Gefeuert, versetzt, befördert: Friedrich Merz (70) hat seine Mannschaft nach etwas mehr als einem Jahr in der Regierung neu aufgestellt. Auslöser war der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionsvorsitzender. Bei dem großen Umbau ist der Kanzler und CDU-Chef nicht zimperlich vorgegangen und hat den ein oder anderen in seiner Partei verärgert. Merz sollte also mit dem Aufgebot Erfolg haben.

Thorsten Frei: Vorsitzender der Unionsfraktion

Sitzung des Bundeskabinetts
Thorsten Frei soll die Fraktionsinteressen vertreten, aber auch Mehrheiten sichern.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Beliebt bei den Abgeordneten, erfahren im parlamentarischen Betrieb – dass der Mann aus Südbaden künftig die Fraktion führen soll, stieß in der Union auf ein positives Echo. Doch die Erwartungen an Thorsten Frei sind hoch. Als Kanzleramtsminister war es sein Job, die Pläne der Regierung voranzutreiben, jetzt muss der 52-Jährige in der Lage sein, die Interessen der Fraktion zu vertreten. Gleichzeitig muss er dafür sorgen, dass bei wichtigen Abstimmungen die Mehrheit steht – keine einfache Aufgabe bei nur zwölf Stimmen Puffer.

Nina Warken: Chefin des Kanzleramts

Ministerin Warken
Nina Warken wird rechte Hand von Merz im Kanzleramt.© Sebastian Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Die 47-jährige Baden-Württembergerin macht steil Karriere. Vor gut einem Jahr holte Merz die bis dahin einer breiteren Öffentlichkeit unbekannte Parlamentsgeschäftsführerin in der Unionsfraktion als Gesundheitsministerin ins Kabinett. Fachliche Vorerfahrung fand sich in ihrem Lebenslauf nicht. Nina Warken nahm jedoch das heikle Unterfangen einer Gesundheitsreform in Angriff. Nun traut Merz ihr noch mehr zu. Er will sie als Frei-Nachfolgerin und wichtige Vertraute im Kanzleramt an seiner Seite haben.

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Die neue Merz-Mannschaft - geht das gut?
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Carsten Linnemann: Bundesgesundheitsminister

Chancellor Merz Holds Press Conference Following Personnel Changes
Carsten Linnemann muss große Reformvorhaben umsetzen.© Getty Images | Sean Gallup

Der bisherige Mann fürs Grobe wird ab jetzt Feingefühl beweisen müssen: Carsten Linnemann, Merz‘ Lautsprecher im Amt des CDU-Generalsekretärs, wechselt als Warken-Nachfolger ins Gesundheitsministerium. Dort muss der 48-Jährige im Umgang mit Ärzte-, Krankenkassen- und Patientenvertretern den richtigen Ton treffen. Und: Linnemann hat weiter große Reformen vor der Brust. Unter anderem stehen die Pflegereform, der Aufbau eines Primärarztsystems und Strukturveränderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung auf seiner To-do-Liste.

Steffen Bilger: Bundesverkehrsminister

CDU Präsidium
Steffen Bilger war bisher erster parlamentarischer Geschäftsführer.© Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Sollte einmal der Moment gesucht werden müssen, an dem sich die CDU von Merz abwandte, könnte der Name Patrick Schnieder fallen. Dem Verkehrsminister erklärte Merz, dass er keine Verwendung mehr für ihn habe. Doch weil der Finanzexperte Fritz Güntzler dem Kanzler erst zu- und dann absagte, geriet der Rauswurf zum Kommunikationsdesaster. Nicht nur Schnieders CDU in Rheinland-Pfalz ist stinksauer auf Merz. Mitten im Scherbenhaufen: Der bisherige Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (47) als neuer Verkehrsminister.

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Philip Amthor: Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen

Philipp Amthor
Philipp Amthor sieht in den Reformen eine eine gesamtstaatliche Aufgabe.© Katharina Kausche/dpa | Katharina Kausche

Der 33-jährige Philipp Amthor aus Ueckermünde wechselt aus dem Digitalministerium ins Kanzleramt. Bislang war er als parlamentarischer Staatssekretär mit dem Bürokratieabbau betraut. Das Thema bleibt dem Juristen erhalten, wenn er als Staatsminister nun die Bund-Länder-Zusammenarbeit koordiniert. Amthor sagte, Staatsmodernisierung sowie alle Reformvorhaben seien eine gesamtstaatliche Aufgabe. Merz will von ihm unter anderem, dass er die föderale Digitalisierungs- und Modernisierungsagenda umsetzt.

Christiane Schenderlein: Staatssekretärin im Gesundheitsministerium

Christiane Schenderlein
Wechselt vom Kanzleramt ins Gesundheitsministerium: Christiane Schenderlein© Kay Nietfeld/dpa | Kay Nietfeld

Die in Sachsen aufgewachsene Schenderlein fiel als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt weder positiv noch negativ besonders auf. Merz will die 44-Jährige aber mit einer Person aus dem aktiven Sport ersetzen, als Nachfolgerin ist Ex-Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler im Gespräch. Schenderlein hat jedoch Glück: Linnemann holt sie als Staatssekretärin in sein Ministerium. Sehr zur Verärgerung von Tino Sorge, der diesen Job nun los ist.

CSU & CDU – Spannende Artikel über die Union

Gitta Connemann: Staatssekretärin im Digitalministerium

Gitta Connemann
Gitta Connemann (62), Staatssekretärin, Bundesbeauftragte und Verbandschefin.© Rolf Vennenbernd/dpa | Rolf Vennenbernd

Gitta Connemann (62) hatte bislang drei Jobs, und das bleibt auch so. Bisher war sie Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, verstand sich aber laut Meldungen nicht sonderlich gut mit Ministerin Katherina Reiche. Nun folgt sie auf Amthor als Staatssekretärin im Digitalministerium. Connemann bleibt aber Mittelstandsbeauftragte der Regierung, deren Stelle eigentlich im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist. Dazu leitet sie als Bundesvorsitzende die einflussreiche Mittelstands- und Wirtschaftsunion.

Johannes Steiniger: Staatssekretär im Wirtschaftsministerium

Bundestag
Friedensangebot an die CDU Rheinland-Pfalz: Die Berufung von Johannes Steiniger.© Christophe Gateau/dpa | Christophe Gateau

Johannes Steiniger rückt für Connemann im Wirtschaftsministerium nach. Der 39-jährige Bundestagsabgeordnete kümmerte sich in der Unionsfraktion bisher um Agrarpolitik. Wichtig ist jedoch: Steiniger kommt aus Rheinland-Pfalz und war bisher Generalsekretär der dortigen CDU. Seine Beförderung kann als Kompensation des Kanzlers für den Schnieder-Rauswurf gesehen werden. Das Beispiel zeigt: Personalentscheidungen haben in der Politik viel mit Diplomatie zu tun.

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Franziska Hoppermann: CDU-Generalsekretärin

Franziska Hoppermann
Franziska Hoppermann organisiert künftig die CDU-Zentrale.© Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

Schlechte Umfragewerte, schwierige Landtagswahlen im Osten vor der Tür: Franziska Hoppermann (44) übernimmt das Management der CDU-Zentrale in keiner leichten Zeit. Die Hamburgerin und engagierte Katholikin war bisher Schatzmeisterin ihrer Partei und galt in der CDU schon seit Längerem als Kandidatin für höhere Ämter. Ihr Großvater war ebenfalls CDU-Politiker und vertrat die Partei lange im Bundestag.

Catarina dos Santos-Wintz: Erste Parlamentarische Geschäftsführerin

Catarina dos Santos Firnhaber
Catarina dos Santos Wintz hat sich in kurzer Zeit in der Fraktion hochgearbeitet.© Tobias Koch (www.tobiaskoch.net) | Tobias Koch

Für die 32-jährige Anwältin ist es erst die zweite Wahlperiode als Abgeordnete, aber dos Santos-Wintz hat sich in kurzer Zeit hochgearbeitet. Seit 2025 ist sie parlamentarische Geschäftsführerin und organisiert in dieser Funktion die Abläufe in der Unionsfraktion. Offenbar mit Erfolg: In diesem Jahr wurde dos Santos-Wintz mit 97,37 Prozent im Amt bestätigt. Jetzt soll sie aufrücken zur Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin und als Nachfolgerin von Bilger dafür sorgen, dass im parlamentarischen Maschinenraum nichts ins Stottern gerät.