Ein schrecklicher Hamburger Kriminalfall erhält Jahre später globale Aufmerksamkeit. In seinem neuesten Machwerk „Citizen Vigilante“, nach eigenen Angaben von der Gruppenvergewaltigung im Hamburger Stadtpark vor sechs Jahren inspiriert, lässt Trash-Regisseur Uwe Boll mal wieder seine kruden Gewaltfantasien von der Kette. Diesmal setzte die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, kurz FSK, das Opus Malum allerdings auf den Index, verweigerte ihm jegliche Altersfreigabe.
Brisant: Ohne das FSK-Kennzeichen ist eine reguläre Kinoauswertung oder auch der Vertrieb über Streamingdienste faktisch unmöglich. Weil es in dem Streifen um Selbstjustiz gegen Migranten geht, schäumt im Netz vor allem die rechte Szene, wittert Zensur und Verrat. Doch Boll erhält Schützenhilfe – und zwar von Tech-Milliardär Elon Musk.
Elon Musk stellt Film über Gruppenvergewaltigung in Hamburg auf X online
Uwe Boll ist eine Chiffre für Filme ohne einen Hauch von Anspruch, aber mit extremem Gore- und Splatter-Faktor. Seine Videospiel-Adaptionen sind Legende – im negativen Sinne. Es hagelt zuverlässig Verrisse, und eigentlich wäre auch „Citizen Vigilante“ wohl weitgehend unbemerkt im Orkus verschwunden.
Im Mittelpunkt des Streifens steht Ex-Soldat Sanders, gespielt von Armie Hammer. Nachdem eine Gruppe von Straftätern mit Migrationshintergrund seine Mutter vergewaltigt hat, die Täter aber weitgehend straffrei davonkommen, verliert Sanders jedes Vertrauen in den Rechtsstaat. Er beginnt einen blutigen Rachefeldzug, richtet Täter und Richter brutal hin. Im verstörenden Schlussakt metzelt Sanders schließlich eine auf der Couch sitzende syrische Familie nieder.

In einem Gastbeitrag für die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ nannte Boll selbst den Hamburger Stadtpark-Fall als Inspirationsquelle für den Streifen. Im September 2020 war eine 15-Jährige auf der Festwiese von mehreren Jugendlichen und jungen Männern vergewaltigt worden. Das Landgericht Hamburg verhängte im November 2023 Jugendstrafen gegen neun Angeklagte, einer ging in Haft. Das aus Sicht vieler Menschen zu milde Urteil sorgte bundesweit für heftige Reaktionen, wurde aber im Frühjahr 2025 vom Bundesgerichtshof (BGH) bestätigt.
Während der Film etwa in den USA (und anderen Ländern) eine Freigabe ab 16 Jahren oder 18 Jahren bekam, zog ihn die FSK hierzulande praktisch aus dem Verkehr, indem sie eine Altersfreigabe verweigerte. Begründung: Der Film könne als Aufruf zu Gewalt an Migranten verstanden werden und propagiere Selbstjustiz. Die FSK operiert unabhängig von staatlichen Organen und wird von der Filmwirtschaft finanziert.
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„Citizen Vigilante“: Tech-Milliardär Elon Musk teilt „Citizen Vigilante“ über seinen Account
In dem Gastbeitrag übt Boll wiederum scharfe Kritik an der verweigerten Altersfreigabe, spricht von einer „politisch motivierten Entscheidung der FSK“. So hätten „acht von der FSK ausgewählte Personen“ entschieden, „was erwachsene Bürger in Deutschland sehen dürfen und was nicht“. Dabei hätte eine Freigabe ab 18 Jahren ausgereicht, um den Schutz Minderjähriger zu gewährleisten. Zudem sei das Gewaltlevel mit Filmen wie „John Wick“ oder „Equalizer“ vergleichbar.
Nachdem Boll aus Protest gegen die Entscheidung „Citizen Vigilante“ für 48 Stunden kostenlos auf X hochgeladen hatte, teilte Elon Musk das rund 90 Minuten lange Machwerk über seinen persönlichen Account – wohl auch, um ein Zeichen gegen die aus seiner Sicht staatliche Zensur in Europa und die europäische Migrationspolitik zu setzen. Da muss jemand wie Boll natürlich wirken wie ein einsamer Kämpfer wider die vermeintliche Gesinnungsdiktatur.
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Der deutsche Regisseur findet im Übrigen, dass sein blutiger No-Brainer quasi-dokumentarischen Charakter hat, wie er im Gastbeitrag erwähnt: „Da ‚Citizen Vigilante‘ nach meiner Recherche der einzige Film ist, der sich kritisch mit Migrantenkriminalität beschäftigt, wird hier der einzige Film verhindert, der die Realität auf den Straßen, Hinterhöfen und Gebüschen in Europa so abbilden will, wie es wirklich zugeht.“




