Wer einmal an einem schönen Ort eine schöne Ferienwohnung gemietet hat, der wird bei nächster Gelegenheit womöglich einen weiten Bogen um Hotels machen. Zumindest ergeht es vielen Touristen so. Sie wissen zu schätzen, dass ein Appartement auch im Urlaub ein hohes Maß an Flexibilität ermöglicht und einen Aufenthalt mitten im Alltagsleben einer Stadt.

Auch interessant

Nur sollte niemand die Augen vor dem Umstand verschließen, dass der Ferienwohnungsboom längst zum Problem geworden ist. Online-Plattformen wie Airbnb oder Booking spülen immer neue Touristenmassen in Orte, in denen es ohnehin schon an regulärem Wohnraum fehlt und Mieten wie Kaufpreise seit Jahren in die Höhe schießen. Im schlimmsten Fall wird die heimische Bevölkerung verdrängt. Das ist überall in Europa so – und darüber hinaus. Es ist deshalb naheliegend, dass nun auch die Europäische Union versucht, einen Beitrag zur Lösung dieses Problems zu leisten.

Funke Mitarbeiter
Politik-Korrespondent Thorsten Knuf© Funke Foto Services | Reto Klar

Die EU-Kommission schlägt vor, es den zuständigen Gebietskörperschaften zu erleichtern, rechtssicher gegen Exzesse auf dem Markt für Kurzzeitvermietungen vorzugehen. Dieser Ansatz ist richtig – klare Kriterien für einen Markt, der europaweit funktioniert. Aber auch eine klare Festlegung dahingehend, dass konkrete Entscheidungen vor Ort getroffen werden müssen. Es sind schließlich die Bürgermeister oder die Regierungen von Regionen, Bundesländern oder Staaten, die sich ihren Bürgern gegenüber verantworten müssen. Und zwar sowohl gegenüber denen, die keine bezahlbare Wohnung finden. Wie auch gegenüber jenen, die ihr Eigentum so nutzen wollen, wie sie es für richtig halten.