisch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).
Zulassungsstudien zu beiden Proteinimpfstoffen belegen die Wirksamkeit. Sie verursachten bei Menschen über 60 zwar Nebenwirkungen, diese waren aber zumeist innerhalb weniger Tage abgeklungen und in Häufigkeit und Intensität vergleichbar mit Impfungen gegen andere respiratorische Viren. „Darüber hinaus wurden keine Sicherheitsbedenken identifiziert“, heißt es in einem Positionspapier der elf Fachgesellschaften.
Fachleute raten sogar zu Impfung außerhalb der Empfehlung
Bislang liegen nur Studiendaten für erwachsene Personen über 60 Jahre vor, weshalb die Zulassung des Impfstoffs bei Erwachsenen auf diese Altersgruppe beschränkt ist. „Bei schweren Vorerkrankungen, die mit einem hohen Risiko durch RSV-Infektionen verbunden sind, erscheint eine Schutzimpfung auch außerhalb der Zulassung bei Menschen unter 60 Jahren potenziell sinnvoll“, so die Experten.
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RSV-Infektionen gefährden nicht nur Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder, sondern können auch bei älteren und vorerkrankten Erwachsenen schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen von vorbestehenden Erkrankungen auslösen. Ziel der Stiko-Empfehlung zur einmaligen Impfung sei die Verringerung von Atemwegsinfektionen mit RS-Viren bei Menschen ab 75 Jahren sowie bei Menschen ab 60 Jahren, die in Pflegeeinrichtungen sind oder ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben.
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Zu den Risikofaktoren zählen schwere Formen chronischer Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie bestimmten Tumorerkrankungen. Auch chronische neurologische und neuromuskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus mit Komplikationen oder schweren Immundefiziten gehören laut RKI ebenfalls dazu.





