Mit Krisen kann Russlands Präsident Wladimir Putin eigentlich gut umgehen. Doch jetzt ist alles anders. Ständig ukrainische Drohnenangriffe auf die Ölindustrie. Benzinmangel im ganzen Land. Scharenweise verlassen Urlauber die Halbinsel Krim über die immer wieder gesperrte Kertsch-Brücke. Für Putin wird das zunehmend zum Problem.
Längst schon hat der Krieg die Hauptstadt Moskau erreicht. Vor allem der jüngste Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie und zwei Einkaufszentren war für manche Menschen ein Schock. „Uns rutscht der Boden unter den Füßen weg, die Hoffnungen auf die Zukunft schwinden“, schreibt der junge Moskauer Nikita im Netz. Offiziell gilt jetzt eine deutsche Reisewarnung für ganz Russland. Die Botschaft in Moskau teilt mit, es sei mit „erheblicher Gefährdung durch Drohnen – auch in großer Zahl – zu rechnen“.
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Russland: Spritmangel belastet die Bevölkerung
Der Spritmangel trifft die Menschen jetzt auch in den eigentlich gut versorgten Großstädten. Unruhen befürchtet etwa Maria aus Sankt Petersburg. „Was passiert, wenn der Krankenwagen nicht rechtzeitig eintrifft, die Feuerwehr nicht rechtzeitig kommt, eine Schwangere auf der Autobahn entbindet oder die Ernte der Bauern ausfällt?“, schreibt sie im Netz.
Betroffen sind nicht nur die Autofahrer. Kristina lebt auf dem Land in der südrussischen Region Krasnodar. Der Spritmangel sei offensichtlich. „In ländlichen Gebieten geht es beim Treibstoff nicht nur um Autos. Es betrifft praktisch alle landwirtschaftlichen Maschinen. Wenn der Sprit tatsächlich ausgeht, müssen die Menschen dann wieder von Hand arbeiten? Hektarweise Kartoffeln mit Schaufeln ausgraben? Und wie sollen sie die Ernte transportieren und verkaufen?“

Putin warnt vor Versorgungskrise durch ukrainische Angriffe
Am Sonntag hatte Kremlchef Putin eine Krisensitzung einberufen. „Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Tass. Auch Putin weiß, dass die ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie in Russland zu ernsthaften Versorgungsproblemen führen. „An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig“, bestätigte der Kremlchef. Im Juli müsse erheblich mehr produziert werden.
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Spätestens im September könnte Wladimir Putin im Land Probleme bekommen. Denn dann sind Parlamentswahlen. Dass die Partei Einiges Russland unter der Führung des ehemaligen Präsidenten Dmitri Medwedew die Wahl gewinnen wird, das ist klar. Eine echte Opposition gibt es in Russland längst nicht mehr. Ein wichtiger Gradmesser aber ist die Wahlbeteiligung. Damit möchte Putin auch international punkten. Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung strebt deshalb Einiges Russland an. „Für Putin zu sein, ist das absolute Minimum“, steht auf den Wahlplakaten. Die Regionalverbände der Partei empfehlen ihren Mitgliedern, sich auf „aussagekräftige Kernbotschaften“ zu konzentrieren. Bleibt die Frage, ob diese Botschaften beim Wahlvolk ankommen werden – in Zeiten der Benzinkrise und sich anbahnender Versorgungsengpässe.
![DIESES FOTO WIRD VON DER RUSSISCHEN STAATSAGENTUR TASS ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. [RUSSIA, LUGANSK PEOPLE'S REPUBLIC - JULY 29, 2026: A serviceman from the military commandants office of the Lugansk People's Republic performs an air defence duty to protect the airspace of the Lugansk People's Republic. Alexander Reka/TASS] Air defence in Lugansk People's Republic, Russia](https://img.sparknews.funkemedien.de/412741926/412741926_1785999935_v16_9_1200.jpeg)




