Die F-4D Phantom II mit der Kennung N749CF ist einzigartig: Es ist die einzige zivil genutzte Phantom in den USA und das vermeintlich letzte Flugzeug dieser Art in den Vereinigten Staaten, das fliegen kann. Sieben Jahre hatte der im Vietnamkrieg genutzte Flieger gestanden und musste gewartet werden.

Nun hob das historische Kriegsflugzeug in der vergangenen Woche wieder ab. Wie die Plattform „Vintage Aviation News“ berichtet, flog ein ehemaliger Phantom-Pilot der US Air Force, Harry „D-Day“ Daye, das historische Modell. Er führte demnach am 8. Juni den ersten Flug seit Jahren vom Ellington Field in Houston durch und flog gemeinsam mit einem Co-Piloten rund 40 Minuten.

USA: Museum wartet alten Vietnam-Jagdbomber – erster Flug seit sieben Jahren

Die Non-Profit-Organisation Collings Foundation und das Vietnam War Flight Museum hatten jahrelang an der Wartung des Flugzeugs gearbeitet. „Heute hatte ich die große Ehre, die Collings Foundation zu vertreten, da es diesem unglaublichen Team nach sieben Jahren Vorbereitung gelungen ist, diesen fantastischen Jet in die Luft zu bringen“, sagte Daye laut „Vintage Aviation News“ nach dem Flug.

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„Talentierte Freiwillige“ hätten vor allem in den vergangenen Monaten „unermüdlich gearbeitet“, um die Maschine wieder in die Luft zu bringen. Für Daye nichts Geringeres als ein „Wunder“. „Vielen Dank an all die vielen wunderbaren Freiwilligen, die zu diesem großartigen Erfolg beigetragen haben! Halten Sie nach diesem wunderschönen Jet diesen Sommer auf den Flugschauen Ausschau!“

USA: F-4D Phantom II galt als „fliegender Ziegelstein“ oder „Old Smokey“

Die F-4D Phantom II wurde laut der Museum of Aviation Foundation 1967 an die US Air Force ausgeliefert. Das spezifische Exemplar, das Daye flog, wurde 1965 gebaut. Etwa 5000 F4-Maschinen wurden bis 1979 produziert – mehr als die Hälfte für die US Air Force. Die F-4D basierte auf der F-4C, verfügte jedoch über eine bessere Avionik, unter anderem einen verbesserten Radar sowie Waffenrechner. Das Flugzeug stellte laut der Collings Foundation innerhalb kurzer Zeit mehrere Rekorde auf, etwa in der Höchstgeschwindigkeit (von 2392 km/h oder Mach 2,6) oder der Flughöhe. Es sei „eines der wichtigsten Militärflugzeuge in der Geschichte der Vereinigten Staaten“.

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Aufgrund seiner Eigenschaften wurden den Flugzeugen der Phantom‑II‑Familie mehrere Spitznamen verpasst: So galt der Jet wegen seiner massigen Silhouette als „Double Ugly“ („doppelt hässlich“), als Rhino, „Eisenschwein“ oder „fliegender Ziegelstein“. Weil die J79-Triebwerke sichtbare Abgasfahnen hinterließen, wurde er auch „Old Smokey“ oder „Smoker“ genannt.

Phantom II: Vielseitiger Kampfjet prägte den Vietnamkrieg

Das Flugzeug wurde intensiv im Vietnamkrieg genutzt und galt als vielseitiger Kampfjet, sowohl für Flugabwehrmissionen, Präzisionsschläge als auch für bewaffnete Aufklärung. Später wurden Modelle auch in den Iran oder nach Südkorea exportiert. Laut der Collings Foundation wurde die Phantom II Mitte der 90er-Jahre schließlich außer Dienst gestellt.

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Trotz rechtlicher Hürden erwarb die Stiftung in den späten 90er-Jahren ein flugtaugliches Modell des Flugzeugs, um es zu restaurieren – und es auf Flugschauen zu zeigen. Doch die Restauration gestaltete sich nach Angaben der Stiftung aufwendig: Es seien „umfangreiche Arbeiten“ nötig gewesen, unter anderem eine 600-Stunden-Inspektion oder der Tausch der Treibwerke. Auch die Avionik wurde modernisiert, neue Schleudersitze eingebaut. 1999 hob der Jet wieder ab, bis er vor etwa sieben Jahren auch aufgrund der hohen Kosten am Boden blieb.

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Das hat sich nun geändert. Laut der Coolings Foundation und dem Vietnam War Flight Museum sind mehrere Flugshows geplant, auf denen neben der Phantom auch die einzige in den USA aktive F-100 Super Sabre oder ein sowjetischer MiG-17 präsentiert werden.