Hitze macht träge, das gilt leider auch für die Bundesregierung. Eine Serie von Hitzewellen zieht zerstörerische Spuren durch das Land, mit Tausenden Todesfällen, Waldbränden, ausgetrockneten Flüssen und verdorrten Feldern. Und was machen der Kanzler und seine Minister? Entweder nichts oder zu wenig.
Klar, der Umweltminister meldet sich zu Wort. Aber die allgemeine Stimmung gibt der Landwirtschaftsminister zu Protokoll: „Ich kann’s nicht regnen lassen, sonst täte ich es“, kommentiert er die Verzweiflung vieler Bauern. Der Kanzler sagt einfach nichts. Würde er die Hitzekrise zur Chefsache machen, würde das Wetter sich ja auch nicht ändern, erklärt sein Sprecher nonchalant.

Es stimmt schon, Hitzegipfel-Aktionismus hilft jetzt niemandem. Aber offenbar verkennt die Regierung den Ernst der Lage. Friedrich Merz fürchtet wohl auch, sich ein Versäumnis eingestehen zu müssen: Er hat ja Klimaschutz vor allem als Belastung für die Wirtschaft betrachtet. Inzwischen müsste ihm klar sein, dass es der Klimawandel ist, der der Wirtschaft hohe Milliardenkosten aufbürdet und das Wachstum drosselt.
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Auch die Unternehmen brauchen jetzt eine Regierung, die entschlossen handelt. Kurzfristig geht es um Hilfen für Hitze-Betroffene, vor allem für Landwirte. Zweitens müssen sofort die Vorbereitungen für die Hitzewellen des nächsten Jahres beginnen, etwa mit Investitionen in Klimaanlagen. Drittens muss von Städtebau bis Gesundheit Klimaanpassung als dringende Staatsaufgabe vorangetrieben werden. Ein guter Anfang wäre es, wenn der Kanzler einfach ein bisschen Mitgefühl zeigen würde angesichts von 12.500 Hitzetoten.




![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)

