Donanemab medication
Alzheimer-Patienten können auch in Deutschland schon bald mit Donanemab behandelt werden. Doch das Medikament kommt längst nicht für alle infrage.© picture alliance / Science Photo Library | WLADIMIR BULGAR

In Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Alzheimer. Rund eine Million sind hierzulande von der Krankheit betroffen. Eine Heilung gibt es nicht, doch Arzneimittel können den Verlauf verzögern. Nach Leqembi (Wirkstoff Lecanemab) im September dieses Jahres ist ab sofort nun ein zweites Alzheimer-Medikament in Deutschland verfügbar: Kisunla (Wirkstoff Donanemab). Wer kann es bekommen, wie wird es verabreicht und welche Nebenwirkungen sind bei dem Wirkstoff bekannt?

Donanemab: Wer wird mit den Alzheimer-Medikament behandelt?

Das Medikament basiert auf dem Antikörper Donanemab. Dieser zielt im Gehirn der Patientinnen und Patienten auf sogenannte Amyloid-Plaques. Solche Ablagerungen von Eiweißen im Gehirn – Jahre bevor erste Symptome auftreten – sind charakteristisch für Alzheimer, die häufigste Form von Demenz.

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Die Behandlung erster Patientinnen und Patienten mit dem Wirkstoff kann bereits wenige Wochen nach der EU-Zulassung starten. Zugelassen ist das neue Medikament für Menschen mit einer frühen symptomatischen Alzheimer-Krankheit, sprich: in der Phase einer leichten kognitiven Störung oder beginnenden Demenz, das teilte der Hersteller Eli Lilly aus den USA mit. Der Nachteil: Nur für ein Teil von ihnen kommt auch tatsächlich für eine Behandlung mit Donanemab infrage.

Schon in etwa ein bis zwei Wochen sollen erste Alzheimer-Erkrankte an der Uniklinik RWTH Aachen (NRW) behandelt werden, erklärt der Neurologe Jörg B. Schulz, Direktor der Klinik für Neurologie an der RWTH. „Die Therapie stellt keine Heilung dar, aber Studien mit Donanemab haben eindeutig eine Verlangsamung der Erkrankungsprogression gezeigt.“ Mit Progression ist das Fortschreiten der Krankheit gemeint. Der Effekt fällt demnach deutlich aus: Im Zeitraum von anderthalb Jahren (18 Monate) sei Schulz zufolge ein Gewinn von vier bis sechs Monaten erreicht worden.

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Alzheimer: Wie wird das Medikament Donanemab verabreicht?

Das neue Medikament Donanemab wird alle vier Wochen per Infusion verabreicht. Die Therapie ist beschränkt und darf nur von Ärztinnen und Ärzten begonnen werden, die bereits Erfahrung mit der Diagnostik von Alzheimer und Zugang zu Untersuchungen per Magnetresonanztomografen (MRT) haben.

Zum Vergleich: Lecanemab, das erste zugelassene Alzheimer-Medikament, ist bereits seit dem 1. September in Deutschland verfügbar, muss aber alle zwei Wochen gegeben werden.

Donanemab: Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Die Wirksamkeit von Donanemab in den Zulassungsstudien ist etwas höher gewesen als die von Lecanemab, sagt Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Zu den Nebenwirkungen beider Medikamente zählen Veränderungen im Gehirn – etwa Ödeme oder Mikroblutungen. Das Risiko sei unter Donanemab höher, sagte Berlit. Außerdem habe sich gezeigt, dass bei beiden Substanzen die Wirksamkeit bei Frauen geringer ausfalle als bei Männern.

Ein weiterer gravierender Nachteil: Die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die tatsächlich für die Behandlung infrage kommen, ist begrenzt. Bestimmte genetische Faktoren, aber auch die Einnahme von Gerinnungshemmern schließen eine Nutzung aus. Geschätzt erfüllt nur etwa einer von 100 Menschen mit Alzheimer-Demenz alle Voraussetzungen für die Behandlung. „Vermutlich wird die Zahl eher niedriger sein“, nimmt Berlit an. Bei geschätzt etwa 1,2 Millionen Alzheimer-Erkrankten in Deutschland wären das weniger als 12.000 Menschen.

mit dpa