Darauf haben viele Autofahrer schon lange gewartet: Mit dem Tankrabatt ab 1. Oktober sinken vorübergehend die Preise für Benzin und Diesel. Aber wie funktioniert der Rabatt? Was kommt danach? Die wichtigsten Fragen und Antworten:
Warum gibt es jetzt wieder den Tankrabatt?
Die Spritpreise sind im September auf Rekordniveau gestiegen. Nach 28 Tagen lag der Durchschnittspreis für E10 laut ADAC bei knapp 2,27 Euro je Liter, Diesel kostete zwischen 2,38 und 2,39 Euro. Damit liegt der Monatsdurchschnitt deutlich über den bisherigen Rekorden für einen ganzen Monat. Der Tankrabatt soll Autofahrer angesichts dieser Entwicklung kurzfristig entlasten.
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Wie funktioniert der Tankrabatt?
Der Tankrabatt ist eine Steuersenkung von 16,7 Cent je Liter – genauso wie schon einmal im Mai und Juni. Der Staat verzichtet in der neuen Runde bis Dezember auf schätzungsweise 2,5 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Bund und Länder tragen den Ausfall je zur Hälfte. Allerdings verdient der Staat normalerweise sehr gut am Kraftstoffverbrauch: Mehr als die Hälfte des Spritpreises geht an den Fiskus, Deutschland liegt damit im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. Die Mineralölwirtschaft kündigt an, die Entlastung ab Mitternacht vollständig an die Kunden weiterzugeben. Der Verband en2x verweist dabei auf den Wettbewerb zwischen rund 14.000 Tankstellen in Deutschland.
Der günstigere Steuersatz gilt aber zunächst nur für Kraftstoff, der ab dem 1. Oktober die Raffinerien und Tanklager verlässt. Die Folge: „Beim letzten Tankrabatt im Mai und Juni hat es gedauert, bis der Tankrabatt an den Zapfsäulen ankam. Beim Superbenzin waren die Preise erst an Tag zwei deutlich rückläufig, beim Diesel hat es sogar noch länger gedauert“, sagt Florian Neumeier vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung unserer Redaktion. „Diesmal wird es voraussichtlich ähnlich sein.“ Wie viel ein Autofahrer spart, hängt außerdem vom Verbrauch und der Fahrleistung ab: Ein Diesel mit 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung und sieben Litern Verbrauch auf 100 Kilometer würde in drei Monaten rechnerisch rund 44 Euro sparen, wenn die 16,7 Cent vollständig weitergegeben werden.
Müssen die Tankstellen die Steuersenkung weitergeben?
Nein, eine gesetzliche Verpflichtung, die Steuersenkung Cent für Cent an die Kunden weiterzugeben, gibt es nicht. Das Bundesfinanzministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass die Energiesteuer lediglich ein Bestandteil des Kraftstoffpreises ist und es den Kraftstofflieferanten obliegt, die geringere Steuerbelastung weiterzugeben. Der ADAC drängt aber: „Wir erwarten von den Mineralölkonzernen, dass sie die Steuersenkung zeitnah und vollständig an die Verbraucher weitergeben“, sagte eine ADAC-Sprecherin dieser Redaktion.

Wie stark senkt der Rabatt die Preise?
Die Erfahrungen mit dem Tankrabatt im Frühjahr sind eindeutig – die Preise sinken, aber nicht unbedingt um 17 Cent: „Der Tankrabatt beim Superbenzin wurde nahezu vollständig an die Autofahrer weitergegeben“, fasst Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, die Ergebnisse einer Untersuchung zusammen. So lagen die Preise in Deutschland bei Super E5 um 17 Cent und bei Super E10 um 16 Cent unter den Vergleichswerten ausländischer Tankstellen ohne Tankrabatt. Aber: Bei Diesel betrug diese Preissenkung nur 12 Cent. „Die unvollständige Weitergabe beim Diesel bedeutet, dass ein Teil davon bei den Mineralölkonzernen gelandet ist“, sagt Neumeier. Zu ähnlichen Ergebnissen kam die Monopolkommission.
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Mit welchen Tricks müssen Autofahrer rechnen?
Die Monopolkommission machte eine Beobachtung, die Autofahrer Ende Dezember im Hinterkopf behalten sollten: In den letzten Tagen des Tankrabatts, als viele Autofahrer ihr Fahrzeug vorsorglich noch einmal volltankten, lag die Weitergabe des Rabatts nur noch bei 7 bis 11 Cent pro Liter. Mehr als die Hälfte des Rabatts sei bei den Verbrauchern schlicht nicht mehr angekommen, so die Kommission. Ein anderer Trick wäre gewesen, die Spritpreise kurz vor dem Start des Tankrabatts zu erhöhen, womit die Steuersenkung zunächst zum Teil verpuffen würde: Dafür sieht der ADAC aber keine Hinweise. Doch moniert der Verband, dass die Entlastung in der Vergangenheit teilweise erst mit Verzögerung weitergegeben worden sei.
Was passiert nach dem Ende des Tankrabatts?
Die Bundesregierung plant Anschlusslösungen, die für längere Zeit für Entlastung beim Spritpreis sorgen sollen. Spätestens ab dem 1. Januar 2027 soll ein Preisdeckel in Kraft treten, der nach dem Vorbild von Belgien und Luxemburg die größten Preissprünge begrenzen soll. In beiden Ländern legt die Regierung dauerhaft Höchstpreise für Benzin und Diesel fest – in Luxemburg in normalen Zeiten zweimal im Monat, während in Belgien sogar täglich nach einem mit der Mineralölwirtschaft vereinbarten Verfahren der Höchstpreis festgelegt wird.
Als zweite Lösung erwägt die Regierung direkte Zuschüsse zu den hohen Energierechnungen im kommenden Jahr. Sicher ist das nicht, beraten wird erst Anfang 2027. Eine solche Direktzahlung könnte nach bisherigen Überlegungen einmalig 100 bis 300 Euro betragen, wahrscheinlich würde sie gezielt an Menschen mit relativ niedrigen Einkommen gezahlt. Allerdings gibt es für diese Direktzahlung auf das Konto der anspruchsberechtigten Bürger noch technische Hürden.
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Wie begründet die Politik den Tankrabatt?
Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), begrüßte den erneuten Tankrabatt als „wichtige und dringend notwendige Entlastung“. Für viele Menschen sei das Auto kein Luxus, sondern Voraussetzung für zahlreiche Transportwege und um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu kommen. „Ziel bleibt: Benzin und Diesel müssen wieder unter zwei Euro pro Liter kosten“, sagte die SPD-Politikerin.

Der Tankrabatt sei dafür der erste Schritt. „Wir brauchen aber auch den Preisdeckel und die Übergewinnsteuer“, forderte Schwesig. „Es ist nicht akzeptabel, dass Unternehmen und Bürger jeden Tag hohe Preise an den Zapfsäulen bezahlen, während die Mineralölkonzerne Rekordgewinne erzielen.“
Auch der CDU-Sozialflügel sieht Handlungsbedarf. „Es ist richtig, dass der Tankrabatt jetzt kommt. Wer auf das Auto angewiesen ist, muss bei hohen Spritpreisen entlastet werden“, sagte Dennis Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Das betreffe nicht nur Pendler. Auch die Logistik stehe unter erheblichem Kostendruck: „Steigende Kraftstoffpreise treffen die Branche unmittelbar und schlagen am Ende auf die Preise durch.“ Entscheidend sei aber, „dass wir bei der nächsten Krise nicht wieder bei null anfangen, sondern der Staat handlungsfähig ist“. Der angekündigte Mechanismus für Direktzahlungen müsse deshalb zeitnah umgesetzt werden. Gerade Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen müssten schnell unterstützt werden können – „und zwar so, dass die Hilfe wirklich bei ihnen ankommt“.









![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)

