Wer als Kanzler erfolgreich regieren will, braucht Leute, die ihm diesen Erfolg organisieren. Manager, Hausmeister, Animateure. Angela Merkel hatte solche Leute. Friedrich Merz hat sie auch, aber sie spielen auf der falschen Position, scheitern an ihrem Chef oder machen schlicht katastrophale Fehler.
Jens Spahn musste sich erst in seine Rolle als Fraktionschef einfinden – kaum war er dort angekommen, stürzte er über seine politisch selbstmörderische Entscheidung, ein Kind mit Hilfe einer teuer bezahlten amerikanischen Leihmutter zu bekommen.

Auch Thorsten Frei musste sich erst lange in seine neue Rolle als Kanzleramtschef einfinden, kassierte täglich die Giftpfeile, die eigentlich Merz galten, und lebt bis heute damit, dass ihn viele für eine Fehlbesetzung halten. Generalsekretär Carsten Linnemann war als Parteimanager zwar schon in Übung, konnte aber trotz seines fast verzweifelten Optimismus nicht verhindern, dass die CDU in den Umfragen dramatisch abrutschte.

Wenn Merz aus der Causa Spahn die richtigen Schlüsse ziehen will, muss er jetzt zwei Dinge tun. Erstens: kluge Personalentscheidungen treffen. Das ist leichter gesagt als getan. Zu einem erfolgreichen Neustart gehört aber auch: Merz muss sich endlich eine Geste angewöhnen, die zu Beginn jeder Problemanalyse stehen sollte. Er muss sich an die eigene Nase fassen. Wer als Kanzler erfolgreich regieren will, muss vor allem dafür sorgen, dass die Manager, Hausmeister und Animateure nicht ständig die Scherben des Porzellans aufsammeln müssen, das der Chef persönlich zerschlägt.



